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ABC Analyse – Schritt für Schritt erklärt mit Video-Tutorial und vielen Praxisbeispielen


Bevor ich Ihnen die ABC Analyse-Vorgehensweise erläutere, möchte ich Sie auf eine Geschichte über einem meiner Beratungskunden hinweisen.

Die Geschichte handelt von Manfred und wie wir mit der ABC-Analyse sein Unternehmen vor der Insolvenz gerettet haben.

Erfahren Sie, wie der Motorradhändler in kurzer Zeit aus seinem eigenen Bestand das nötige Geld realisieren konnte.

Vorbemerkung zur ABC-Analyse

Mit einer ABC-Analyse lassen sich wunderbare Erkenntnisse im Unternehmen gewinnen. Obwohl sie relativ einfach durchgeführt werden kann, ist die ABC-Analyse vielen Unternehmern und Selbständigen unbekannt. Die ABC-Analyse gehört thematisch in die Gruppe der Controlling-Werkzeuge.

Mit dieser Schritt für Schritt-Anleitung möchte ich Ihnen Möglichkeiten aufzeigen, wie Sie mit einer ABC-Analyse in Ihrem Unternehmen wertvolle Einblicke bekommen und im Sinne eines zielgerichteten Controllings eingreifen können.

Die ABC-Analyse hilft Ihnen, sich auf die wirklichen Stellhebel und Einflussgrößen bei Ihrer Problemstellung zu konzentrieren.

Was ist die ABC-Analyse und wozu dient die ABC-Analyse?

Die ABC-Analyse ist ein Werkzeug aus dem Controlling, um Entscheidungen über betriebswirtschaftliche Fragestellungen vorzubereiten.

Beispiele für solche betrieblichen Fragestellungen sind:

  • Wieviel Deckungsbeitrag erwirtschaften wir mit den 20 wichtigsten Kunden?
  • Welche Teile in unserem Lager sind sehr teuer und eignen sich als Hebel zur Reduzierung des gebundenen Kapitals?
  • Wie viele Produkte aus unserem Portfolio erwirtschaften eigentlich 80% von unserem Gesamtumsatz?

Dazu werden teilweise große Datenbestände hinsichtlich Mitteleinsatz und Zielerreichung analysiert. Anschließend werden diese Daten in typischerweise drei Klassen bzw. Kategorien eingeteilt. Diese drei Kategorien nennt man A, B oder C, daher hat die ABC-Analyse auch ihren Namen.

 

Typische Einteilung von Daten nach Klassen mit der ABC-Analyse

ABC-Analyse-Grafik: Einteilung von Daten nach A-, B- und C-Klassen in einem Liniendiagramm

Da man bei der Durchführung der ABC-Analyse nur die beiden Grundrechenarten Addieren und Dividieren braucht, fällt eine Umsetzung mit jedem Programm für Tabellenkalkulation wie z.B. Excel sehr leicht. Das ist sicher ein Grund für die Beliebtheit der ABC-Analyse und den hohen Bekanntheitsgrad der ABC-Analyse.

Ist die ABC-Analyse ein Zeitmanagementsystem?

Die Frage, ob die ABC-Analyse ein Zeitmanagementsystem ist, kann man nicht sofort mit Ja beantworten, sondern es bedarf dazu einer kurzen Erklärung.

Unter Zeitmanagement versteht man Techniken und Vorgehensweisen, um eine bestimmte Anzahl an Aufgaben und Terminen innerhalb eines vorgegebenen Zeitbudgets zu erledigen.

Ein Zeitmanagementsystem ist eine Methode, die das unterstützt. Populär geworden ist z.B. die ALPEN-Methode.

Die ABC-Analyse hilft Ihnen, sich auf die wichtigen Dinge und die wichtigen Aufgaben zu konzentrieren: also auf die A-Güter, die A-Kunden, die A-Lieferanten, die A-Lagerteile, die A-Produkte, sogar die A-Mitarbeiter.

