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Unterweisungsprüfung & Unterweisung nach AEVO – AdA-Prüfung Teil 4

Ada-Schein Ausbildereigungsprüfung

AdA-Schein

Eine Artikelserie über den Teil IV der Meisterprüfung, der „Berufs- und arbeitspädagogischen Prüfung“ (Ausbildereignungsprüfung, oder allgemein und kurz gesprochen: Ausbilderprüfung)

4. Etappe – Endspurt: Die praktische AdA-Prüfung (Unterweisungsprüfung)

Was ist eine Unterweisung?

Mit der Unterweisungsprüfung soll der AdA-Prüfling beweisen, dass er die Grundlagen und Methoden der betrieblichen Unterweisung beherrscht und anwenden kann.

Bei einer Unterweisung geht es um Lehren und Lernen, um Vermittlung von Fertigkeiten, Kenntnissen und Verhaltensweisen am Arbeitsplatz. Die dabei vorkommenden Aktionen von Ausbilder (Lehrakte) und von Auszubildenden (Lernakte) nennt man Unterweisungsform.

Wie sind schriftliche Unterweisungsentwürfe aufgebaut?

Bei der Vorbereitung eines AdA-Unterweisungsentwurfs sollten Überlegungen über das Thema, die Rahmenbedingungen, Lernziele, ihre didaktische Aufarbeitung und den genauen Ablauf der Unterweisung angestellt werden. Eine Gliederung des schriftlichen Unterweisungsentwurfes könnte wie folgt aussehen:

1. Thema der Unterweisung

Laut AEVO kann das Thema der Ausbildungssituation vom Prüfling selbst gewählt werden. Es muss allerdings in unmittelbarem Bezug zum Ausbildungsberuf stehen, in dem er selbst ausbilden kann. Das Thema sollte sich innerhalb von 15 Minuten präsentieren lassen, sich am Ausbildungsstand des Azubis orientieren und einen kurzen, aber vollständigen Lernprozess umfassen. Der zukünftige Ausbilder muss entscheiden, welche Informationen der Azubi unbedingt benötigt, um eine bisher unbekannte Arbeitsaufgabe richtig, unfallsicher und schnell ausführen zu können. Alle anderen Informationen sind wegzulassen (didaktische Reduktion). Das hier aufgeführte Beispiel bezieht sich auf den Buchhandel. Der Lehrling soll den Wareneingang kennenlernen.

2. Rahmenbedingungen

In der AEVO-Präsentation soll der Ausbilder zeigen, dass seine Vorbereitungen für die Unterweisung einen reibungs- und störungsfreien Ablauf gewährleisten. Dafür müssten die folgenden Punkte bedacht werden.

2.1. Angaben zum Auszubildenden

Die AEVO-Präsentation verlangt eine genaue Beschreibung des fiktiven Lehrlings, um dem Prüfungsausschuss eine fundierte Bewertung zu ermöglichen.

Für die Ausbilderprüfung muss der Ausbilder Alter, Schulbildung, Entwicklungsstand, Eignung für den Beruf und Lern- und Leistungsverhalten des fiktiven Auszubildenden beschreiben.

2.2. Ort der Unterweisung

Laut AEVO ist es erforderlich, eine genaue Beschreibung des Lernortes unter Berücksichtigung folgender Punkte zu erstellen:

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  • Die Ausstattung des Lernortes muss eine erfolgreiche Unterweisung ermöglichen, es ist also auf richtige Arbeits- oder Sitzhöhe, gute Beleuchtung und Belüftung zu achten, Unfallgefahren sind zu vermeiden.
  • Störungen müssen sowohl für den Lernenden als auch für den Ausbilder ausgeschlossen werden, der Auszubildende sollte ein freies Blickfeld haben ohne störende Bewegungen, laute Geräusche wie Telefonate oder Arbeitsgeräusche müssen vermieden werden.
  • Besonders wichtig ist darauf zu achten, dass alles für die Unterweisung Notwendige griffbereit ist, der Ausbilder darf die Unterweisung nicht verlassen müssen.

