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Boreout – sich langweilen bis nichts mehr geht

Boreout: vom Nichtstun ausgebrannt
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Zu diesem Artikel über Boreout gibt es einen kostenlosen Fragebogen zum Download!

Am Ende dieses Beitrags finden Sie einen kostenlosen Fragebogen zum Download, um herauszufinden, ob Ihr Mitarbeiter vom Boreout Syndrom betroffen ist.

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Unterforderung, Langeweile, Desinteresse? Arbeitslos in der Arbeit? Das Boreout Syndrom ist seit einigen Jahren bekannt und steht im Gegensatz zum gängigen Burnout – ein Erschöpfungszustand bei zu viel Stress, zu viel Anspannung und zu viel Arbeit. Boreout bleibt Arbeitgebern und Vorgesetzten oftmals verborgen. Denn Betroffene tun viel dafür, Boreout zu verheimlichen. Zum Beispiel aus Angst, den Arbeitsplatz zu verlieren. Oder weil sie keine Chance sehen, sich – gerade in strukturschwachen Gegenden – umzuorientieren. Aber auch, weil sie denken, Arbeiten aufgebrummt zu bekommen, die sie nicht mögen. Dabei soll der Arbeitsplatz nicht nur Beschäftigung und Geld bringen. Er soll idealerweise Sinn geben.

Wir möchten Ihnen die Thematik des Boreout erläutern. Und wir geben Ihnen Strategien an die Hand, was Sie tun können, wenn Mitarbeiter von Boreout betroffen sind. Hier stehen Sie als Unternehmer im Rahmen Ihrer Fürsorgepflicht in der Verantwortung. Es geht darum, Arbeitsbedingungen zu erhalten, die dazu beitragen, dass Ihre Mitarbeiter gesund bleiben – nicht nur körperlich, sondern auch psychisch.

„Ausgelangweilt sein“ und erschöpft vom Nichtstun – der Begriff Boreout

Burnout oder Erschöpfungsdepression ist vielen ein Begriff. Doch das Gegenteil Boreout, das zu ähnlichen Symptomen und gesundheitlichen Einschränkungen führt, bleibt oftmals unerkannt. Die Betroffenen schweigen. Oder Angestellte, die nichts, zu wenig oder das für sie Falsche zu tun haben, treffen auf kein offenes Ohr. Um Lösungen kümmert sich niemand, Vorgesetzte übergehen Probleme.

Boreout: Definition

Der Begriff Boreout stammt aus dem Englischen von dem Wort boredom, Langeweile, und dem zugehörigen Verb to be bored, sich langweilen. Das Boreout Syndrom unterscheidet sich in eine quantitative Form und eine qualitative Form. Quantitativer Boreout meint, dass Arbeitnehmer zu wenig zu arbeiten haben oder überhaupt nichts zu tun haben. Das betrifft weniger Phasen, in denen „Flaute“ herrscht, sondern lang andauernde Beschäftigungslosigkeit oder Unterforderung. Hier ist es einfacher, als Arbeitgeber gegenzusteuern als bei bei dem qualitativen Boreout. Dieser bezeichnet, dass der Mitarbeiter unterfordert ist, die Tätigkeiten nicht zu seinen Talenten passen, er vielleicht bei der Einstellung andere Aufgabengebiete hatte oder Aufgaben hat, die ihn so langweilen und nicht interessieren, dass er unterfordert ist. Er hat zwar mengenmäßig genug Aufgaben. Diese nerven ihn aber und er macht sie nur ungern.

Nichtstun ist beim Boreout nicht selbst ausgesucht!

Nichtstun ist beim Boreout nicht selbst ausgesucht und hat nichts mit Faulheit oder „keinen Bock“ zu tun. Auch wer etwas leisten will, aber zu oft oder dauernd unter seinen Talenten und Fähigkeiten bleiben muss, ist vom Boreout Syndrom gefährdet. Wissen kann nicht angewendet werden und Anerkennung eine Leistung, die nicht vorhanden ist, fehlt. Wissenschaftler diskutieren das Boreout Syndrom als Krankheitsbild, das eine ausgesprochene Unterforderung im Arbeitsleben beschreibt.

