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EPK und BPMN 2.0 – der Weg zur Prozesssprache

Prozesssprachen © Rawpixel
Eine Ereignisgesteuerte Prozesskette (EPK) und Prozesse allgemein müssen visualisiert (modelliert) werden, um Prozessstandardisierung zu erreichen. Dies bildet die Grundlage für die Implementierung und Automatisierung effektiver und effizienter Prozesse. Informationstechnologie und Wirtschaft haben sich schon früh mit der Visualisierung von Abläufen beschäftigt und sogenannte Prozessmodellierungssprachen wie die EPK entwickelt. In diesem Beitrag beleuchten wir Prozesssprachen und geben einen Rückblick auf 8 Jahre BPMN 2.0.

Welche Sprachen zur Darstellung von Prozessen gab und gibt es?

Das Prozessmanagement hat einige Sprachen und Systeme zur Modellierung hervorgebracht. Wie Sie Daten und Informationen in Elemente und Symbole im Lauf der Jahrzehnte umwandeln konnten, können Sie an folgender Modell-Liste nachverfolgen:

  • Petrie-Netz (Carl Adam Petrie 1962)
  • Datenflussdiagramm (Tom DeMarco 1979)
  • WKD = Wertschöpfungskettendiagramm (Michael Porter 1985)
  • EPK = ereignisgesteuerte Prozesskette (August Wilhelm Scheer 1992)
  • UML = Unified Modeling Language (ab 1995)
  • BPMN = Business Process Modeling Notation (Stephen A. White 2002)

Um hier nur kurz die bekanntesten Sprachen zu nennen. Die Fortführung von BMPN in BPMN 2.0 hat 2011 für einiges Aufsehen gesorgt, da die Prozesssprache deutlich detaillierter wurde. Allen Modellsprachen gemein ist die Zielsetzung, Prozesse in ihrer Beschreibung zu vereinheitlichen durch den Gebrauch einer „Unified Modeling Language“.

Häufig genutzte Modellierung von BPMN, UML und EPK/eEPK

Die am häufigsten genutzten Prozessmodellierungssprachen sind UML, EPK und BPMN. Einerseits in der Softwareentwicklung = UML, im ERP(SAP)-Umfeld = EPK oder eben in der Realisierung von Workflows = BPMN.

Prozesssprachen für jede Dokumentation

Prozesssprachen für jede Dokumentation

BPMN 2.0

Im Januar 2011 wurde von der OMG BPMN 2.0 offiziell verabschiedet und bereits in vielen Modellierungswerkzeugen aufgenommen.

  • Wo geht nun die Reise hin?
  • Auf welche Notation soll man sich fokussieren?
  • Welche Prozessbeschreibungssprache wird in der Zukunft maßgeblich zum Einsatz kommen?

Bei allem Hype um BPMN 2.0, ist gerade auch die EPK bzw. eEPK (erweiterte Ereignisgesteuerte Prozesskette) weiterhin häufig anzutreffen und wird für die Visualisierung von Geschäftsprozessen intensiv genutzt.

Unternehmen, die sich auf den BPM-Weg machen, stehen vor der Frage der einzusetzenden Prozessmodellierungssprache.

  • Wer möchte heute hunderte oder noch mehr Geschäftsprozesse modellieren, viel Zeit investieren, um dann diese Modelle später in eine andere (neue) Notation überführen?

Genauso geht es heute vielen Unternehmen die Geschäftsprozesse z.B. in Form der EPK modelliert haben.

  • Sollen diese Modelle nun in BPMN 2.0 überführt werden?

BPMN 2.0 statt etablierter EPK?

Allzu oft haben wir in der Vergangenheit erleben dürfen, dass ein ausgerufener de facto Standard in der Versenkung verschwunden ist. Rechtfertigt eine Innovation den hohen Aufwand einer Überführung in eine andere Notation? Der Wunsch gleich zu Beginn auf das „Richtige“ zu setzen, ist gut nachvollziehbar.

Natürlich haben viele Anbieter von Prozessmodellierungstools Import- oder Migrationsfunktionen bestehender Prozessmodelle im Portfolio. Dennoch müssen wir hier auch einen realistischen Blick auf die Leistungsfähigkeit solcher Funktionalitäten werfen.

Bei einfachen Modellen kann dies gut funktionieren, je komplexer jedoch die Prozessmodelle werden, je schwieriger wird so eine Migration. Im Anschluss wartet oft sehr viel manueller Nachbearbeitungsaufwand.

  • Was also tun?

Dem Hype folgen oder auf Altbewährtes setzen. Diese Frage muss letztendlich jeder selbst für sich beantworten. Ein erster Schritt ist es, über den Zweck der Prozessmodelle nachzudenken. Über diesen Ansatz finden Sie leichter einen Einstieg in das Feld von Prozessmanagement und ereignisgesteuerte Prozessketten.

  • Welche Prozessmodellierungssprache hat das Potential in der Zukunft Prozesse zu automatisieren?

Damit definiert sich das Ziel: Standardisierung und Automatisierung von Geschäftsprozessen – und rechtfertigt all die Bemühungen!

Was sind die Elemente und Funktionen der Prozesssprachen?

Ein Geschäftsprozess soll in sinnvolle Einheiten und Operatoren zerlegt werden. Verbunden werden die Ereignisse durch Funktionen nach dem Notations-Katalog je nach Sprache. Die unterschiedlichen Sprachen eignen sich besser für unterschiedliche Aufgabenfelder, weswegen wir ein allgemeines Beispiel durch EPK, UML und BPMN darstellen.

EPK

Eine Ereignisgesteuerte Prozesskette (EPK)  baut sich vom Startereignis auf, geht über eine Funktion (Prozess), verbunden durch Konnektoren zum Schlussereignis. Informationsobjekte werden dem der Prozesskette zur Seite gestellt und beinhalten Dokumente, Dateien etc. Zusätzlich gibt es die Organisationseinheiten, wie Operatoren, die zuständig für die Funktion sind.

EPK Beispiel

EPK Beispiel

UML (vereinfacht)

Besonders die Softwareentwicklung schlägt sich in der UML durch und zeigt die enge Verknüpfung zur Wirtschaftsinformatik. Aktivitäten sind die Graphen, die ein Modell beschreiben. Aktionen definieren einzelne Prozessschritte und Anwendungsfälle sind Möglichkeiten der Handlungsanweisung. Akteure sind die handelnden Personen in dem System. Interaktionen beschreiben die Art der Handlung.

UML Beispiel

UML Beispiel

BPMN 2.0

Zwischen Start Ereignis und End Ereignis ist eine Abfolge von Aktivitäten, die durch Pfeile verbunden werden und durch Gateways gesteuert. In einem Pool werden handelnde Personen in ihrem Ereignishorizont dargestellt.

BPMN 2.0 Beispiel

BPMN 2.0 Beispiel

Zusammenfassung Prozesssprachen, BPMN und EPK

Wie Sie sehen, können mit unterschiedlichen Prozesssprachen unterschiedliche Ziele im Management erreicht werden. Je nachdem, ob es sich um eine Prozesskette mit klaren Ereignissen und Funktionen handelt oder ein komplexes Ablaufmodell. Der Sinn hinter jeder Prozesssprache ist die einheitliche und allgemeinverständliche Darstellung der Prozessstruktur mit der Funktion, eine Standardisierung zu ermöglichen. Je klarer der Prozess in seiner Funktion erfasst ist, desto leichter werden Umstellungen in der Modellierung, in der Ausführung und auch in der Projektarbeit.

Mit besten Grüßen

Axel Schröder

Bildquelle: fotolia, © Rawpixel.com

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