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Tipps zur Prüfungsvorbereitung beim Ausbilderschein

Ada-Schein Ausbildereigungsprüfung
AdA-Schein

AdA-Schein

Eine Artikelserie über den Teil IV der Meisterprüfung, der „Berufs- und arbeitspädagogischen Prüfung“ (Ausbildereignungsprüfung).

Im ersten Artikel zum AdA-Schein haben wir die Grundlagen vorgestellt.

Der zweite Artikel hat sich im Schwerpunkt mit den Handlungsfeldern der Ausbildung beschäftigt.

In diese Artikel geht in um die Bewätigung des Lernstoffes und wie man das gut schaffen kann.

3. Etappe: Warming up für die Prüfung – so schaffen Sie das Lernpensum

Eigentlich ist die Schule und die Berufsausbildung abgeschlossen. Warum sich als Erwachsener noch ein mal diesem Stress aussetzen und sich neben Beruf und vielleicht sogar Familie abends und an Wochenenden mit Lernstoff beschäftigen, statt mit Freunden auf der Terrasse sitzen und grillen?

Weiterbildung bringt großen Nutzen: die Aufstiegs- und Karrierechancen erhöhen sich, die gesellschaftliche Akzeptanz und die eigene Zufriedenheit steigen – das Gefühl, etwas geschafft zu haben, weitergekommen zu sein gibt Auftrieb, setzt positive Energien frei und erhöht die Motivation am Arbeitsplatz.

Wie es leicht geht, zeigen wir Ihnen mit vielen Tipps und Tricks in diesem Artikel.

Die Gründe, sich für eine Weiterbildung zu entscheiden, liegen also klar auf der Hand, aber Lernen funktioniert nicht von heute auf morgen. Es ist sicher unterschiedlich lange her, dass Sie das letzte Mal lernen mussten; geben Sie sich ein paar Tage Zeit, um sich wieder an die Lernsituation zu gewöhnen.

Jetzt gilt es, einen eigenen Arbeits- und Lernstil zu finden um das Lernpensum in den Alltag zu integrieren und zu einem zufriedenstellenden Ergebnis zu gelangen. Stellen Sie sich dafür folgende Fragen:

  • Wozu lerne ich?
  • Was lerne ich?
  • Wie lerne ich?
  • Womit lerne ich?
  • Wo lerne ich?
  • Wann lerne ich?
  • Warum lerne ich?

1. Einen Lernplan erstellen:

Sind Sie sich darüber im Klaren, können Sie einen Lernplan aufstellen. Bezogen auf die AdA-Prüfung hilft Ihnen der vorherige Artikel bei der Einteilung der Lerninhalte.

  • Setzen von realistischen Lernzielen:
    • Ziele müssen erreichbar sein, sonst entsteht Demotivation
    • Lernumfang und die zur Verfügung stehende Zeit sind zu berücksichtigen
  • Aufstellen des Lernplans:
    • Lernumfang abstecken (was muss alles gelernt werden?)
    • Lernumfang zerlegen (Was lerne ich am besten wann?)
    • Lernumfang festlegen (Wie viel lerne ich pro Tag?)
  • Einplanen von Wiederholungsphasen
    • rechtzeitig mit dem Lernen anfangen, so dass alle paar Tage Zeit zum Wiederholen bleibt, siehe Punkt 4
    • Stoff so einteilen, dass kurz vor der Prüfung nur noch wiederholt werden und nichts neues gelernt werden muss
  • Kontrolle des Lernplanes
    • wurde das gesetzte Ziel erreicht?
    • wurde es in der vorgegebenen Zeit erreicht?
    • Selbstkontrolle (Was kann ich schon alles, was muss noch gelernt werden)?
    • Gelerntes selbst wiedergeben
    • Fremdkontrolle (abfragen lassen, Gelerntes jemandem darstellen)

2. Einen Tagesplan erstellen

AdA-Schein Rahmenbedingungen

Schaffen Sie ideale Rahmenbedingungen für Ihren AdA-Schein

Um das tägliche Lernpensum zu schaffen und der Neigung zum Aufschieben zu widerstehen sind festgelegte Abläufe von großem Nutzen:

  • eine bestimmte Uhrzeit zum Lernen festlegen (z. B. täglich von 20.15 bis 21.15 Uhr, zu viel ist unsinnig)
  • einen festen Arbeitsplatz schaffen, immer am selben Platz lernen
  • für richtige Raumtemperatur, gute Beleuchtung und angenehme Atmosphäre sorgen
  • unbeliebte Fächer immer zuerst lernen (lassen Sie sich nicht Ihre gute Note durch ein „Gruselfach“ verderben)
  • alle 30 Min. eine fünfminütige Pause einlegen, dabei den Arbeitsplatz verlassen und bewusst etwas anderes tun. Längere Pausen machen träge und müde
  • alle Geräuschkulissen abschalten
  • nach dem Lernen eine Ruhephase einplanen (direkt danach schlafen gehen zu gehen ist empfehlenswert), so kann das Gelernte am besten verarbeitet werden. Kein TV, keine mediale Berieselung, da sich das Gehirn noch im Lernmodus befindet

3. Welcher Lerntyp sind Sie?

Alle Vorbereitungen für effektives lernen können nur dann optimal umgesetzt werden, wenn Ihnen bewusst ist, mit welcher Art von Lernen Sie am besten vorankommen. Wirkungsvolles Lernen spricht mehrere Sinne oder Lernwege gleichzeitig an:

VerteilungArt des Lernens
1 %durch Schmecken
1,5 %durch Fühlen
3,5 %durch Riechen
11 %durch Hören
83 %durch Sehen

Die wirkungsvollste Kombination besteht also aus Hören und Sehen. Je nach Lerntyp sind jedoch auch andere Kombinationen wirksam.

Visueller Typ

Sind Sie ein visueller Typ, lernen Sie am besten durch Bilder, Diagramme oder auch Videos. Wenn möglich sollten Sie bereits im Unterricht schon das Gehörte in Skizzen oder Mindmaps umsetzen.

Schwierige Zusammenhänge stellen Sie am besten auf einem Lernplakat dar. Notieren Sie alle wichtigen Ergebnisse aus dem Unterricht und visualisieren Sie diese mit Flussdiagrammen oder anderen Symbolen.

Hängen Sie dieses Plakat an eine Stelle, an der Sie mehrmals am Tag vorbeikommen und sehen Sie es sich jedes Mal genau an, lassen Sie es nicht länger als drei Wochen hängen. Nach einiger Zeit haben Sie die Inhalte verinnerlicht und können das Plakat abnehmen.

Lerninhalte selber lesen bringt Sie schneller

weiter als etwas zu hören. Hier bietet sich die SQ3R – Methode an:

AdA-Schein SQ3R

Leicht zum AdA-Schein mit der SQ3R Methode

Akustischer Typ

Für Sie sind CD´s, Vorträge oder Diskussionen die gelungene Art Gelerntes zu behalten. Suchen Sie sich eine Lerngruppe in der Sie den Stoff ausgiebig diskutieren können.

Müssen Sie sich Stoff anlesen, lesen Sie den Text Wort für Wort laut vor, stellen Sie sich selbst laut Fragen dazu und beantworten Sie sich diese:

  • worum geht es in dem Text?
  • welches sind die wichtigsten Punkte?
  • in welchem Zusammenhang steht der Text mit dem Stoff aus dem Unterricht?
  • ist der Sachverhalt klar?
  • habe ich noch Fragen?

Auch wenn es sich auf den ersten Blick merkwürdig anhört – Ihr Lernen wird durch gesungene Merksätze begünstigt. Erfinden Sie Melodien für schwierige Definitionen, diese können Sie in der Prüfung garantiert abrufen.

