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Existenzängste oder alles gut – was raubt Ihnen den Schlaf?

Existenzängste rauben den Schlaf, Canva (c) Latino Life
Viele Unternehmer kennen Phasen von Anspannung und Stress in ihrem Leben. Meistens handelt es sich um eine kurzfristige Situation, die für Unsicherheit und ein ungutes Gefühl sorgt. Manchmal sind es auch Ängste und Sorgen, die sich über längere Zeit in die Gedanken schleichen und den Schlaf rauben können. Wenn es ein einzelnes Ereignis gibt, wie ein geplatzter Kundenauftrag oder lange Krankenstände in der Belegschaft, ist eine Lösung absehbar. Schwierig wird es, wenn Existenzängste scheinbar aus dem Nichts auftauchen: Alles läuft wie immer, aber irgendetwas hakt. Jahr für Jahr ist weniger Gewinn übrig und schwierige Phasen häufen sich.

Existenzangst beeinflusst Entscheidungen

Das Tückische an der Angst ist der Einfluss auf das Leben – des Menschen mit Job, Familie und der ganzen Existenz. Mit steigendem Stress kann es passieren, dass Entscheidungen nicht mehr strategisch-rational getroffen werden, sondern kurzfristig aus dem Bauch. Ein Liquiditätsengpass ist immer eine Phase der Ängste – kann ich Mitarbeiter und Lieferanten bezahlen, meine Kredite bedienen? Habe ich zahlungsunwillige Kunden oder zu hohe Ausgaben? Bin ich solvent? Wenn das Geld knapp ist, geraten langfristige Strukturen schnell in den Hintergrund und blinder Aktionismus greift um sich. Dabei sind gerade in dieser Zeit ein kühler Kopf und eine klare Faktenlage wichtig. Schnelles Geld verschiebt grundsätzliche Probleme um eine kurze Zeit, aber es löst sie nicht. Ist die eigene Existenz gefährdet, wächst die Angst vor Ruin und die drohende Insolvenz beeinflusst Geschäftsentscheidungen negativ. Wer denkt  in dieser Situation noch an sein Geschäftsmodell?

Wenn die Arbeit den Schlaf raubt...

Ängste und Sorgen äußern sich oft in Grübelei und Schlaflosigkeit

Ursachenforschung der Existenzängste

Diese Frage hilft Ihnen klare Antworten zu finden: Was ist mein Geschäftsmodell? Dazu gehört ihre Tätigkeit, die Größe Ihres Betriebs, Mitarbeiter, Zulieferer, Lieferanten und Kunden. Wenn Ihr Unternehmen gewachsen ist, müssen Anpassungen vorgenommen werden. Werden diese verschleppt, schleichen sich Probleme ein. Genau dann, wenn Sie sich nur noch um Strohfeuer kümmern, verlieren Sie schnell den Blick für das Ganze. In diesem Artikel versuchen wir Ihnen zu helfen, in Worte zu fassen, was bisher vielleicht ein diffuses Gefühl der Sorge war.

Stellen Sie sich der Angst

Öffnen Sie souverän Ihre Post, oder meiden Sie den Augenblick, wenn Sie Rechnungen zahlen müssen? Beobachten Sie sich, wenn Ihnen Ihre Mitarbeiter etwas mitteilen: Gehen Sie unbesorgt in ein Gespräch oder erwarten Sie das Schlimmste? Können Sie nach der Arbeit beruhigt nach Hause gehen, oder grübeln Sie in Ihrer freien Zeit über Arbeitsprobleme? Sie fragen: welche Freizeit? Es gibt viele Warnzeichen, dass etwas im Argen liegt, ohne dass man mit dem Finger darauf deuten kann. Aus meiner Erfahrung muss ich Ihnen sagen: Kein Problem löst sich in Wohlgefallen auf, wenn man es lang genug ignoriert.

