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Tipps zum AdA-Schein – Die Handlungsfelder

Ada-Schein Ausbildereigungsprüfung
AdA-Schein

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Eine Artikelserie über den Teil IV der Meisterprüfung, der „Berufs- und arbeitspädagogischen Prüfung“ (Ausbildereignungsprüfung)

2. Etappe: Die Handlungsfelder

Im ersten Teil der Artikelserie ging es um die Grundlagen für den Erwerb des AdA-Scheins. Nach diesem ersten Schritt auf dem Weg zur Ausbildereignungsprüfung werden im Folgenden die Inhalte der AEVO-Prüfung vorgestellt.

Der Aufbau der Kurse bei HWK und IHK kann sich in einzelnen Punkten unterscheiden, grundsätzlich vermitteln beide Institute die gleichen Inhalte auf Grundlage der AEVO.

Handlungsfeld 1: Ausbildungsvoraussetzungen prüfen und Ausbildung planen

Entsprechend der Vorgaben der AEVO und einer Verordnung des Hauptausschusses des Bundesinstituts für Berufsbildung sind die Unterrichtsinhalte für die Ausbildung der Ausbilder seit 2009 in vier sogenannte Handlungsfelder unterteilt.

Die AEVO formuliert die zu erwerbenden Qualifikationen als Kompetenzen, daher die Bezeichnung „Handlungsfeld“. Im ersten Handlungsfeld werden vor allem Grundlagen vermittelt:

  • Grundsätzliches: Ausbilder sollen in der Lage sein die Vorteile und den Nutzen der betrieblichen Ausbildung zu begründen. Sie kennen die Bedeutung der beruflichen Handlungskompetenz, also die Fähigkeit betriebliche Arbeit selbständig zu planen, durchzuführen und zu kontrollieren.
  • Planerische Fähigkeiten: Ziel ist, dass Ausbilder bei Planungen und Entscheidungen hinsichtlich des betrieblichen Ausbildungsbedarfs mitwirken können und tarifvertragliche, rechtliche und betriebliche Rahmenbedingungen kennen.
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    Sie können sich an der Auswahl von Ausbildungsberufen für den Betrieb beteiligen, fachlich qualifizierte Mitarbeiter in die Ausbildung einbeziehen und Ausbildung planen.
  • Strukturen des Berufsbildungssystems: Die Ausbilder lernen die Schnittstellen zwischen Berufsschule und Ausbildungsbetrieb, weitere Formen beruflicher Erstausbildung sowie verschiedene Möglichkeiten der Berufsvorbereitung kennen.
  • Voraussetzungen für betriebliche Ausbildung: Neben der fachlichen und persönlichen Eignung der Ausbilder, muss auch der Betrieb bestimmte Merkmale aufweisen um als Ausbildungsstätte zu gelten. Maßnahmen, einen Betrieb für die Ausbildung fit zu machen und für überbetriebliche Ausbildung werden aufgezeigt.

Mit dem Handlungsfeld 1 ist ein weiterer Schritt auf dem Weg zur AEVO-Prüfung geschafft. Die Ausbildung der Ausbilder hat bisher grundlegendes theoretisches Wissen vermittelt und startet jetzt in die erste Phase der Ausbildung:

Handlungsfeld 2: Ausbildung vorbereiten und bei der Einstellung von Auszubildenden mitwirken

Betriebliche Ausbildung bedarf einer sorgfältigen Vorbereitung und Planung. Im dualen Ausbildungssystem sind verschiedenste Einrichtungen an der Ausbildung beteiligt. Die Auszubildenden müssen in den Betrieb integriert und die Vorgaben der Ausbildungsordnung erfüllt werden. Das zweite Handlungsfeld widmet sich in erster Linie diesen Themen:

  • Erstellen eines betrieblichen Ausbildungsplans: Die Ausbilder lernen, unter Berücksichtigung der betrieblichen Voraussetzungen und Anforderungen an den Arbeits- und Geschäftsprozess einen Ausbildungsplan zu erstellen.
  • Einbeziehen der betrieblichen Interessensvertretungen: In diesem Abschnitt stehen die Möglichkeiten und Rechte der betrieblichen Interessenvertretung in der Berufsbildung im Mittelpunkt.
  • Kooperation mit Partnern: Die Zusammenarbeit der an der Ausbildung beteiligten Partner spielt eine große Rolle. Es wird erklärt, wie Netzwerke zu bilden und zu nutzen sind und wie die Lernkooperation zwischen Berufsschule und Betrieb sichergestellt werden kann.
  • Einstellen der Auszubildenden: Den Ausbildern wird vermittelt, wie sie sich an der Einstellung der Azubis beteiligen, Kriterien und Verfahren zur Auswahl unter Berücksichtigung der Verschiedenartigkeit anwenden und den Ausbildungsbewerbern berufliche Perspektiven aufzeigen können.
  • Ausbildungsverträge: Die wesentlichen Inhalte der Ausbildungsverträge werden ebenso dargelegt wie die Rechte und Pflichten der beiden Vertragspartner. Daneben lernt der Ausbilder wie der Ausbildungsvertrag in das Ausbildungsverzeichnis eingetragen und der Auszubildende in der Berufsschule angemeldet wird.
  • Überbetriebliche Ausbildung: Können Teile der Ausbildungsordnung nicht im Ausbildungsbetrieb durchgeführt werden, weiß der Ausbilder um die Möglichkeiten der überbetrieblichen Ausbildung und kann Maßnahmen hierzu einleiten.

Mit Abschluss des zweiten Handlungsfeldes sind alle Voraussetzungen für die betriebliche Ausbildung durchgenommen. Jetzt geht es in die dritte Runde:

Handlungsfeld 3: Ausbildung durchführen

Dieses Handlungsfeld beschäftigt sich mit der konkreten Durchführung der Ausbildung und macht den Hauptteil der Ausbildereignung aus. Den Ausbildern werden dabei ganz praktischen Fähigkeiten vermittelt:

  • Lernkultur und Lernbedingungen: Unter Berücksichtigung der individuellen Voraussetzungen der Auszubildenden können Ausbilder für lernförderliche Rahmenbedingen sorgen, Lern- und Arbeitstechniken vermitteln, Lernergebnisse überprüfen und motivierendes Feedback geben.
  • Probezeit: Die Probezeit wird inhaltlich und organisatorisch gestaltet, Ausbilder können Arbeitsaufgaben für diese Zeit festlegen und die Auszubildenden in dieser wichtigen Phase bewerten.
  • Arbeitsaufgaben entwickeln: Arbeitsaufgaben für Auszubildende müssen an die Arbeits- und Geschäftsprozesse des Ausbildungsbetriebes angepasst und Lernziele formuliert werden. Dabei sollen didaktische und methodische Prinzipien bei der Gestaltung der Arbeitsaufgaben berücksichtigt werden. Verschiedene Ausbildungsmethoden werden zielgruppengerecht und situationsspezifisch eingesetzt.
  • Lernschwierigkeiten: Hat ein Auszubildender Lernschwierigkeiten, können Ausbilder diese erkennen, Beratung und individuelle Hilfestellung anbieten und Fördermaßnahmen einleiten. Bei Bedarf kann ein Ausbilder ausbildungsbegleitende Hilfen (abH) organisieren oder eine Verlängerung der Ausbildungszeit erwirken.
  • Zusatzqualifikationen: Hat ein Auszubildender besondere Begabungen, können Ausbilder diesen fördern und Zusatzqualifikationen anbieten, bzw. eine Verkürzung der Ausbildungszeit veranlassen.
  • Soziale und persönliche Entwicklung von Auszubildenden: Auf diesen Bereich legt die AEVO besonders großen Wert. Ausbilder haben immer auch eine erzieherische Funktion und in dieser können Sie die Auszubildenden in ihrer persönlichen und sozialen Entwicklung unterstützen. Beispielsweise können sie mit den Azubis Kommunikationsfähigkeit und eine konstruktiven Umgang mit Konflikten trainieren. Ausbilder werden darin unterwiesen, unterschiedliche Kompetenzen von Auszubildenden zu nutzen und positiv zu stärken. Die Notwendigkeit interkulturellen Lernens wird herausgearbeitet.
  • Leistungsbeurteilung und Beurteilungsgespräche: Zu einer guten Ausbildung gehört auch ein gutes Feedback. Ausbildern wird gezeigt, wie Erfolgskontrollen durchzuführen sind, Auszubildende regelmäßig beurteilt werden und diese Beurteilungen in ein konstruktives Gespräch münden können.

