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Die Rollen eines Unternehmers und seine Aufgaben

Rollen und Aufgaben des Unternehmers © Georgijevic

Welche Rollen und Aufgaben eines Unternehmers fallen Ihnen aus Ihrem Alltag ein? Wir reden zuerst von den großen Einheiten, dann erst von den typischen täglichen Aufgaben. Deswegen wollen wir Sie in diesem Beitrag anregen, über Ihre Position nachzudenken und auch die Auswirkungen, die eine falsche Verteilung der Rollen eines Unternehmers für Ihren Betrieb haben kann.

Die drei Rollen in der Unternehmensführung

Viele Unternehmen werden heutzutage doch auf ähnliche Art gegründet: Sie und ein, zwei Kollegen oder Freunde haben eine Idee! Sie schreiben einen Businessplan, werben bei Partnern und Kunden für Ihre Idee und gründen schließlich Ihren Betrieb. Ab diesem Zeitpunkt sind Sie dann verantwortlich für Ihre Unternehmensführung. In Ihrer Person vereinen Sie dabei gleichzeitig die drei wichtigen Rollen im Betrieb: die Fachkraft, der Manager und der Inhaber. Jede Rolle ist deshalb wichtig für den Erfolg der Unternehmensführung.

Denn diese drei Rollen existieren in jedem Unternehmen! Sie können unterschiedlich ausgeprägt sein, ihre Analyse hilft Ihrer aktuellen betrieblichen Situation jedoch enorm weiter. Jede dieser Rollen hat Ihre spezifischen Aufgaben und ist deshalb für ein erfolgreiches Unternehmen notwendig. Dabei ist es nicht möglich, ein Unternehmen zu führen und eine der drei Rollen „wegzulassen“. Bei Vernachlässigung droht schließlich ein betriebliches Ungleichgewicht und im schlimmsten Fall Misswirtschaft. Was zeichnet diese Rollen aber genau aus?

Die Aufgaben und Rollen des Unternehmers
Die Aufgaben und Rollen des Unternehmers

Fachkraft die grundlegende Rolle des Unternehmers

Die erste Rolle eines Unternehmers ist gewöhnlich die Fachkraft. Denn Ihre Fertigkeit als Fachkraft hat Sie zur Gründung veranlasst! Schließlich wissen Sie, was die Kunden wollen und setzen das in erstklassiger Qualität um. Sie arbeiten deswegen viel und hart, um die Aufträge und Anliegen der Kunden abzuarbeiten. Die Entwicklung Ihrer Fertigkeiten hat zur Gründung geführt, jetzt können Sie Ihr Wissen an Mitarbeiter und Auszubildende weitergeben.

Jeder Friseurmeister, Schreinermeister, Metzgermeister, Rechtsanwalt oder Hausarzt kennt diese Situation: Die Leistungserbringung liegt in Ihrer Hand und dadurch in Ihrem Können. Sie schneiden die Haare, hobeln den Holzbalken, räuchern die Wurst, prüfen die Gesetzeslage oder diagnostizieren die Krankheit. All das leisten Sie und haben mindestens kalkulatorisch Ihren festgelegten Stundenlohn.

Der Manager: Stützendes Gerüst der Unternehmensführung

Sie müssen Ihre weiteren Aufgaben des Unternehmers nicht als Management bezeichnen – passend wäre es allerdings! Schichtplanung, Organisation von Terminen und verschiedene Aufgaben der Mitarbeiterführung fallen dieser Rolle eines Unternehmers zu. Ein Paradebeispiel für die Führungsaufgaben sind die Gespräche mit Ihrer Bank und die Erstellung des Jahresabschlusses mit Ihrem Steuerberater. Auch der Return on Invest, also das Verhältnis von Investitionen zum erzielten Gewinn gehört zu diesem Aufgabengebiet.

Sie kümmern sich um die Organisation des täglichen Geschäfts. Sie führen Ihre Mitarbeiter, optimieren Geschäftsprozesse und kontrollieren deren Entwicklung. Der Geschäftsführer einer GmbH ist der bekannteste Manager im Betrieb und muss mitnichten ständig im Anzug herumlaufen. Ihnen steht für diese Tätigkeit ein angemessenes Geschäftsführungs-Gehalt zu, das Sie im Budgetplan veranschlagen. Eine weitere Möglichkeit ist es, wie es verschiedene Betriebe handhaben, einen Geschäftsführer anzustellen, der sich um die Organisation kümmert.

Der Inhaber als Rolle des Unternehmers: Ideengeber der Unternehmensführung

Als Inhaber eines Unternehmens arbeiten Sie am langfristigen Überleben Ihrer Firma. Sie beobachten die Entwicklung von Märkten und Trends, sie führen Konkurrenzanalysen durch und finden Chancen für gute Gewinne. Marketing und Inhalte Ihrer Produkte-Palette sind die Grundlagen dieser Aufgabe.

Sie arbeiten am Geschäftsmodell und an der Strategie. Als Inhaber eines Unternehmens erhalten Sie kein Gehalt an sich, sondern eine Rendite auf Ihr eingesetztes Kapital, in vielen kleineren Betrieben wird das mit Privatentnahmen abgedeckt.