2.3. Zeit der Unterweisung

In diesem Abschnitt steht die Überlegung an, wann die Unterweisung stattfinden soll. Laut AEVO sollen im AdA-Unterweisungsentwurf genaue Angaben gemacht werden über:

  • Ausbildungsjahr und Ausbildungsmonat, die Einordnung der Unterweisung in den Ausbildungsverlauf, nach dem Ausbildungsrahmenplan oder dem betrieblichen Ausbildungsplan
  • Wochentag, Tageszeit, Dauer der Unterweisung (Leistungskurve beachten)

2.4. Ausgangssituation

Eine genaue Beschreibung der Ausgangssituation gibt Pluspunkte bei der Bewertung des Unterweisungsentwurfes, wie beispielsweise Angaben über

  • die Größe des Betriebs
  • vermittelte Vorkenntnisse für das zu unterweisende Thema dem nach der Unterweisung geplanten Ausbildungsverlauf
  • Aufgaben, die der Lehrling im Vorfeld der Unterweisung bekommen hat (Hilfsmittel mitbringen, Theorie anlesen etc.)

3. Lernziele

Der AdA-Unterweisungsentwurf fordert eine sehr genaue und nachprüfbare Beschreibung des gewünschten Verhaltens des Lernenden nach einer Unterweisung. Für eine gute Bewertung der AEVO-Unterweisung ist es wichtig, deutlich zwischen drei Lernzielen zu unterscheiden:

3.1. Richtlernziele

Richtlernziele beziehen sich auf übergeordnete Bildungsinhalte, zeigen Lernrichtungen an und haben einen geringen Grad an Eindeutigkeit. Der Ausbilder hat einen großen Entscheidungs- und Handlungsspielraum.

3.2. Groblernziele

Groblernziele sind kleinere, inhaltliche Bereiche. Sie haben einen mittleren Grad an Eindeutigkeit, der Ausbilder hat nur noch einen gewissen Handlungsspielraum. Bei unserem Beispiel wäre das Groblernziel „Wareneingang“.

3.3. Feinlernziele

Feinlernziele sind elementare Lerngegenstände mit einem genau beschriebenen Endverhalten. Sie sind eindeutig formuliert und ohne Alternativen.

Wichtig für eine gute Bewertung der Unterweisung ist, die Feinlernziele in kognitive, psychomotorische und affektive Lerninhalte einzuteilen. Am Beispiel Wareneingang im Buchhandel könnte dies so aussehen:

3.2.1. Psychomotorischer Bereich

„Der Auszubildende entwickelt die Sicherheit in den Bewegungsabläufen und Fertigkeiten, die nötig sind, verschlossene Lieferungen mit dem entsprechenden Werkzeug schnell und gefahrlos zu öffnen. Er ist in der Lage, Lieferungen in angemessener Zeit auszupacken und sorgsam zu behandeln.“

3.2.2. Kognitiver Bereich

„Der Auszubildende erkennt, warum geprüft werden muss, dass der Lieferumfang mit der beiliegenden Rechnung/Lieferschein übereinstimmt. Er weiß, warum er die Ware auf offene Mängel überprüft. Ferner kennt der Auszubildende die innerbetrieblichen Abläufe und weiß, warum er die Rechnung mit einem Eingangsstempel versehen und entsprechend der Weiterbearbeitung ablegen muss.“

3.2.3. Affektiver Bereich

„Der Auszubildende verfestigt den sorgsamen Umgang mit der Ware Buch und die Wichtigkeit einer sorgfältigen Überprüfung der Rechnungen/Lieferscheine. Darüber hinaus entwickelt er die Bereitschaft, den Datenschutz einzuhalten und bekannt gewordene Daten nicht weiterzugeben.“

3.3. Motivation

Der Auszubildende sollte vor, während und nach der Unterweisung motiviert werden, um Interesse und Aufmerksamkeit zu entwickeln.