Durch diesen Fokus auf das Wesentliche unterstützt Sie die ABC-Analyse in Ihrem Zeitmanagement. Sie schaffen es mit der ABC-Analyse leichter, die wesentlichen Aufgaben zu erledigen und lassen gegebenenfalls die Aufgaben, die am wenigsten wichtig sind, weg.

Damit fallen dann die C-Güter, die C-Kunden oder die C-Produkte aus dem Fokus der weiteren Bearbeitung, weil Kosten und Nutzen in keinem guten Verhältnis mehr stehen.

Dieses Prinzip macht sich auch die ABC-Analyse-Software Scrum mit dem priorisierten Product-Backlog zu Nutze.

Letztlich fußen alle diese Optimierungsmethoden, die heute ABC-Analyse, Scrum oder sonst einen modernen Namen haben, auf den statistischen Erkenntnissen und Grundlagen von Vilfredo Pareto.

Statistische Grundlagen für Paretoprinzip und ABC-Analyse

Das Pareto-Prinzip wurde nach Vilfredo Pareto benannt, einem italienischen Ingenieur, Ökonom und Soziologe. Er lebte von 1848 bis 1923.

Pareto untersuchte die Vermögensverteilung in Italien und fand heraus, 20% der Familien besaßen ca. 80% des Vermögens.

Die 80-20-Pareto-Regel, auf der die ABC-Analyse letztlich aufbaut, wurde von Statistikern in vielen anderen Themengebieten ebenfalls bestätigt.

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Beispiele sind unter anderen: in 20% der Projektzeit werden 80% des Ergebnisses erarbeitet, 20% der Kunden bringen 80% des Umsatzes und vieles mehr.

Die Pareto-Regel wurde schließlich von H. Ford Dickie unter dem Begriff ABC-Analyse auf die Betriebswirtschaft angewendet. Er gilt daher gemeinsam mit Pareto als Urvater der ABC-Analyse.

Vorsicht mit pauschalen Annahmen!

Wie bei jeder einfachen und pauschalen Aussage sollte man auch die 80/20-Regel kritisch hinterfragen. Gerade mein eben genanntes Beispiel, 20% der Kunden bringen 80% der Umsätze, sollte man differenzierter betrachten. In den überwiegenden Fällen ist die Aussage aber richtig, dass eine kleine Menge aus der Gesamt-Kunden-Anzahl für einen Anteil am Umsatz verantwortlich ist, der deutlich höher ist als der Anteil der Kunden an der Gesamtmenge (Mengenanteil). Oder kurz: Die 20% der umsatzstärksten Kunden machen deutlich mehr als 20% vom Umsatz aus. In meinem Beispiel-Video unten haben 20% der Kunden über 50% des Gewinns erwirtschaftet.

Wie viel genau und was wir mit der Erkenntnis machen, werden wir mit der ABC-Analyse herausfinden. Letztlich geht es darum, mit der ABC Analyse aus einer großen Gesamtmenge die „wertvollen“ Elemente herauszufiltern, um vorhandene Ressourcen im Unternehmen möglichst zielgerichtet einzusetzen.

Zieldefinition für eine sinnvolle Anwendung der ABC-Analyse:

Am Anfang einer jeden Analyse steht die Frage, was man herausfinden möchte und welche Idee dahinter steckt.

Ich möchte Ihnen als konkretes ABC-Analyse-Beispiel eine kleine Geschichte erzählen:

Einer meiner Mandanten führte eine ABC-Analyse durch. Er wollte wissen, welche 20% der Kunden für 80% des Umsatzes verantwortlich waren, weil er diese Kunden besonders intensiv betreuen wollte. Er wollte einen festen persönlichen Ansprechpartner für diese Kunden benennen, verbesserten Service bieten und so weiter.

Auf meine provozierende Frage, was das dem Unternehmen bringen sollte, antwortete er mir, diese Kunden wären für sein Unternehmen besonders wertvoll, weil sie doch so viel Umsatz brächten. Ob ich noch nicht gehört hätte, man solle sich auf seine A-Kunden fokussieren.