Um einem unbestimmten Gefühl der Angst oder Sorge entgegenzutreten, sollten Sie strukturiert die Ursachen suchen. Selbst wenn Ihnen alles wichtiger vorkommt: Die Zahlen und Fakten der letzten Jahre liefern meistens Erklärungen. Das kann auch bedeuten, dass Sie Ihren Papierkram nachlässig geführt haben. Das kommt alles vor und ist kein Beinbruch – wenn Sie etwas ändern, bevor es zu einem Insolvenzverfahren kommt! Forderungen und Verbindlichkeiten sollten Sie in den Griff bekommen und eine kurzfristige Zahlungsunfähigkeit hinterher nicht abtun. Es ist nie der falsche Zeitpunkt, sich mit seinem eigenen Unternehmen zu beschäftigen. Wenn Widerwille aufkommt, ist das meistens ein Fingerzeig.

Informationen sammeln und auswerten

Angst um Betrieb, Angst vor Ruin und drohende Insolvenz durch eine kurzfristige Zahlungsunfähigkeit bringen nicht nur ein Unternehmen in Schieflage geraten. Inhaber, Mitarbeiter und Angehörige geraten durch eine angespannte Lage in Stress und reagieren anders. Auch Partner wie Banken und Lieferanten können Hinweise liefern, dass etwas nicht stimmt. Im Folgenden klopfen wir die verschiedenen Bereiche ab, damit Sie eine erste Einschätzung Ihrer Lage vornehmen können.

Wie sehen Sie Ihre Situation und Zukunft?

Schauen Sie auf sich selbst. Sind Sie entspannt oder verkrampft? Haben Sie Probleme mit Ihrer Gesundheit wie Kopf- und Rückenschmerzen? Schlafen Sie ausreichend und wachen Sie erholt auf? Wenn es hier Probleme gibt, kann das ein Anzeichen für eine Schieflage sein. Wenn Sie Ihre Lebensbereiche durchdenken, finden Sie vielleicht Anspannung bei bestimmten Gedanken. Ist Ihre grundsätzliche Einstellung noch die Gleiche oder sind Sie pessimistischer geworden? Zermürbende Grübelei ohne Ergebnisse ist ebenfalls ein Indiz für unbenannte Probleme. Hier stellt sich immer die Frage: Handelt es sich um kurzfristige Schwierigkeiten, die prinzipiell eine Lösung haben, oder nagende Probleme ohne zufriedenstellende Antworten.

Ein Beispiel: Ein Firmenauto ist kaputt gegangen, die Ausgabe für den Ersatz kommt ungelegen und reißt ein Loch in die Finanzen. Die Kreditlinie wird ausgereizt und in den nächsten Monaten ist genügend Überschuss da, um das auszugleichen. Es darf nur jetzt keine weitere Katastrophe passieren. Das ist eine verschmerzbare Krise, die stehen Betriebe durch!

Das Gegenbeispiel ist düsterer: Sie müssen die Lohnzahlungen seit Monaten rauszögern und Ein-/Ausgänge auf dem Konto sind ein Glücksspiel an der Kreditlinie? Ein kaputtes Auto kann der letzte Tropfen im Insolvenz-Fass sein.

Wenn Sie nicht sicher sind, ob Ihre Einschätzung stimmt, greifen Sie auf die Außenperspektive zurück. Das persönliche Umfeld ist ein guter Indikator für die eigene Verfassung. Besorgte Angehörige und Freunde nehmen häufig kein Blatt vor den Mund. Äußerungen zu Müdigkeit, Gereiztheit oder Probleme im Betriebsklima können an die Substanz gehen, helfen aber genauer hinzusehen. All das sind Faktoren, die Sie für Ihre persönliche Bestandsaufnahme nutzen sollten.

Wie läuft es in Ihrem Betrieb?

Unternehmenskultur, Betriebsklima, Mitarbeiterzufriedenheit: Diese Faktoren leiden früh unter Schwierigkeiten. Wenn sich der Chef Sorgen um das Unternehmen macht, bangen Mitarbeiter schnell um Ihren Job. Diese Existenzängste können zu höherer Fluktuation und stressbedingten Krankentagen führen. Wenn sich das Verhältnis zwischen Ihnen und den Mitarbeitern spürbar geändert hat, sollten Sie versuchen die Übersicht zu bekommen und Kontakt herzustellen. Umso mehr, wenn es Probleme mit Gehältern gibt!