Dies geschieht vor allem durch positive Rückmeldungen seitens des Ausbilders. In unserem Beispiel wird dem Auszubildenden als Anreiz in Aussicht gestellt, nach erfolgreich abgeschlossener Unterweisung diesen Teil des Wareneinganges in Zukunft selbständig und eigenverantwortlich zu übernehmen. Eine Begründung, warum dies eine hohe Motivation darstellt, sorgt für Pluspunkte bei den Prüfern.

4. Ablauf der Unterweisung

In diesem Abschnitt werden die Unterweisungsmethode und der Ablauf der AdA-Unterweisung vorgestellt.

4.1. Gewählte Unterweisungsmethode

Die AEVO schreibt kein bestimmtes Unterweisungskonzept und keine spezielle Unterweisungsmethode vor. Bei der Methodenplanung muss festgestellt werden, wie das vorgegebene Lernziel am besten zu vermitteln ist. Hierbei sind die Rahmenbedingungen, der Wissenstand des Auszubildenden, seine Lernfähigkeit sowie die Schwierigkeit des Lerngegenstandes zu berücksichtigen.

Bei der Vermittlung von Fertigkeiten hat sich in der betrieblichen Praxis die 4-Stufen-Methode bewährt. Sie bietet eine klare Gliederung in Vorbereitung, Vormachen, Nachmachen im Beisein des Ausbilders und ermöglicht somit eine sofortige Korrektur möglicher Fehler und durch wiederholtes Üben eine Verinnerlichung der Arbeitsabläufe. Diese Methode eignet sich besonders gut für die Prüfungssituation und dient deshalb als Beispiel:

4.1.1 Vorbereitungsphase

„Zunächst werden vom Ausbilder alle benötigten Ausbildungs- und Lehrmittel bereitgestellt. Nach der Begrüßung des Auszubildenden durch den Ausbilder und einer kurzen Auflockerungsphase wird zunächst das Lernziel genannt und evt. Vorwissen abgefragt. Sinn und Zweck des Wareneinganges wird vom Ausbilder abgefragt. Um den Auszubildenden zu motivieren, wird ihm die eigenständige Übernahme des Wareneinganges in Aussicht gestellt.“

4.2.2. Vormachen und erklären

„Die theoretischen Inhalte werden zunächst gemeinsam mit dem Auszubildenden erarbeitet. Dann wird der Ausbilder anhand einer ungeöffneten Lieferung alle nötigen Arbeitsschritte vormachen und erläutern. Dabei ist darauf zu achten, dass der Auszubildende alle Arbeitsschritte gut beobachten kann.“

4.2.3. Nachmachen und erklären lassen

„Nachdem die Vorgehensweise demonstriert wurde, bekommt der Auszubildende eine weitere, ungeöffnete Lieferung, die er selbständig mit Hilfe der eben aufgenommenen Informationen vollständig bearbeitet. Dabei erklärt er dem Ausbilder die Arbeitsschritte, um zu zeigen, ob alles korrekt verstanden wurde. Bei evt. auftretenden Schwierigkeiten wird seitens des Ausbilders eingegriffen und korrigiert.“

4.2.4. Übungsphase

„Der Azubi wird in die Übungsphase entlassen, in der dieser das Gelernte nun selbständig auf die weiteren Tageslieferungen übertragen soll. Zuvor wird er vom Ausbilder auf den Eintrag in das Pflichtenheft sowie auf das kommende Unterweisungsthema hingewiesen. Wichtig ist, den Auszubildenden für das Geleistete in angemessener Weise zu loben. Für evt. Rückfragen steht der Ausbilder stets zur Verfügung.“

4.3. Arbeitszergliederung

Die einzelnen Arbeitsschritte müssen im schriftlichen AdA-Unterweisungsentwurf wie folgt aufgegliedert werden:

Was wird gemacht?Wie wird es gemacht?Warum wird es gemacht?
Bsp: Prüfen der AnschriftBsp: Prüfen der Anschrift, ob die Lieferung wirklich für unseren Betrieb istBsp: Vermeiden, dass Irrläufer geöffnet werden

Um eine gute Bewertung zu erlangen, sollten die Schritte so genau wie möglich aufgegliedert werden. Selbst Arbeitsschritte wie „Müll entsorgen“ spielen eine Rolle und sollten nicht vergessen werden.

