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Buchrezension 📙 Strategisches Prozessmanagement – einfach und effektiv von Inge Hanschke und Rainer Lorenz

Strategisches Prozessmanagement

Grundlegendes zum Buch Strategisches Prozessmanagement

Nachdem ich vom ersten Buch von Inge Hanschke, Business  Analyse, so sehr begeistert war, wollte ich unbedingt auch ihr zweites Buch Strategisches Prozessmanagement – einfach und effektiv lesen. Dankenswerterweise hat mir der Hanser Verlag ein Rezensionsexemplar kostenlos überlassen, so dass ich über die Sommerferien genügend Lesestoff hatte.

Das Buch kostet 34,90 €, hat einen broschierten Einband und die gewohnt gute Bindung aus dem Hanser Verlag. Es umfasst insgesamt 240 Seiten, wobei davon 30 Seiten ein umfangreiches Glossar und ein sehr gut zu verwendendes Literaturverzeichnis sind.

Diesem Buch liegt ebenfalls ein persönlicher Code bei, mit dem man exklusiv und kostenlos das gesamte Buch als E-Book herunterladen kann. So hat man die Möglichkeit, auf seinem E-Book Reader das Buch z.B. auf einer Dienstreise im Zug zu lesen.

Gliederung des Buches Strategisches Prozessmanagement

Gegliedert ist das Buch in sechs Kapitel. Die Einleitung umfasst sieben Seiten. Sie beinhaltet grundlegende Aussagen zur Zielgruppe und zur Verwendung des Buches. Ebenso wird die Abgrenzung von anderen Themenbereichen und der weiterführenden Literatur zur Vertiefung und Ergänzung vermittelt.

Kapitel 2

Das zweite Kapitel umfasst 65 Seiten und beschäftigt sich mit dem strategischen Prozessmanagement in seiner Methodik und den jeweiligen Teildisziplinen.

Am Anfang dieses Kapitels werden die Grundlagen und die Abgrenzung des strategischen Prozessmanagements zu allen anderen, teilweise verwandten Disziplinen erklärt.

Ausführlich nimmt sich Frau Hanschke Zeit, die verschiedenen Begriffe aus dem strategischen Prozessmanagement klar zu unterscheiden und anschaulich zu erläutern. Zu diesen Begriffen gehören z.B der Geschäftsprozess,  die Kernkompetenz und der Kernprozess, die Wertschöpfungskette und das Unternehmensprozessmanagement.

Zahlreiche Infokästen bieten eine leichte Orientierung und stellen wichtige Definitionen oder grundsätzliche Infos gut sichtbar im Buch dar.

Besonders gut hat mir gefallen, dass bereits im zweiten Kapitel sehr umfangreich auf die verschiedenen Rollen und Gremien im Prozessmanagement eingegangen wird. Mit einem sehr einsichtigen Diagramm werden die fünf Ausbaustufen des strategischen Prozessmanagements anschaulich dargestellt.

Dies dürfte für viele Gespräche bei der Einführung eines strategischen Prozessmanagements sehr hilfreich sein.

Eines der großen Problemen der betrieblichen Praxis ist es regelmäßig, dass strategische Prozessmanagement tatsächlich im Unternehmen einzuführen und fest zu verankern.

Hierfür bietet Frau Hanschke in Ihrem Buch Strategisches Prozessmanagement einen eigenen Unterabschnitt an. In diesem wird die Einführung des strategischen Prozessmanagements Schritt für Schritt erläutert. Ebenso werden die Voraussetzungen sowie der Aufbau der Schnittstellen im Unternehmen herausgearbeitet.

Grundlegend ist die Vorgehensweise von Frau Hanschke, sich bei der Einführung des strategischen Prozessmanagements nicht zu verzetteln und schnell erste Ergebnisse zu liefern, absolut richtig. Sie deckt sich mit den Erfahrungen aus meiner eigenen Beratungspraxis.

Kapitel 3

Das dritte Kapitel erläutert dem Leser, welche verschiedenen Ergebnistypen es im strategischen Prozessmanagement gibt.

Vorgestellt werden unter anderen folgende Ergebnistypen:

  • das Operational Model
  • das fachliche Referenzmodell
  • die Prozesslandkarte
  • die Swimmlane Diagramme
  • der Masterplan
  • die Impact-Matrix
  • die Bewertungsmatrix

Ich empfand es als sehr gut gelungen, dass die Verzahnung der Ergebnistypen zueinander neben der bloße Vorstellung genauso Beachtung gefunden hat.

So stellt sich dem Leser sehr schnell ein deutliches Bild von der Vorgehensweise dar. Von oben wird Top-Down mit dem Geschäftsmodell und dem Operational Model die Basis geschaffen.. Über das fachliche Referenzmodell oder eine Prozesslandkarte wird diese dann weiterverfeinert.