Ein anderer Bereich ist die Kommunikation mit Banken, Steuer-, Lohnbüro und Lieferanten: Halten Sie den Kontakt gut, oder vermeiden Sie Gespräche? Bekommen Sie Tipps zur aktuellen Lage? Das kann ein Hinweis sein, dass Außenstehenden auffällt, dass etwas aus dem Ruder laufen könnte.

Eine ehrliche Bestandsaufnahme ist fast immer schmerzhaft, aber sie deckt Problembereiche auf, die man gerne übersieht. Existenzangst ist ein deutliches Signal, dass der Geist Handlungsbedarf sieht. Jede Erkenntnis vertreibt die Unsicherheit und schafft Handlungsspielraum. Die Existenzangst wird so kontrollierbarer.

Wie bekämpfe ich meine Existenzängste?

Angst ist ein Signal, auf das Sie hören sollten. Dieser Leitfaden hat die typischen unklaren Probleme aus meiner Beratungspraxis angerissen, die selten eine einfache Lösung haben. Um strukturelle Probleme anzugehen, müssen Sie auf mehreren Ebenen Klarheit schaffen:

  • Wie ist Ihre persönliche und gesundheitliche Lage?
  • Wissen Sie, wie es um Ihr Unternehmen bestellt ist?
  • Haben Sie die Zahlen schwarz auf weiß und können Sie sie deuten?
  • Können Sie einschätzen, ob Sie Hilfe brauchen, und wenn ja, in welchem Bereich?

Stress und besonders chronischer Stress ist Ursache vieler körperlicher Beeinträchtigungen und sollte allein deshalb gemindert werden. Denken Sie daran: Wenn Sie ausfallen, ist niemandem damit geholfen! Wie Sie Ihren Stresslevel herunterfahren, ist individuell verschieden, aber „keine Zeit“ ist nie eine gute Antwort.

Unsicherheit ist ein weiterer Faktor für Stress und Existenzangst. Sorgen Sie für einen soliden Kenntnisstand, auch wenn es schmerzhaft ist, denn dann können Sie zielgerichtet Probleme angehen. Denken Sie an Kinder, die Angst vor Monstern in der Dunkelheit haben: Licht vertreibt die Angstgebilde und gibt Gestalt. Oft verlieren Unternehmer ein Element aus den Augen und führen Kämpfe auf Nebenschauplätzen aus. Aus der Beratungspraxis weiß ich, wieviel Chaos möglich ist und dass es in manchen Fällen nur einen Anstoß von außen braucht. Ich werfe hier Fragen auf, die helfen sollen, Licht ins Dunkel zu bringen.

Arbeiten Sie mit Ihrer Existenzangst, nehmen Sie sie als Warnmelder und beginnen Sie mit einer organisierten Löschaktion. Bei einem Fehlalarm schadet die Bestandsaufnahme im Betrieb nicht, sondern führt möglicherweise zu neuen Ideen. Ein kleines Feuer können Sie schnell in den Griff bekommen und einen Schwelbrand aufspüren, bevor es zu spät ist.

So arbeiten Sie mit der Angst!

Unbeleuchtete Probleme und Verdrängung stehen einer Lösung im Weg.

Gehen Sie beruhigt in die Zukunft

Ein großes Thema meiner Klienten ist die Zukunft und die Suche nach dem besten Vorgehen. Die Gegenwart mit all ihren Zahlen und Fakten gerät da leicht aus dem Blick. Aber hier und heute legen wir jeder den Grundstein für morgen. Versuchen Sie Ihre Gedanken zu ordnen, sich auf den Moment zu besinnen und Ihre Möglichkeiten im Augenblick zu sammeln. Betrachten Sie Ihre Situation, denken Sie an das, was Sie bereits alles geleistet haben und vertrauen Sie auf sich. Ein Unternehmen zu gründen oder zu übernehmen ist ein Kraftakt, den Sie geschafft haben.

Bonustipp zur Existenzangst:

Wenn Sie Sorgen und Ängste haben, die aktuelle Situation allein meistern zu müssen, schreiben Sie mir kostenlos und unverbindlich. Der klare Blick von außen kann manchmal Wunder wirken.

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Mit bestem Gruß aus Bayreuth

Axel Schröder

Bildquelle: Canva, (c) Latino Life

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