4.4. Lernzielkontrolle

Im Unterweisungsentwurf ist eine Lernzielkontrolle anzugeben. Beispielsweise wird am Ende der Woche aufgrund eines Artikels im Lehrbuch ein Lehrgespräch angesetzt. Der Auszubildende wird aufgefordert, den zur Unterweisung gehörenden Text im Buch zu lesen und beim Gespräch mündlich zusammenzufassen.

4.5. Liste der verwendeten Arbeits- und Lehrmittel

Alle Werk- und Hilfsstoffe, Formulare usw. müssen im AdA-Unterweisungsentwurf genau benannt werden.

4.5.1. Arbeitsmittel (woran wird dieser Lernstoff unterwiesen?)

Beispielsweise:

  • Packtisch
  • Paketmesser
  • Warenlieferungen, ungeöffnet
  • Eingangsstempel
  • Kugelschreiber
  • Ware, Inhalt der Lieferung
  • zu den Lieferungen gehörende Rechnungen/Lieferscheine
  • Rechnungsablage
  • Lieferscheinablage
  • Mülltüte

4.5.2. Lehrmittel (womit wird der Lernstoff unterwiesen?)

Beispiel Wareneingang im Buchhandel:

Fachbuch: Sortimentskunde für Buchhändler

von J.Krause/ H. Kleine/ H. Müller

Einen PDF-Unterweisungsentwurf zum Download finden Sie am Ende des Beitrags!

Alle für die Unterweisung erforderlichen Maschinen, Geräte und Hilfsmittel sind für die Prüfung mitzubringen und müssen von dem Ausbilder vor der Unterweisung aufgebaut und installiert werden. Im Hinblick darauf ist bei der Wahl des Themas darauf zu achten, dass alle erforderlichen Mittel transportierbar und einsetzbar sind, da die Prüfungen in der Regel in den Räumen der IHK oder HWK stattfinden.

Was ist für die Bewertung der AdA-Unterweisung zu beachten?

  • der Entwurf der Ausbildungssituation ist der Prüfungsabteilung in 4-facher Ausfertigung einzureichen. Textliche und bildliche Anschauungsmittel, Formulare oder Arbeitsblätter sollen dem Entwurf beigelegt werden
  • wichtig ist, im Entwurf festzuhalten wie Lernerfolg festgestellt wird, wie gehandelt wird, wenn Lernziele erreicht werden oder unerreicht bleiben, wie Erfolg anerkannt wird und was sich der Ausbildungssituation anschließt. Punktabzug gibt es in jedem Fall, wenn Sie den Auszubildenden nicht angemessen loben
  • die Prüfer legen Wert auf eine ordentliche äußere Form des Ausbildungsentwurfes. Mit Hervorhebungen, gut abgestimmten Schriftgrößen, Tabellen, einer gute Grammatik und Rechtschreibung können Sie punkten
  • der Prüfungsausschuss will durch die Präsentation Ihre pädagogischen Fähigkeiten, Ihren Umgang mit Medien kennenlernen. Bauen Sie deshalb verschiedenen Medien in den Präsentationsablauf ein
  • ein freier Vortrag und verständliche Begriffe geben Pluspunkte. Erklären Sie Fachbegriffe und achten Sie auf die Einhaltung der Zeitvorgabe von 15 Minuten
  • vergessen Sie nicht, Ihr Outfit der Prüfungssituation anzupassen
  • das anschließende Fachgespräch bestehen Sie mit Bravour, wenn Sie die einzelnen Punkte Ihrer Präsentation begründen und einige Alternativen zur gewählten Unterweisungsmethode nennen können. Werden Sie beispielsweise nach dem Zeitpunkt der Unterweisung gefragt, ist Ihre Antwort, dass Sie sich an der biologischen Leistungskurve orientiert haben