Boreout: Definition

Boreout: Symptome

Langeweile und Unterforderung als Hauptbestandteile des Boreout rufen Symptome hervor, die der Psyche zuzuordnen sind – und sie sind ähnlich oder gleich der Krankheitszeichen des häufig diagnostizierten Burnout:

  • Traurigkeit und Niedergeschlagenheit
  • Depressionen
  • Magen-Darm-Beschwerden
  • Rückenschmerzen
  • Schwindel
  • Antriebslosigkeit
  • Schlafstörungen
  • Tinnitus
  • Infektanfälligkeit
  • Leistungsabfall
  • Desinteresse
  • Gefühl der inneren Leere
  • Verspannungen
  • Unzufriedenheit

Es entsteht das Gefühl, nicht gebraucht zu werden, überflüssig zu sein und nichts zu leisten. Mitarbeiter mit Boreout versuchen ihre Tätigkeitslosigkeit oder ihr Interesse zu verdecken. Sie tun geschäftig, wenn der Chef vorbeiläuft. Auch legen Sie Unterlagen auf darunterliegende Zeitschriften, klicken auf eine Excel-Liste, obwohl sie im Internet surfen. Oder: Sie spielen vor, etwas aus einem Regal zu holen, obwohl sie sich eigentlich im Gang herumdrücken. Gut zu wissen: Boreout Symptome treten vermehrt in der Verwaltung und im Dienstleistungsgewerbe auf.

Fürs Nichtstun bezahlt werden?

Oder behaupten:

Mir kracht die Bude zusammen vor Arbeit?

Starre Arbeitszeiten sorgen dafür, dass Angestellte Zeit tot schlagen – und am Ende des Tages fühlen sie sich erschöpfter als wenn sie viel zu tun hatten und normal ausgelastet waren. Im Gegensatz dazu stehen „faule“ Mitarbeiter, die sich möglichst nicht übernehmen wollen, nur das Nötigste machen, sich allein für ihre Anwesenheit bezahlen lassen. Hier lautet das Motto: Die Stunden bringen das Geld.

Somit begegnet Boreout eher den Pflichtbewussten. Die, die für ihr Geld und der ihnen zur Verfügung stehenden Zeit etwas leisten, ihrem Arbeitgeber zuträglich sein und Aufgaben bearbeiten wollen. Sie können mit Zeiten, in denen es zum Bespiel branchenbedingt oder in möglichen Sommerlöchern wenig zu tun gibt, nicht umgehen. Sie sind weniger in der Lage sich selbst eine Beschäftigung zu suchen. Durch Boreout als unterforderungsbedingter Stress entsteht Frust, eine Mitarbeiterbindung ist so nicht gegeben!

Innere und äußere Kündigung

Innere KündigungÄußere Kündigung
Die Folgen von Boreout Symptomen sind vielschichtig. Im Vordergrund steht die innere, passive Kündigung, bei der nur noch Dienst nach Vorschrift gemacht wird, keine Ideen eingebracht, Stunden abgesessen werden.
Bei der äußeren, aktiven Kündigung haben vom Boreout genervte Mitarbeiter die Nase von ihrem Arbeitsplatz voll und suchen nach einer neuen Stelle. Auch sie machen nur noch Dienst nach Vorschrift, haben bereits innerlich gekündigt. Sie sind weg, sobald sich etwas Besseres für sie ergibt.
Auch vertreiben sich Arbeitnehmer die Zeit zum Bespiel mit privaten Gesprächen, Nichts tun, im Internet surfen und vieles mehr. Sie sehen dann ihr Gehalt eher als Entschädigung für ihr Anwesenheit an. Hier geht es vor allem um gut ausgebildete Fachkräfte, die in anderen Betrieben Chancen und Möglichkeiten haben, sich zu entfalten.
Deshalb sollten Sie als Arbeitgeber es nicht tabuisieren, wenn zu wenig zu tun ist, sondern Lösungen finden. Fachkräfte, die selbst kündigen, nehmen das Wissen und Erlernte aus der „Boreout-Firma“ mit.
Nichtstun kostet unnötig Geld! Motivierte Mitarbeiter gehen verloren!
innere vs. äußere Kündigung