Wertvoll – Umsatz? Diese Verbindung erschloss sich mir als Controller nicht sofort.

Das Problem lag darin, dass mein Mandant zwar einen guten Ansatz zur Kundenbindung und einer Vertiefung seiner Kundenbeziehungen verfolgte, aber in diesem Fall die falsche Kenngröße dafür heranzog.

Der Umsatz pro Kunde war für seine Zwecke nicht geeignet, die Rentabilität der Kunden wäre besser gewesen.

Hätte mein Mandant mit einer ABC-Analyse herausgefunden, welche 20% seiner Kunden die meisten (80%) Deckungsbeiträge generieren und damit zur Kostendeckung und letztlich zum Gewinn seines Unternehmens beitragen, dann hätte ich verstanden, warum er diese Kunden als besonders wertvoll bezeichnet und ihnen einen exklusiven Service anbieten wollte.

Ein eingängiges Beispiel, welches genau dieses Problem behandelt, können Sie in der Videoanleitung unten sehen.

Daher mein Ratschlag: Überlegen Sie sich genau, was Sie mit Ihrer ABC-Analyse bezwecken wollen. Falls Sie sich unsicher sind, fragen Sie mich über den roten Reiter links am Rand! Ich helfe Ihnen gerne weiter!

Historie der ABC Analyse

Wilfried Pareto

Die statistischen Grundlagen für die ABC Analyse legte Wilfried Pareto (1848 – 1923). Er beschäftigte sich intensiv mit der Volkswirtschaftslehre. Nach ihm sind Pareto-Diagramm, Pareto-Optimum, Pareto-Prinzip (80/20-Regel) und Pareto-Verteilung benannt.

Im Zuge seiner volkswirtschaftlichen Forschungen fand Wilfried Pareto (zufällig) heraus, daß etwa 20% der Bevölkerung rund 80‘% des Bodenbesitzes in Italien inne haben. Diese 20/80-Verteilung untersuchte er an weiteren Beispielen und erkannte, daß eine Vielzahl von Sachverhalten diese eigentümliche Verteilung haben.

Max Otto Lorenz

Der Ökonom und Statistiker Max Otto Lorenz (1876 – 1959) entwickelte die bekannte Lorenzkurve. Die Lorenzkurve ist eine grafische Darstellung statistischer Verteilungen und zeigt dabei das Ungleichverteilungsmaß, bzw. die relative Konzentration innerhalb der Verteilung.

Diese beiden Vorarbeiten waren notwendig für die „Erfindung“ der ABC Analyse durch H.F. Dickie und seinen beachtlichen Aufsatz „ABC Inventory Analysis Shoots for Dollars, not pennies“.

ABC Inventory Analysis Shoots for Dollars, not pennies

Im Gegensatz zu anderen Internetquellen, die auf den Artikel von H.F. Dickie nur verweisen, haben wir uns die Mühe gemacht, und den Artikel von H.F. Dickie über den wissenschaftlichen Dienst der Universität Bayreuth besorgt und gelesen.

“ABC Inventory Analysis Shoots for Dollars, not pennies” ist wirklich lesenswert!

ABC Inventory shoots for Dollars - wir haben den Artikel wirklich gelesen!

ABC Inventory shoots for Dollars – wir haben den Artikel wirklich gelesen!

Er erschien im Magazin “Factory management and maintenance” im Jahr 1951 auf den Seiten 92 – 94. Bemerkenswert ist, daß zur besseren Vermittlung der Inhalte bereits auf Grafiken und Cartoons (ja, Cartoons!) zurückgegriffen wurde.

Zu Beginn des Artikels fragt Dickie, ob dem Leser bekannt sei, daß rund ein Zwölftel der eingelagerten Waren etwa dreiviertel des Lagerwertes ausmachen.

Er schafft eine bemerkenswerte Aufmerksamkeit des Lesers, indem er unmittelbar klar macht, daß die ABC Analyse hilft, sich auf das Wesentliche zu fokussieren.

