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DMAIC vs. PDCA – Wege der Problemlösung

DMAIC vs. PDCA © Latino Life

DMAIC und PDCA stehen für zwei Wege der Problemlösung. Jedes Unternehmen sollte sich Problemen und offenen Fragen stellen, damit sie nicht plötzlich eingeholt werden. Wir haben uns in diesem Artikel beide Methoden genauer angesehen und zeigen im direkten Vergleich, welche Vor- und Nachteile beide Herangehensweisen haben.

Gibt es sie wirklich – Unterschiede zwischen DMAIC und PDCA?

Oder handelt es sich dabei doch eigentlich um identische Vorgehensweisen und Problemlösungskonzepte? Dieser Fragestellung werden wir auf den Grund gehen und sehen, ob wir eine eindeutige Antwort finden können.

DMAIC und PDCA haben wir Ihnen bereits in anderen Artikeln, zum Thema Lean Management und Six Sigma, aufbereitet. Zu Erinnerung – hier die Erläuterungen der Abkürzungen: 

Define-Measure-Analyse-Improve-Control:

DMAIC beschreibt die folgenden fünf Phasen:

  • Define – Definieren
  • Measure – Messen
  • Analyse – Analysieren
  • Improve – Durchführen
  • Control – Kontrolle

Ohne eine aussagekräftige Basis können keine Maßnahmen ergriffen werden und Verbesserungen erzielt. Die klare Definition ermöglicht es, Messungen vorzunehmen und zu analysieren. Daraus entsteht eine Veränderung, die kontrolliert wird.

Plan-Do-Check-Act

PDCA hat hingegen nur vier Phasen, wobei es sich hierbei um folgende handelt:

  • Plan – Planen
  • Do – Umsetzen
  • Check – Kontrolle
  • Act – Durchführen und Handeln

Ohne Planung kann keine Maßnahme ergriffen werden. Durch Kontrolle bekommt die Verbesserung eine Richtung und kann optimiert ausgeführt werden.

Die genaue Phasen-Erklärungen finden Sie zu DMAIC hier und für PDCA in diesem Artikel. Heute stehen beide Methoden im Vergleichs-Scheinwerfer.

Die Gemeinsamkeiten / Ähnlichkeiten

DMAIC – der Zyklus aus dem Six Sigma Management – basiert auf dem von Deming stammenden PDCA cycle. Da PDCA im Jahre 1950 entwickelt wurde, ist er 30 Jahre älter als der DMAIC Zyklus.

Eine umfassende Gemeinsamkeit besteht darin, dass beide systematisch an ein Problem herantreten, um es schrittweise zu lösen. Dies wird durch die unterschiedlichen Phasen schön deutlich. Beide durchlaufen verschiedene Phasen, welche sich namenstechnisch voneinander abgrenzen, inhaltlich aber beide größtenteils die gleichen Aufgaben beinhalten. Um ein Problem zu lösen, können auch unterstützende Tools verwendet werden, um die Probleme in Angriff zu nehmen.

Die beiden Zyklen lassen sich wie folgt in ihren Phasen zusammenfassen. Nehme man an, dass Define, Measure und Analyse für die Phase „Plan“ im PDCA Zyklus steht, ergibt sich für den Rest folgendes: Im PDCA Zyklus fällt unter den ersten Schritt „planen“, auch das Definieren, Messen und Analysieren verschiedenster Daten, um eine Verbesserung durchzuführen. Diese Abfolge wird im DMAIC cycle aufgespalten.

„Improve“ im DMAIC-Zyklus wäre das „Do“ im Lean Management. Für den Rest ergibt sich, dass „Control“ wie „Check“ behandelt wird und „Act“ keinen Gegenspieler hat. Fasst man also mehrere Phasen des Six Sigma Zyklus zusammen, kann man Gemeinsamkeiten herausfiltern.

Gemeinsamkeiten von DMAIC & PDCA

Gemeinsamkeiten von DMAIC & PDCA

 

Die Unterschiede

Der erste große Unterschied liegt hierin: PDCA liegt dem Lean Management zugrunde und hat seinen Schwerpunkt auf die Produktions- und Serviceprozesse eines Unternehmens ausgerichtet.

DMAIC gehört auch zum Lean Management, spezieller aber zu Six Sigma. Hier liegt der Fokus auf Qualitäts- und Kundenorientierung.

Obwohl beide die gleiche Herangehensweise verfolgen, wird diese unterschiedlich ausgeführt. Dies wird schon dadurch deutlich, dass es sich bei PDCA lediglich um vier, bei DMAIC allerdings um fünf Phasen handelt.