Der größte Teil der Ausbildung für die Ausbilder ist geschafft. So ausgerüstet kann die Ausbildung kompetent durchgeführt werden. Das letzte Handlungsfeld widmet sich konsequenterweise dem erfolgreichen Abschluss.

Handlungsfeld 4: Ausbildung abschließen

Natürlich hat jede Ausbildung einen erfolgreichen Abschluss zum Ziel, um dem Azubi einen guten Start ins Berufsleben zu ermöglichen. Damit dies gelingt, erfährt der angehende Ausbilder in diesem Handlungsfeld, was für eine gelungene Prüfungsvorbereitung notwendig ist.

  • Vorbereitung auf die Abschluss- oder Gesellenprüfung: Anhand der Ausbildungsordnung wissen Ausbilder, worauf es bei der Zwischen- und Abschlussprüfung ankommt. Sie können den Azubis die Gliederungen der Prüfungen darlegen und Hilfen zur Prüfungsvorbereitung anbieten und sind in dem wichtigen Punkt geschult Prüfungsangst zu nehmen. Daneben werden die unterschiedlichen Prüfungsinstrumente erklärt, wie beispielsweise „Arbeitsprobe“, „Präsentation“ oder „Prüfungsstück“. Ausbilder können so den Azubis mit Rat und Tat bei der Prüfungsvorbereitung zu Seite stehen.
  • Anmeldung zur Prüfung: Informationen über die rechtlichen Vorgaben für die Anmeldung der Auszubildenden und die Freistellung für die Prüfung sind ebenso Thema wie die rechtlichen Bedingungen einer vorzeitigen Zulassung. Die besonderen Vorschriften für schwangere und behinderte Azubis sind ebenso zu beachten wie die Regeln für ein Wiederholen der Prüfung.
  • Zeugnis erstellen: Wie jeder Arbeitnehmer hat auch ein Auszubildender nach Beendigung der Lehre ein Anrecht auf ein schriftliches Arbeitszeugnis. Ein Ausbilder kann ein Zeugnis unter Beachtung der gesetzlichen und betrieblichen Vorgaben erstellen und kennt die unterschiedlichen Arten von Arbeitszeugnissen.
  • Berufliches Fortkommen: Ist die Berufsausbildung beendet, steht der ehemalige Lehrling vor unterschiedlichsten Möglichkeiten. Ausbilder können Informationen über den Stellenwert der beruflichen Fort- und Weiterbildung und über die Fördermöglichkeiten geben.

Mit Abschluss dieser vier Handlungsfelder ist die Ausbildung der Ausbilder beinah beendet. Laut AEVO stehen jetzt noch zwei Prüfungen für das Erlangen des AdA-Scheins aus. Im nächsten Artikel bekommen Sie Tipps und Tricks wie Sie Ihr Lernpensum für die Ausbildereignungsprüfung bewältigen können und einen hervorragenden Abschluss machen.

Mit bestem Gruß aus Bayreuth,
Ihr Axel Schröder

Bildquelle: Fotolia, © auremar

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