Wörtlich: “It helps you ‚put first things first‘. It helps you get the most control for the least amount of controlling.”

Anschließend beschreibt Dickie fünf Vorteile der ABC Analyse

  • Neue Motivation der Controlling-Mitarbeiter
  • Senkung der Lagerkosten
  • Steigerung des Gewinns
  • Niedrigere Verwaltungskosten
  • bessere Planungsprozesse

Interessant sind seine Ausführungen zur Umsetzung der ABC Analyse, insbesondere zur Ermittlung der Kosten eines Einzelstücks.

Dickie empfiehlt, den Wert eines Einzelteils in einem Produkt um die Anzahl aller identischen Teile im gleichen Produkt aufzusummieren (also Stücklisten zu bilden). Materialkosten, Arbeit und Verwaltungsgemeinkosten wären hinzuzuaddieren, die Montagekosten des Endproduktes hingegen herauszurechnen.

Aus der Analyse herauszunehmen wären Mindestbestände im Lager sowie Teile von Produkten, die nicht-wiederkehrend sind (Zitat: „Or when manufacturing is concerned with non-repetitive products:“).

Dickie beschreibt weiters mit vielen Beispielen aus seiner praktischen Arbeit bei General Electric die Anwendungsbereiche der ABC Analyse.

Powerkurs ABC-Analyse - mit vielen Übungsdaten!

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Bemerkenswert fand ich sein Beispiel, daß A-Güter nach und nach bei jeder Bestellung mit roten Karten und B-Güter mit grünen Karten anstatt der üblichen weißen Karten versehen und nachbestellt werden sollen. So bildet sich ein visuell sichtbarer Bestand an C-Gütern (mit den verbleibenden weißen Karten), der nachfolgend auf Mindestbestände hin überprüft werden kann. Er schlägt auch vor, C-Güter nur halbjährlich zu bestellen und damit Einkaufsvorteile aufgrund größerer Mengen zu realisieren. Die Lagerkosten selbst fielen im Gegensatz dazu eher gering aus.

Zwischenfazit zur Historie der ABC Analyse

Auch wenn der Aufsatz von Dickie schon mehr als 60 Jahre alt ist und er relativ schwer zu erhalten ist, bin ich sehr froh, ihn im Original gelesen zu haben. Er hat beinhaltet viele gute Ideen und die Didaktik der ABC Analyse ist besser, als bei vielen modernen Publikationen. Selbst sein Ansatz zur visuellen Wissensvermittlung bei den einfachen Fabrik-Arbeitern mittels Cartoons ist für die Zeit der Entstehung fantastisch!

ABC-Analyse: Anleitung mit allen Einzelschritten

  1. Überlegen Sie sich, was Sie auswerten wollen und welche Daten Sie dafür benötigen
  2. Besorgen Sie sich diese Daten für Ihre ABC-Analyse aus der Buchhaltung, aus dem Vertrieb, aus dem Lager oder von demjenigen, der diese Daten hat. Hier kann ich Ihnen in diesem Artikel keine genaue Quelle nennen, da üblicherweise jeder Bereich im Unternehmen „seine“ Daten hat. Wenn Sie Margen bei Produkten ermitteln wollen, werden die Daten im Vertrieb und in der Fertigung zu finden sein, wenn es um die Zahlungsmoral von Kunden geht (weil Sie z.B. für die 20% der Kunden, die 80% der Forderungen ausmachen, die Zügel anziehen wollen), dann sollten Sie sich in der Buchhaltung auf die Suche machen.
  3. Sortieren Sie absteigend Ihre Datensätze nach den Informationen, die für Ihre ABC-Analyse wichtig sind.
  4. Bestimmen Sie die Gesamtzahl der Datensätze
  5. Fügen Sie eine Hilfsspalte für die kumulierte Anzahl der Datensätze ein und eine weitere Hilfsspalte für die kumulierten Daten (z.B. Rohgewinn), die Sie interessieren.
  6. Bilden Sie je Datensatz die Quotienten aus kumulierter Anzahl und Gesamtzahl, bzw. aus kumuliertem Analyse-Datensatz und Gesamtmenge.
  7. Sehen Sie sich die Ergebnisse an und ziehen Sie Ihre Schlüsse.