Kontinuität und Abfolge

Zudem handelt es sich bei dem Zyklus des Lean Managements um einen kontinuierlichen Ablauf. Das bedeutet, dass dieser niemals enden sollte und eine kontinuierliche Verbesserung stattfindet. Die Phasen wiederholen sich.

Bei dem Six Sigma Prozess, DMAIC wird ein übersichtlicher rein sequenzieller Projektablauf vorgesehen. Von Define bis Check unterscheidet sich die Abfolge vom PDCA Zyklus. Dieser hat zwar eine Abfolge, aber setzt sich grober zusammen. PDCA ist in sich verschachtelt und es kann zu sich wiederholenden Aufgaben innerhalb einer Phase kommen.

Zeitliche Unterschiede

Wir betrachten die zeitliche Dimension beider Zyklen: PDCA ist für kurze Projekte von einer Woche bis hin zu drei Monaten vorgesehen. Der DMAIC Zyklus eignet sich stattdessen für längere und komplexere Probleme und ist für Projekte von einem bis zu sechs Monaten geeignet.

Ein Tipp aus der Praxis: Wenn Sie länger für ein Projekt benötigen, sinkt die Erfolgsquote oder es wird in der Schublade vergessen.

Komplexität und Mitarbeit

Wenn ihr Unternehmen nach einer Lösung für ein Problem sucht, welches mehrere Fachbereiche betrifft, sollten Sie sich für den DMAIC Zyklus entscheiden. Dieser ist hierfür besser geeignet. Das erfordert einen Mehraufwand, um alle Mitarbeiter gemeinsam an einen Tisch zu bringen. Die investierte Zeit und Arbeit werden sich am Ende bei guter Planung auszahlen. Außerdem fällt es dem Team bei nächsten Projekten einfacher sich in den Ablauf einzufinden: Die Lösungsphase kann in Zukunft mit weniger Problemen angegangen werden.

DMAIC ist komplexer aufgebaut und arbeitet mit großen Datensätzen. Dies fällt beim anderen Zyklus sparsamer aus. Durch die vielen Daten benötigt es auch einer größeren Vorbereitung. DMAIC ist dadurch deutlich intensiver in der Vorbereitung (Define – Measure – Analyse).

Kaizen verfolgt die kontinuierliche Verbesserung (continuous improvement). Im PDCA Zyklus ist klar zu erkennen, dass nach der Kontrolle nochmals eine Umsetzung stattfindet. Das bedeutet, dass nicht erreichte Ziele bzw. noch immer auftretende Fehler behandelt werden müssen und an deren Behebung gearbeitet wird. Shopfloor Management und Gemba Walks sind eine ideale Möglichkeit, PDCA und DMAIC mit Praxiserfahrungen zu koppeln.

die Unterschiede – DMAIC vs. PDCA

die Unterschiede – DMAIC vs. PDCA

 

Fazit: Welche Methode sollte ich nun verfolgen?

Wie Sie sehen, kann man Unterschiede herausfiltern, schließlich gäbe es sonst überhaupt keine zwei Zyklen. Im Großen und Ganzen gibt es aber viele Überschneidungen, sodass man die Zyklen auch zusammenfassen könnte. Klar ist jedoch, dass beide das Ziel verfolgen kontinuierlich ihre Prozesse zu verbessern, um die Fehlervermeidung voranzutreiben und effizient zu wirtschaften.

Wenn Sie klar mit statistischen Kenngrößen arbeiten möchten, sollten Sie sich auf die Six Sigma Methode DMAIC berufen. Auch der von Deming gelegte PDCA cycle basiert auf mathematischen Ergebnissen, ist in seiner Umsetzung jedoch nicht so statistisch angelegt. DMAIC wird oftmals eher in großen Unternehmen mit mehreren Hierarchieebenen angewendet, während der PDCA Zyklus für weniger komplexe Problemlösungen geeignet ist.

Wichtig ist, dass Sie Probleme erkennen und an ihnen arbeiten und das werden Sie mit Hilfe beider Werkzeuge meistern!

Es grüßt aus Bayreuth

Axel Schröder

Bildquelle: Canva.com © Latino Life

 

Bonustipp zu den Problemlösungszyklen: Unser Lean-Superposter!

Vorschau Superposter DMAIC vs PDCA

Vorschau Superposter DMAIC vs PDCA

 

 

 

 

 

 

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