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Buchrezension: Enterprise Architecture Management einfach und effektiv von Inge Hanschke

Enterprise Architecture Management Rezension
Heute möchte ihn das dritte Buch im Bunde von Inge Hanschke vorstellen. Es ist Enterprise Architecture Management aus der Reihe Einfach und effektiv. Das Buch ist im Hanser Verlag erschienen, ist broschiert und kostet 42,00 €.

Der Hanser Verlag hat mir freundlicherweise ein Exemplar zur Rezension kostenlos überlassen. Dafür möchte mich ganz herzlich bedanken.

Ebenso wie bei den anderen beiden Büchern Strategisches  Geschäftsprozessmanagement und Business Analyse liegt dem Buch ein individueller Code bei, mit dem man sich das gesamte Buch als E-Book herunterladen kann.

Aber nun zum Inhalt

Im ersten Kapitel, der Einleitung, wird der Leser auf die Grundzüge des Enterprise Architecture Management eingestimmt. Im Wesentlichen wird aufgezeigt, wer die Zielgruppe dieses Buches ist, wie es aufgebaut und gegliedert ist und welchen Nutzen man aus diesem Buch ziehen kann.

Das zweite Kapitel erläutert in einem Leitfaden für den CIO die wesentlichen Grundstrukturen das Enterprise Architecture Managements und den Nutzen, den man aus EAM ziehen kann.

Einen etwas größeren Raum innerhalb des zweiten Kapitels nimmt die Einführung von EAM ein. Insbesondere wird auf eine agile Vorgehensweise bei der Einführung von EAM und den Aufwand sowie den Nutzen von ihr eingegangen. Das zweite Kapitel schließt mit einem Argumentationsleitfaden für Enterprise Architecture Management ab.

Hier liegt, so meine persönliche Erfahrung, auch immer das Problem begründet. In den seltensten Fällen wir die IT als ein Treiber für agiles unternehmerisches Vorgehen gesehen, sondern fast immer als eine Art „Kostenblock“, den es zu minimieren gilt.

Diese Problematik greift das Buch an verschiedenen Stellen auf und gibt sehr gute und eingängige Argumentationshilfen, warum es Sinn macht, die IT als einen „Befähiger künftiger Wettbewerbsvorteile“ zu sehen. Dieser kulturelle Unterschied im Denken muß in den Köpfen des Managements erst einmal richtig ankommen. Und genau dafür bietet das Buch echte Hilfe an.

Mit den richtigen Visualisierungen die Entscheider überzeugen

Das zentrale Kapitel des Buches in der Preis Architecture Management von Inge Hanschke ist das dritte Kapitel.

Im dritten Kapitel werden die Enterprise Architecture Management Best-Practices genau vorgestellt.

Neben einer Einordnungsabgrenzung werden die einzelnen Bestandteile einer Best-Practice Lösung vorgestellt und in einem umfassenden zentralen Teil des dritten Kapitels die einzelnen Visualisierungsmöglichkeiten dargestellt.

Gerade die Visualisierung gibt die Möglichkeit, komplexe IT-Zusammenhänge logisch zu erfassen und einfach zu verstehen. Besonders für Nutzergruppen, die nicht so nah an der IT selbst sind aber oft eine erhebliche Entscheidungskompetenz haben.

Zu diesen Visualisierungsmöglichkeiten gehören

  • das fachliche Domänenmodell
  • die Blue Print Grafik
  • die Bebauungsplan Grafik
  • die Portfolio Grafik
  • die IT Roadmap Grafik

und viele weitere.

Die Autorin Inge Hanschke geht sehr intensiv und eindringlich darauf ein, dass Enterprise Architecture Management keine Managementmethode für sich selbst, sondern für das Unternehmens ist.

Hierbei geht sie besonders auf den Informationsbedarf der IT-Kunde (also der sogenannten Stakeholder) ein und warnt eindringlich davor, übertriebene Erwartungen durch anfangs falsch gewählte Detailtiefen zu wecken. Verzetteln stellt den sicheren Tod des zarten Pflänzchens Enterprise Architecture Management dar.

Erfahrungsgemäß ist es deutlich sinnvoller auf einem hohen Aggregationsniveau relativ abstrakt zu beginnen und sich Schritt für Schritt weiter in die Tiefen der einzelnen Systeme vor zu arbeiten (Top-Down vs. Bottom-Up). Wichtig ist es in einem ersten Schritt den großen Überblick über die Gesamtheit der IT Landschaft zu gewinnen. Gerade hier leistet Enterprise Architecture Management kombiniert mit dem Schritt für Schritt Anleitungsbuch von Inge Hanschke eine herausragende Arbeit.