Gelangweilte Mitarbeiter – was tun?

Die Thematik Boreout betrifft auch das Betriebsklima.

  • Achten Sie deshalb darauf, ob die einzelnen Mitarbeiter gut ausgelastet sind – nicht zu viel und nicht zu wenig.
  • Suchen Sie freundlich das Gespräch, wenn Sie bemerken, dass nichts zu tun ist oder sich jemand langweilt.
  • Sinnvoll ist es, Lösungsmöglichkeiten aufzuzeigen, zusätzliche oder andere Aufgaben anzubieten.
  • Schaffen Sie ein solches Vertrauen, dass Mitarbeiter sich an Sie wenden, wenn sie zu wenig zu tun haben oder sich unterfordert fühlen – ohne dass sie befürchten müssen, den Arbeitsplatz zu verlieren.
  • Erstellen Sie einen Pool, ein Potpourri an Aufgaben, die dann erledigt werden können, wenn nichts zu tun ist.
  • Wenn dauerhaft nichts zu tun ist, ist ein Stellenabbau besser – aus wirtschaftlichen Gründen.
  • Denken Sie vor einer Einstellung über eine passende Auslastung nach. Das gilt auch – oder besonders – für Übernahmen nach einer Ausbildung. Hier eignen sich hervorragend die Maßnahmen zum Employer Branding – und wie man diese misst.
Boreout: Was als Arbeitgeber tun?

Der 8-Stunden Tag – mehr Flexibilität geben

Da starre Arbeitszeiten und die Bezahlung nach Wochenstunden vorherrschen, können Sie – wo es möglich und keine Präsenzpflicht erforderlich ist – dafür sorgen, mehr Flexibilität herzustellen.

  • Flexible Arbeitszeiten einführen, wo es umsetzbar ist
  • Gleitzeitregelungen
  • Überstundenabbau ermöglichen durch ein Zeitkonto
  • Und: Wenn wirklich überhaupt nichts zu tun ist und niemand etwas dafür kann, schicken Sie den Mitarbeiter lieber an diesem Tag früher nach Hause als die Zeit verstreichen zu lassen – ohne Konsequenzen.
  • Was wirklich zählt, ist Leistung.

Fazit

Boreout ist in der heutigen Leistungsgesellschaft ein zunehmendes Problem. Mußestunden sind für viele Menschen – auch im Privatleben – wenig akzeptabel. Wenn am Arbeitsplatz nichts oder zu wenig zu tun ist, sind Sie als Unternehmer in der Pflicht, um Boreout Syndromen vorzubeugen und entgegenzuwirken. Machen Sie es als Teil Ihrer Unternehmenskultur, sich um Ihre Angestellten zu kümmern und gut für sie zu sorgen. Haben sie ein offenes Ohr – und Fachkräfte werden bleiben. Mitarbeiter, die nichts zu tun haben oder sich unterfordert fühlen, trauen sich selten, das offen anzusprechen. Ein möglicher Arbeitsplatzverlust geht mit finanziellen Einbußen einher.

Hinschauen, fördern und Lösungen finden lautet das Motto, um Boreout entgegenzuwirken.

Viele Grüße

Laura Tischer

Bildnachweis: Canva.com © Mlenny

Hat mein Mitarbeiter Boreout? – Fragebogen zum Download

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