Besonders hilfreich ist es für Sie, die Lerninhalte zu erzählen und vielleicht sogar in Geschichten einzubauen. Notfalls hört Ihnen der treue Hund zu, auch, wenn er sich über Ihre Gesten und Selbstgespräche vielleicht wundert. Da aber beides wichtige Lernhilfen für Sie sind, sollten Sie sich damit nicht verstecken.

Kinestäthischer Typ

Sie können Inhalte am besten behalten, wenn Sie sie mit Tast- und Fühlsinn erleben. Für Sie ist eine angenehme Umgebung, evt. mit anregenden Gerüchen, eine wichtige Voraussetzung für gelungenes Lernen.

Stellen Sie sich eine Duftlampe an Ihren Schreibtisch und nehmen Sie Öle wie Lemongras oder Zitrone, diese regen die Sinne an und wecken den Geist. In Apotheken werden spezielle „Hausaufgaben-Duftmischungen“ angeboten, probieren Sie aus mit welcher Sie am besten zurecht kommen.

Lernkarten können Sie 3-dimensional auf dem Tisch verteilen. Indem Sie Ihren Lernstoff beim Spazierengehen moderieren, sprechen Sie gleich mehrere Sinne gleichzeitig an. Versuchen Sie, schwierige Definitionen oder Begriffe aus Knetmasse zu formen oder mit Lego nachzustellen.

Die Bilder und Eindrücke werden sich in der Prüfung aus Ihrem Gedächtnis holen lassen und Sie können das Gelernte fehlerfrei wiedergeben.

Sicher ist niemand auf einen einzigen Lerntyp festzulegen. Versuchen Sie verschiedene Methoden und legen Sie sich eine eigene, persönliche Lernstrategie zurecht, die Sie durchhalten können.

4. Wiederholung, Wiederholung, Wiederholung

Nur durch Vertiefen können Lerninhalte dauerhaft behalten werden. Sinnlos Auswendiggelerntes wird schnell vergessen. Besonders schnell wird in den ersten Stunden und Tagen vergessen. Umso wichtiger, den Lernstoff regelmäßig zu wiederholen und dauerhaft im Gehirn zu verankern.

Wann sollte wiederholt werden?

Erstes Wiederholen kurze Zeit nach dem ersten Lernen (wobei das erste Lernen bereits der Unterricht sein kann, je nachdem wie viel Sie dort aufnehmen können.)

  • die nächste Wiederholung etwa zwei Tage danach
  • ca. acht Tage später die dritte Wiederholung
  • sitzt der Stoff, kann eine erneute Wiederholung auch erst längerer Zeit, kurz vor der Prüfung stattfinden
Mit der Lernkartei spielend zum AdA-Schein

Mit der Lernkartei spielend zum AdA-Schein

Zeitsparendes Wiederholen bedeutet, nur zu repetieren was wirklich vergessen wurde und das auszusparen, was noch im Gedächtnis ist. Dabei sollten Sie trotzdem den Gesamt-Lernstoff im Auge behalten und von Zeit zu Zeit auch das vorhandene Wissen überprüfen.

Wie soll wiederholt werden?

Wiederholungen sollten Sie so abwechslungsreich wie möglich gestalten, angepasst an Ihren Lerntyp

  • optische Wiederholung – Visualisierung durch Skizzen, grafische Darstellungen bzw. Tabellen
  • sprachliche Wiederholung – Hauptaussagen herausstellen, Definitionen formulieren, Zusammenfassungen aufschreiben oder erzählen
  • prüfende Wiederholung – bestimmte Fragestellung an den Lernstoff stellen, evt. Prüfungsfragen aus vergangenen AdA-Prüfungen besorgen und mit diesen üben, sich anhand von Lernkarten abfragen lassen (die Lernkarten gleich beim Schreiben in Frage und Antwort unterteilen)

Mit diesen Tipps sind sie fit für die schriftliche Prüfung. Wie Sie die praktische Prüfung ebenfalls mit Bravour bestehen, erfahren Sie im nächsten Artikel.

Mit bestem Gruß aus Bayreuth,
Ihre Claudia Sommermann

Bildquelle: Fotolia, © auremar

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