Die einzelnen Ergebnistypen stehen damit nicht unverbunden nebeneinander, sondern Frau Hanschke gelingt es, sie mit einander logisch in Beziehung zu setzen. Damit ergibt 1 und 1 nicht 2, sondern 3, weil der Mehrwert der Verzahnung deutlich höher ist, als die Summe der Einzelteile.

Erreicht wird dies durch geschicktes Ableiten von Informationen und deren Rekombination zu neuen Inhalten.

Kapitel 4

Im vierten Kapitel geht es um den Aufbau der Basisdokumentation des Prozessmanagement Reporting. Hierbei werden die einzelnen Ansätze Top-Down und Bottom-Up vorgestellt und schön herausgearbeitet, wie wichtig es ist, von Anfang an ein gutes Reporting aufzubauen.

Nur mit einem gut funktionierenden Reporting werden Sie die verschiedenen Interessensgruppen in Ihrem Unternehmen vom Sinn und Nutzen des Prozessmanagements überzeugen können.

Quantitative Analysen sind heutzutage leider immer noch das Mittel der Wahl, wenn es darum geht, bestimmte Veränderungen herbeizuführen.

Qualitativer Mehrwert und Nutzen, der sich beim strategischen Prozessmanagement selbstverständlich immer einstellt, aber nur ungenau messbar ist bzw. nur ungenau mit Zahlen beschreibbar ist, findet selten die notwendige Beachtung in Anbetracht der tatsächlichen Bedeutung.

Kapitel 5

Das fünfte Kapitel widmet sich dem Ausbau des strategischen Prozessmanagements.

Hier zeigt Frau Hanschke mit sehr guten Beispielen, wie der Reihe nach die Basisdokumentation zur Aufwandsreduzierung für die Projektverwaltung beiträgt und wie Änderungsbedarf an den Geschäftsprozessen erkannt und identifiziert werden kann.

Hierfür nutzt sie immer wieder die verschiedenen in den folgenden Kapiteln dargestellten Ergebnistypen. So bekommt man auch sehr schnell einen Eindruck, für was die einzelnen Ergebnistypen im strategischen Prozessmanagement am sinnvollsten zu verwenden sind.

Kapitel 6

Das sechste Kapitel behandelt das Thema Business Capability Management und hier insbesondere die Business Capability Map.

Über das Thema Business Capabilities wird derzeit im Kontext agiler Methoden sehr intensiv diskutiert. Ich persönlich stehe dem Konzept jedoch mit einiger Skepsis gegenüber.

Selbstverständlich sehe ich die Vorteile von Business Capabilities, da diese im Vergleich zu Prozeßlandkarten und zu Prozessen erheblich stabiler sind.

Andererseits befinden sich die Business Capabilities auf einem noch höheren Abstraktionsniveau als die klassische Prozesslandkarte.  Damit sind sie nach meiner persönlichen Meinung noch weiter von der realen Wertschöpfung des Unternehmens entfernt.

Die Mehrzahl der Unternehmen in Deutschland bezeichnen schon die Prozesslandkarte als abstrakt und praxisfern. Wer schon die Prozesslandkarte nicht in sein strategisches Prozessmanagement einführen will, wird die Capability Map erst recht verwerfen.

Dennoch hat sich Frau Hanschke nach meiner Auffassung sehr bemüht, das Thema Business Capability Management verständlich dem interessierten Leser darzustellen.

Beim Lesen Ihre Ausführungen wird man tatsächlich neugierig auf das derzeit hochaktuelle Thema. Die Verzahnung des Business Capability Managements mit den Methoden des Enterpreis Architecture Managements weckt ebenfalls Interesse.

Zusammenfassung und Fazit zum Buch Strategisches Prozessmanagement von Inge Hanschke und Rainer Lorenz

Ich finde das Buch inhaltlich äußerst gut gelungen. Durch die Vielzahl der Abbildungen und Diagramme sowie deren Verzahnung in der Darstellung schaffen es die beiden Autoren, ein sehr abstraktes Thema auch einem Neueinsteiger näher zu bringen.

Hierfür verdienen die beiden Autoren sehr großes Lob. Gerade die Vernetzung zwischen den einzelnen methodischen Ansätzen und den Ausprägungen der Ergebnistypen ist in dem Buch durchweg gut gelungen.

Im Buch Business Analyse wird das ganze Thema an einem durchgängigen Beispiel durchgespielt. Wäre die Einführung des strategischen Prozessmanagements ebenfalls an einem solchen Beispiel erklärt worden, hätte das Buch sicherlich noch einmal deutlich gewonnen und wäre für mich der Standard zum Thema.

Vielleicht greifen die beiden Autoren Inge Hanschke und Rainer Lorenz diese außerordentlich erfolgreiche Darstellung aus dem Buch Business Analyse auf und übertragen es in das Buch Strategisches Prozessmanagement.

Insgesamt ist das Buch in äußerst lesenswertes Buch in dem ich immer wieder blättere und einzelne Aspekte nachschlage und vertiefe.

Ich vergebe 5 von 5 Sternen!

Es grüßt aus Bayreuth,
Axel Schröder

 

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