Rollen des Unternehmers
Rollen des Unternehmers

Welche Aufgaben verfolgen diese drei Rollen des Unternehmers genau?

Losgelöst von dieser ersten Einordnung gehen wir in die genauere Betrachtung der Aufgaben und teilen sie in die Bereiche Wissen – Organisation – Perspektive ein. Schließlich ist jede Ihrer Jobbeschreibungen Teil dieser Dimensionen und braucht dementsprechend auch Zeit und Raum, beispielsweise mit Selbstmanagement und der richtigen Unternehmenskultur für zuverlässige Abläufe.

Das Wissen als elementarer Bestandteil der Rollen eines Unternehmers

Als Fachkraft wissen Sie, wie Sie die Maschine bedienen, das Werkzeug halten und welches Material das Richtige ist. Die Manager-Rolle weiß dagegen, für welche Zeiten im Jahr die Urlaubssperre nötig ist. Als Inhaber ist Ihnen zusätzlich klar, dass Sie ohne Hilfsmittel zur Analyse nicht an der Strategie arbeiten können.

Alle Rollen des Unternehmers brauchen daher das nötige Wissen, um mit den Aufgaben zurecht zu kommen. Wenn Sie Ihr Wissen als Fachkraft weitergeben, schaffen Sie sich Raum für Ihre anderen Bereiche. Bleiben Sie dagegen die beste Fachkraft im Betrieb, verhindern Sie effektives Lernen Ihrer Mitarbeiter und vernachlässigen früher oder später Organisation und Strategie. Sind Sie vielleicht als Manager in einen Betrieb eingestiegen und holen sich kein Wissen aus dem operativen Team, fallen Anpassung und Marktfähigkeit aus dem Rahmen. Bleibt keine Zeit für die dritte Rolles des Unternehmers fahren Sie in stürmischer See ohne Leuchtturm auf das nächste Riff auf. Sorgen Sie daher dafür, dass die notwendige Zeit und das wichtige Wissen aller drei Aufgabenbereiche zusammenkommen, um langfristig die richtigen Entscheidungen zu treffen.

Die Organisation sorgt für die richtigen Abläufe

Die Managerrolle des Unternehmers sorgt für die Effizienz in einem Unternehmen: Mitarbeiter werden entwickelt und eingeteilt, die Finanzen sind unter Kontrolle und das operative Geschäft kann laufen. Damit das funktioniert, braucht es Zeiträume, die für die Organisation vorbehalten sind. Rechtzeitig und mit kurz- beziehungsweise mittelfristigen Weitblick behalten Sie den Überblick und sorgen für notwendige Anpassungen.

Für die richtigen Ideen sorgen dabei die Kreativitätstechniken, auch für Maßnahmen gegen den allseits bekannten Fachkräftemangel, zum Beispiel mit Arbeit am Employer-Branding. Durch diese Tätigkeiten, für die Sie sich feste Termine freihalten sollten, steuern Sie als Manager Ihren Betrieb und können Tendenzen im Auge behalten oder Verbesserungen angehen.

Mit der richtigen Strategie sorgen Sie vor

Nimmt das Alltagsgeschäft mit Facharbeit und Organisation zu viel Zeit in Anspruch, begehen viele Unternehmer den Fehler und vernachlässigen ihre Inhaber-Rolle des Unternehmers. Da es sich hier um abstrakte oder langfristige Entscheidungen handelt, geraten diese schnell ins Hintertreffen. Oder salopp gesagt: Wenn es brennt, macht keiner erst eine Brandschutzübung. Was passiert aber, wenn Sie den Strategie-Bereich hintenanstellen? Stellen Sie sich jetzt die Frage, wo Sie in fünf, zehn oder fünfzehn Jahren stehen wollen, persönlich und mit Ihrem Betrieb. Wollen Sie wachsen, brauchen Sie ein verbindendes Leitbild, um Ziele im gesamten Team festzulegen. Vertrauen Sie Ihren Mitarbeitern oder neigen Sie viel zum Micromanagement? Sie planen langsam Ihren Austritt aus dem operativen Geschäft oder sogar die Nachfolge, dann brauchen Sie eine Übersicht über den Unternehmenswert und einen Plan. Fehlt das, werden Sie ihre Ziele nicht erreichen. Als Inhaber arbeiten Sie schließlich am Wertzuwachs, ganz gleich, welche Strategie sie verfolgen.

Aufgabenbereiche
Aufgaben des Unternehmers

Was passiert mit den drei Rollen des Unternehmers im Laufe der Zeit?