Was sich in dieser verbalen Schritt-für-Schritt-Beschreibung zur ABC Analyse ein wenig holprig anhört, wird in der Anleitung schnell klarer.

Vorlage für die ABC-Analyse

Es ist sehr schwierig, allgemeingültige Vorlagen für die ABC-Analyse zu erstellen. jeder Anwender will andere Sachverhalte betrachten und jeder hat auch beim gleichen Sachverhalt (z.B. Reduktion der C-Güter im Lager) eine andere Menge an Daten.

Daher habe ich mich entschlossen, statt einer Excel-Vorlage für die ABC-Analyse die allgemeingültige Struktur einer solchen Vorlage zu erklären, die Sie dann selbst durch Reports aus diversen Warenwirtschaftssystemen oder Kundendatenbanken anpassen können.

1) Ziehen Sie sich die Auswertung / den Report mit den benötigten Daten aus Ihrem Vorsystem. Für Kunden ist es die Kundendatenbank, für Produkte oder Umsätze die Warenwirtschaft, für das Lager die Inventur-Listen. Sie bekommen dann eine Menge an Daten (dargestellt durch die orange Fläche), die ungefähr folgenden Aufbau hat:

Schritt 1 der ABC-Analyse Vorlage

1. Schritt der ABC-Analyse Vorlage

Dabei sind mit „Merkmale & Attribute in Spalten“ die typischen Ausprägungen eines Datensatzes gemeint. Im Beispiel von Kunden wären das Name, Adresse, Umsatz, letzter Kontakt, interner Betreuer oder ähnliches. Bei Produkten oder Gütern sind das Name, Menge, Preis, verkaufte Einheiten, Lagerort, Größe, Gewicht und viele Merkmale mehr.

Mit „Einzelne Datensätze in Zeilen“ ist gemeint, dass jede Zeile in unserer Vorlage zur ABC-Analyse einen kompletten Datensatz darstellt.

Im Beispiel mit Kunden wäre das „Maier – Musterstraße 7 – 99999 Musterstadt – 12.756 EUR – 24.12.2014 – Frau Schmidt“

2) Ergänzen Sie, wenn nicht schon vorhanden, die Summenzeile, um später den Verbrauchswert, den Wertanteil (also den Gesamtwert), den Umsatzanteil oder was auch immer ausrechnen zu können.

Schritt 2 der ABC-Analyse Vorlage

Schritt 2 der ABC-Analyse Vorlage

3) Nun ergänzen Sie in Ihrer ABC-Analyse-Vorlage die notwendigen Hilfsspalten, um den Wertanteil,  den Verbrauchswert, den anteiligen Kundenumsatz etc. wirklich ausrechnen zu können.

Schritt 3 der ABC-Analyse Vorlage

3. Schritt ABC-Analyse Vorlage

In den Hilfsspalten können durch Division der Anzahl durch die Gesamtmenge der prozentuale Anteil des Gutes bestimmt oder durch Multiplikation der Menge mit dem Preis der Verbrauchswert oder der Gesamtwert ausgerechnet werden. Diese Hilfsspalten sind dann auch die Basis für die Sortierung und die Einteilung in die jeweiligen Klassen als A-Güter, B-Güter oder C-Güter.

Ich konnte Ihnen zwar keine allgemeingültige Vorlage zur ABC-Analyse liefern, aber mit dieser Erklärung sollten Sie relativ einfach eine eigene erstellen können.

In meinem Powerkurs wird die Methode nochmal mit vielen Daten zum Selberüben und Ausprobieren verdeutlicht und vertieft.

Was ist der Verbrauchswert?