Fragen und Antworten (FAQ) zu AEVO und Ausbildereignungsprüfung

Was bedeutet AEVO?
AEVO ist das Kürzel für „Ausbilder-Eignungsverordnung“, also die „Verordnung über die berufs- und arbeitspädagogische Eignung für Berufsausbildung“. Die aktuelle Fassung ist vom 29. Januar 2009.
Was ist eigentlich ein „Ausbilder“?
Als Ausbilder werden im betrieblichen und überbetrieblichen Ausbildungsbereich die Personen bezeichnet, die mit den Aufgaben der Ausbildung betraut sind. Ein einheitliches Berufsbild gibt es nicht. Laut BBiG ist derjenige als Ausbilder anzusehen, wer unmittelbar, in wesentlichem Umfang und verantwortlich an der Ausbildung beteiligt ist und persönlich und fachlich geeignet ist.
Kann man durch gute Leistungen in der mündlichen Prüfung schlechte Leistungen in der schriftlichen Prüfung ausgleichen?
Laut AEVO kann ein Prüfling, der im Schriftlichen keine ausreichende Leistung erbracht hat, diese Mängel nicht in einer praktischen Prüfung ausgleichen. Schriftliche und praktische Prüfung sind also zwei voneinander unabhängige Prüfungsteile, in denen jeweils mindestens ausreichende Leistungen erbracht werden müssen.
Was erwartet mich bei der praktischen Eignungsprüfung?
Die praktische Prüfung steht laut AEVO neben dem schriftlichen Teil. Er besteht aus einer Präsentation und einem anschließenden Fachgespräch, in dem Auswahl und Gestaltung der Ausbildungssituation vom Prüfling erläutert werden. Anstelle dieser Präsentation ist auch die Durchführung einer praktischen Ausbildungssituation möglich.
Wie erwartet mich bei der schriftlichen Eignungsprüfung?
Laut AEVO dauert die schriftliche Prüfung drei Stunden, wobei die Prüfungsaufgaben unter Aufsicht zu bearbeiten sind. Es sind fallbezogene Aufgaben aus allen vier Handlungsfeldern zu bearbeiten. Gegenstand der Prüfung ist die Kompetenz zum selbständigen Planen, Durchführen und Kontrollieren der Berufsausbildung.
Wer braucht die Ausbildereignungsprüfung?
Wer ausbilden möchte, muss neben der persönlichen Eignung auch die fachliche Eignung vorweisen. Dies geschieht über die Absolvierung der Ausbildereignungsprüfung. Daneben ist die Ausbildereignungsprüfung auch Teil der Meisterprüfungsverordnung. Jeder, der Meister werden möchte, muss auch den Abschnitt IV der Meisterprüfung, die „berufs- und arbeitspädagogischen Prüfung“, ablegen.
In welchen Berufen kann ich nach der Ausbildereignungsprüfung ausbilden?
Nach erfolgreicher Absolvierung der Ausbildereignungsprüfung darf man in dem Beruf ausbilden, den man selbst gelernt hat bzw. in artverwandten Berufen, wobei mind. 75% der Ausbildungsinhalte der beiden Berufe übereinstimmen müssen. Ob dies gegeben ist, entscheidet der zuständige Berufsberater bei der IHK oder bei der HWK.
Gibt es für jeden Berufszweig einen eigenen Kurs?
Nein, die Ausbildereignungsprüfung ist berufsübergreifend. Die Inhalte des Kurses sind allgemein gehalten und für alle Berufszweige anwendbar.
Ausbildereignungsprüfung: IHK oder HWK?
Beide Anbieter erfüllen in ihren Kursen die Prüfungsanforderungen der AEVO Prüfung. Sie unterscheiden sich lediglich im Kursaufbau und unter Umständen in der Stundenzahl und in den Kosten. Beide Institutionen bieten sowohl Vollzeit- als auch Teilzeitkurse an. Der AdA-Schein wird überall anerkannt, egal ob er bei der HWK oder der IHK erworben wurde.
AdA-Schein: Unterweisung oder Präsentation?