Haben Sie Ihre Aufgaben des Unternehmers bisher so wahrgenommen? Die Definition der eigenen Arbeitsbereiche ist wichtig, um den Ansprüchen der Unternehmensführung gerecht zu werden. Aber in vielen Betrieben kennen wir diesen Verlauf:

Die Auftragslage steigt, Sie stellen mehr Mitarbeiter ein und müssen mehr organisieren. Bei der Gründung konnten Sie die drei Rollen ihn Ihrer Person vereinen. Mit steigendem Erfolg und betrieblichen Wachstum driften sie im Laufe der Zeit weiter auseinander. Man kann bei einem etablierten Unternehmen mit mehr als 10 Mitarbeitern als Inhaber nicht gleichzeitig „erste Fachkraft“ sein. Aufgaben aus den Rollen Manager und Inhaber gewinnen eigentlich an Bedeutung und sind wichtig für sichere Verhältnisse.

Allerdings springen Sie ein, packen mit an oder haben wichtiges Wissen in Ihrem Kopf. Ab einer gewissen Unternehmensgröße trennen sich schließlich die Rollen des Inhabers und des Managers oder eben auch nicht. Dann sind Sie Fachkraft, Manager und Inhaber für 20 Mitarbeiter, haben keine Strategie und nur noch bedingt den Überblick. Hier passieren Fehler, falsche Entscheidungen und Probleme bekommen schnell eine größere Dimension. Damit wären Sie kein Einzelfall, aber Sie sorgen gerade für mehr Wissen und eine klare Benennung der Problematik!

Deshalb ist es wichtig, dass Sie sich mit diesen drei Rollen des Unternehmers beschäftigen und sich Zeit für Ihre Aufgabenbereiche nehmen. Wir gehen nun die drei Perspektiven mit jeweiliger Zielsetzung durch:

Die grundlegende Unternehmeraufgabe: den Betrieb gut zu führen

Haben Sie diese Definition verschriftlicht und halten Sie sich daran? Was gehört zu einem gut geführten Unternehmen? Gute Arbeitsbedingungen? Eine starke Marktpräsenz oder doch eher eine eigene gut ausgefüllte Nische? Wenn Sie sich mit Ihrem Unternehmen bei sich selbst bewerben würden, wären Sie überzeugt, dass alles gut läuft? Neben Ihrem Fachwissen und der Organisation steigen mit der Zeit die weiteren Anforderungen: Teamleitung, Entwicklung von Führungskräften, Delegieren von Aufgaben und ein ordentlicher Wissenstransfer an den richtigen Stellen. Auch das Label „Chefsache“ ist wertvoll, aber nicht Alltag + Chefsache +Organisation + Strategie. Achten Sie deshalb auf Ihre Kapazitäten.

Die langfristige Perspektive: die passende Strategie entwickeln

Sie können auch ohne Strategie Ihr Unternehmen führen, allerdings geben Sie dann das Steuer ab und haben keine Kontrolle über die Zukunft. Ohne ein übergeordnetes Unternehmensgerüst bekommen Sie einzelne Tendenzen, eigene Gruppen bilden sich und dann geht es Ihnen wie vielen Unternehmern: Eine Korrektur durch Change Management wird ungleich schwerer und teurer. Regelmäßige Zeiten im Jahresrhythmus helfen jedem Unternehmen, sich zu positionieren, die richtigen Investitionen zu tätigen und klare Ziele zu setzen.

Die finanzielle Dimension: den Unternehmenswert steigern

Haben Sie sich Gedanken gemacht, was Sie sich an Geschäftsführer-Gehalt auszahlen und was genau an Rendite für Sie als Unternehmer hängen bleibt? Wie hat sich dazu der gesamte Unternehmenswert seit Gründung oder Übernahme entwickelt? Sind Sie zufrieden oder denken Sie sich eher, dass es besser sein könnte? Sinnvolle Investitionen sollten in der kurz-, mittel- und langfristigen Betrachtung immer bedacht und bestenfalls möglich sein. Damit ist es auch Ihre Aufgabe, den Unternehmenswert anwachsen zu lassen und die richtigen Strategien für eine erfolgreiche Zukunft zu finden.

Verhältnis der Aufgaben
Verhältnis der Aufgaben

Unsere Empfehlung für Ihren Umgang mit den Rollen des Unternehmers

Haben Sie sich in diesen Aufgaben und Rollen wiedergefunden? Eine allgemeine Empfehlung zum notwendigen Zeitaufwand der drei Rollen können wir nicht geben, da sich diese mit der Zeit wandeln. In einem ersten Schritt raten wir Ihnen, den Ist-Zustand Ihres Betriebs festzuhalten, mit einer Einschätzung der Unternehmensphase und dem Umfang der eigenen Tätigkeiten. Mit Betriebsgröße und Vernetzung werden die Rollen des Managers und des Inhabers mehr und mehr vorrangig und die Aufgaben der Fachkraft gehen bestenfalls in höherem Maße an vertraute Mitarbeiter. Sind organisatorische und strategische Aufgaben eher im Rahmen von Bankgesprächen plötzlich Thema, brauchen diese Aufgabenbereiche im Alltag einen festen Platz. In einem kostenlosen Erstgespräch haben Sie die Möglichkeit, sich mit unserer Unterstützung ein klareres Bild zu machen und, wenn notwendig, gegenzusteuern.

Mit bestem Gruß aus Bayreuth

Johanna Pöhlmann

Bildquelle: Canva.com © Georgijevic