Der Verbrauchswert zeigt Ihnen den monetären Verbrauch eines Artikels innerhalb einer festgelegten Periode. Er wird benötigt, damit Sie weitere Lagerkennziffern berechnen können. Der Verbrauchswert in der Materialwirtschaft wird wie folgt berechnet: Verbrauchsmenge pro Artikel * Preis je Einheit oder

Verbrauchswert = Verbrauch in Stückzahl * Preis pro Stück

Video-Tutorial: ABC-Analyse Vorgehensweise

Sehen Sie sich das Video zur ABC-Analyse an, es ist ganz leicht!

Beiträge zur ABC-Analyse von anderen Internetquellen:

Wie kann man die ABC-Analyse noch einsetzen?

Neben einer Klassifizierung von Kunden nach Rentabilität kann man sich auch noch folgende  weitere Einsatzbereiche für die ABC Analyse vorstellen:

  1. Klassifizierung von Waren nach Einkaufskosten
  2. Klassifizierung von Waren nach Umsatzanteil und Vergleich dieser Waren mit ihrem Deckungsbeitragsanteil
  3. Klassifizierung von Lieferanten nach Einkaufssumme, Bestellvorgängen etc.
  4. Klassifizierung von Reklamationen nach Kunden / Produkten etc.
  5. Klassifizierung von Lagerbeständen nach Wert für raschen Abbau des Lagerbestandes

Einige werden Ihnen mit Beispielen im Folgenden erläutert.

ABC-Analyse-Beispiele für KMU (kleine und mittlere Unternehmen)

Für KMU im Bereich Produkte

Mit der ABC-Analyse kann ermittelt werden, welche Produkte welchen Deckungsbeitrag erwirtschaften.

Diese lassen sich entsprechend in A-Produkte, B-Produkte und C-Produkte einteilen. Vergleichen Sie dann die Klasseneinteilung aus der ABC-Analyse mit einer Auswertung und Einteilung der Produkte aus der BCG-Matrix, haben Sie eine hervorragende Grundlage, um Ihr Leistungsangebot zu optimieren, zu straffen oder auch auszubauen.

Für KMU im Bereich Lieferung

Die ABC-Analyse hilft, sowohl den Gesamtwert von bezogenen Waren zu analysieren als auch die entsprechenden Lieferanten einzuteilen. Beide Vorgehensweisen sind mit der ABC-Analyse im Bereich der Lieferung und Lieferkette (der sogenannten Supply Chain) hervorragend geeignet.

Bei der Analyse des Wertanteils von bezogenen Lieferanten liegt der Optimierungshebel in der Preisverhandlung für die Einstandspreise der jeweiligen Güter. Dabei ist natürlich offensichtlich, dass die Wirkung von harten Preisverhandlungen bei den Gütern mit einem besonders hohen Gesamtwert besonders groß ist und sich unmittelbar auf Ihre Kosten und damit auf Ihre Wettbewerbsfähigkeit durchschlägt.

Wenn Sie wissen, wie Sie Ihre ABC-Lieferanten kategorisieren sollten, können Sie diese Informationen für eine optimierte Beschaffungsstrategie anwenden. Dies wäre zum Beispiel der Fall, wenn Sie die besonders hohen Einkaufsvolumina als Argument für Preisnachlässe, günstige Zahlungskonditionen oder bevorzugte Belieferung vor anderen nutzen.

Für KMU im Bereich Lagerung

Anhand der ABC-Analyse können Sie den Wertanteil der eingelagerten Güter bestimmen und gemeinsam mit einer Analyse des Verbrauchsverhaltens mit der XYZ-Analyse die optimale Bestandsmenge im Lager ermitteln.

So kann man bei Liquiditätsengpässen auch schnell und gezielt den Lagerwert verflüssigen und zu Geld machen.