Die AEVO hat zwei Prüfungsformen zur Wahl gestellt: Die Präsentation der Ausbildungssituation vor dem Prüfungsausschuss oder die praktische Durchführung mit Auszubildenden; manchmal wird auch die Simulation einer praktischen Durchführung vorgesehen. Die prüfende Kammer benennt das von ihr ausgewählte Verfahren, eine Wahlfreiheit für den Prüfling ist laut AEVO nicht vorgesehen.
AdA Unterweisung – Welches Thema soll man nehmen?
Sie sollten in der Unterweisung immer ein Thema nehmen, mit dem Sie selbst gut vertraut sind, da Sie in der praktischen Prüfung Arbeitsabläufe eines Arbeitsvorganges erklären müssen. Weiterhin ist bei der Wahl des Themas für die praktische Ausbildereignungsprüfung darauf zu achten, dass es gut nachvollziehbar und erklärbar ist und alle Lernziele daran geübt werden können.
Wie viel Zeit muss ich für den AdA-Schein einplanen?
Die Kurse werden in Vollzeit oder Teilzeit angeboten und haben einen Umfang von 88 Unterrichtsstunden bis 115 Unterrichtsstunden, je nach Anbieter. Für den Teilzeitkurs muss man ca. drei Monate lang wöchentlich zwei Abendtermine investieren, der Vollzeitkurs ist innerhalb von zwei Wochen abgeschlossen bei einer Unterrichtszeit von Mo.- Fr. von 8:00 bis 16:00 Uhr. Zusätzlich sollte man genügend Zeit für die Nachbereitung des Unterrichts und die Vorbereitung auf die Prüfung einplanen. Der Vollzeitunterricht bietet den Vorteil, dass man den Stoff bei der Prüfung noch relativ gut parat hat, da die Prüfungen direkt im Anschluss an den Unterricht stattfinden und man so etwas weniger Zeit zum Lernen einplanen muss.
AdA-Schein: Ist das zu schaffen?
Der Stoff ist in den Kursen so aufbereitet, dass die Prüfungen in der Regel mit einem normalen Lernpensum gut zu schaffen sind, beispielsweise anhand von Übungsaufgaben, die häufig in den Kursunterlagen enthalten sind. In den meisten Fällen gibt es eine „Test-Prüfung“ an welcher man die Prüfungssituation gut üben und Defizite noch rechtzeitig erkennen kann.
Voraussetzung Ausbildereignungsprüfung?
Voraussetzung für die Zulassung zum AdA-Schein ist die erfolgreiche Prüfung in einem anerkannten Ausbildungsberuf oder eine entsprechende schulische/hochschulische Prüfung. Daneben sollte der Ausbilder eine angemessene Zeit in seinem Beruf tätig gewesen sein.
Fehltage, was ist zu beachten?
Laut IHK gibt es keine Begrenzung von Fehltagen bei der Ausbildereignungsprüfung. Da es sich um Erwachsenenbildung handelt, ist jeder Teilnehmer selbst dafür verantwortlich, den für die Prüfung nötigen Stoff zu lernen. Erhält man allerdings im Rahmen der Meisterausbildung BAFÖG zählen Fehltage während der ADA-Kurse zu den BAFÖG-Fehltagen. Bei jeder Art von Förderung sollte im Vorfeld der Weiterbildung mit den jeweiligen Trägern abgeklärt werden, wie viele Fehltage die Förderung gefährden.

Bei aller Prüfungssituation ist das Ziel, den Ausbilderschein zu erhalten. Der berechtigt Sie, als Ausbilder tätig zu sein. Die Ausbilderprüfung zählt nur bei Produktion, Handwerk, Gewerbe. Freie und sonstige Berufe sind ausgeschlossen. Ein Industriekaufmann, ein Buchhändler und andere kaufmännische Berufe können zum Beispiel den Ausbilderschein absolvieren. Ein Autor oder Journalist kann es nicht.

Damit ist unsere AdA-Reihe abgeschlossen und wir wünschen viel Erfolg!

Es grüßt aus Bayreuth
Axel Schröder

Bildquelle: Fotolia, © auremar

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