Neben den Visualisierungsmöglichkeiten legt das dritte Kapitel noch einen weiteren Schwerpunkt. Es handelt sich hierbei um die Enterprise Architecture Management Governance. Es werden die verschiedenen Reifegradmodelle, z.B. TOGAF, vorgestellt und die organisatorischen Aspekte der Governance genau erläutert. Ausführlich beschrieben werden hierbei auch die Rollen und die Gremien, dies bei der Einführung von ihr Unternehmen zu besetzen gilt.

Wir schneiden die Firma in Scheibchen…

Im vierten Kapitel werden die einzelnen Schichten und Ebenen der Unternehmensarchitektur vorgestellt. Diese beginnen bei der Geschäftsarchitektur, gehen über die Informationssystem-Architektur und die Technische Architektur bis hin zur Betriebsinfrastruktur Architektur.

Damit werden die wesentlichen Ebenen und ihre Funktion innerhalb des Enterprise Architecture Managements von Inge Hanschke kompakt und doch sehr verständlich im Buch dargestellt.

Die grafisch abgesetzten Empfehlungen und Informationskästen erleichtern auch hier, wie sonst überall im Buch, das Verständnis und die Arbeit am Thema.

Im fünften Kapitel werden die Einsatzszenarien von Enterprise Architecture Management der Reihe nach vorgestellt. Unterschieden wird hierbei zwischen dem Einsatz im operativen IT Management sowie dem Einsatz im strategischen IT Management. Anhand konkreter Beispiele, wie die Integration der IT Landschaft eines übernommenen oder fusionierten Unternehmens, geben ein eindeutiges Bild von der Komplexität und den Zusammenhängen der jeweiligen Methode.

Das sechste Kapitel schließt das Buch inhaltlich mit den Schritt für Schritt Anleitungen ab. Mit sehr gut gemachten Übersichtstabellen und einem durchdachten Prozessablauf zeigt Inge Hanschke einmal mehr auf, wie Enterprise Architecture Management ohne große Streuverluste im Unternehmen der gewinnbringend eingesetzt kann.

Das umfangreiche Glossar, und die sehr aktuelle Literaturliste runden das gesamte Werk sehr schön ab.

Zusammenfassung und Fazit zum Buch Enterprise Architecture Management

Das Buch richtet sich ganz eindeutig an eine Lesergruppe, die bereits sehr IT affin arbeitet.

Ich selbst komme aus der Business Seite und hatte daher mit den beiden anderen Büchern, Strategisches Prozessmanagement und Businessanalyse eindeutig ein leichteres Spiel als beim Enterprise Architecture Management.

Es ist also nicht unbedingt leicht verdauliche Kost, die man schnell nebenbei liest.

Nichtsdestotrotz hat sich Frau Hanschke außerordentlich bemüht, fachfremden Personen die Möglichkeit des Nutzens von Enterprise Architecture Management an konkreten Beispielen näher zu bringen.

Schön wäre es gewesen, wenn das didaktisch wertvolle Konzept aus dem Buch Business Analyse aufgegriffen worden wäre. So hätte man die Einführung und das Durchspielen des Enterprise Architecture Managements als Projekt an einem durchgängigen Fallbeispiel aufzeigen können.

Vielleicht wird das Fallbeispiel aus dem Buch Business Analyse einmal als durchgängiges Fallbeispiel für alle drei Bücher verwendet. Wünschenswert wäre es.

Vermutlich hätte Frau Hanschke so noch weitere Lesergruppen erreichen können. Ich persönlich bereue jedoch keine Sekunde, das Buch gelesen zu haben, da ich mir eine gewisse Mühe für das erste Einarbeiten in fachfremde Themen zumute.

Im deutschsprachigen Raum gibt es vermutlich nur wenige Bücher über Enterprise Architecture Management, die so verständlich und eingängig dieses komplexe Thema aufbereiten und dem Leser näher bringen. Ich persönlich konnte aus dem Buch viel lernen und mitnehmen. Verglichen daran vergebe ich sehr gerne fünf von fünf Sternen.

Es grüßt aus Bayreuth,
Axel Schröder

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