Praxisbeispiel: ABC-Analyse im Online-Marketing

Ein ganz praktisches Beispiel für die gewinnbringende und damit effiziente Anwendung der ABC-Analyse habe ich für Webmaster und Online-Marketer. Ich habe sie nämlich selbst bei meinen eigenen Internetseiten angewendet und möchte diese super Erfahrung mit Ihnen gerne teilen.

Aus welchem Grund auch immer sind mir beim Upgrade meines WordPress-Themes auf die neueste Version (es war ein großer Sprung und kam einer Neuinstallation gleich) sämtliche manuell gepflegte Description-Texte abhanden gekommen. WordPress hat daraufhin eine eigene Description aus dem Text des Beitrages gezogen, der aber in den wenigsten Fällen optimal war.

Die Aufgabe bestand also, alle Artikel aufzurufen und die Descriptions wieder manuell nachzupflegen. Macht bei rund 300 Artikeln wenig Spaß und dauert auch ziemlich lange. Daneben gibt es auch noch Seiten, Archive, Schlagworte, Kategorien etc. Alles in allem wären etwa 800 Descriptions nachzupflegen.

800 Descriptions manuell nachpflegen? Das muss effizenter gehen! Mit der ABC-Analyse auf das Wesentliche konzentrieren.

Also habe ich über mein Analytics-Programm einen Report in Excel gezogen, der mir die Page Impressions der letzten 6 Monate anzeigt.

Diese wurden absteigend sortiert. In einer Hilfsspalte habe ich den prozentualen Anteil der Seite / des Artikels an den gesamten Aufrufen ausgerechnet (Spalte I) und in einer weiteren Hilfsspalte kumuliert dargestellt (Spalte H). Die kumulierte Menge der Seiten an der Gesamtzahl der Seiten (Spalte J) sowie eine Bearbeitungsspalte (Spalte G) helfen mir bei der Abarbeitung.

ABC-Analyse im Online-Marketing

ABC-Analyse im Online-Marketing

Es zeigt sich: Mit mit den rund 20 wichtisten Seiten und deren Description-Ergänzung habe ich nur 2,8% aller Description bearbeiten müssen, aber fast 68% der Page Impressions erfasst. Der Aufwand hielt sich mit einer Stunde sehr in Grenzen.

Investiere ich noch einmal eine Stunde Aufwand, dann habe ich rund 80% der Page Impressions bearbeitet, aber nur rund 6% der Descriptions nachgepflegt. Also nicht mal die 20/80 Regel kommt hier zum Tragen, sondern die 6/80 Regel (6% Aufwand, 80% Ergebnis). Damit bin ich zufrieden.

Fazit zur ABC-Analyse

Sie sehen, man kann mit der ABC-Analyse sehr viele Datenbestände in eine bestimmte Klassifizierung bringen. Welche Schlüsse Sie anschließend daraus ziehen mögen, ist eine ganz andere Frage. Bitte behalten Sie daher immer im Hinterkopf, die ABC-Analyse ist nur ein Werkzeug.

Vergleichbar ist sie vielleicht mit einer Bohrmaschine im Handwerk. Ob man damit Löcher in eine Ziegelwand bohrt oder mit einer Bohrkrone Aussparungen in ein Holzbrett bohrt oder man mit einem Schraubereinsatz eine Schraube rein- oder herausdreht, ist erst mal für das Werkzeug egal. Es kommt auf die zielgerichtete Verwendung an. Bei der zielgerichteten Anwendung der ABC-Analyse hilft Ihnen ein Controller oder ein vernünftiger Unternehmensberater.

Passend zur ABC-Analyse gibt es neben der bereits erwähnten XYZ-Analyse die Kombination aus beiden, in der ABC/XYZ Analyse. Lassen Sie sich überraschen!

Sollten Sie weitergehende Fragen zur ABC-Analyse haben, können Sie jederzeit mit mir Kontakt aufnehmen. Probieren Sie es aus, gute Beratung kann sehr günstig sein!

Oder nehmen Sie ganz klassisch Kontakt mit mir auf und rufen an.

Es grüßt aus Bayreuth,
Axel Schröder


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