Menu

Für was haben Handwerker eine Internetseite? Online-Marketing im Handwerk | Mit Test-Tool

Handwerk & Internet? Oft keine Freunde!

Handwerk & Internet? Oft keine Freunde!

Was sich auf den ersten Blick komisch anhören mag, hat meines Erachtens einen tieferen Hintergrund. Für was haben Handwerker eine Internetseite?

Mal ganz ehrlich, wozu?

Ich habe mir in letzter Zeit sehr viele Internetseiten von Handwerkern angesehen. Es gibt leider nur ganz wenige Seiten, die wirklich Lust darauf machen, den Handwerker zu kontaktieren.

Zu kontaktieren, um einen Auftrag an den Handwerker zu vergeben, um den Handwerker näher kennenzulernen, um als anderer Handwerker eine Zusammenarbeit zu vereinbaren oder um sich als Endverbraucher einen Überblick über das Leistungsspektrum zu machen, um Empfehlungen oder Referenzen zu sehen oder aus welchen Gründen auch immer.

Das gilt im Übrigen auch für viele Seiten von Vereinen, Verbänden etc.

Welche Kategorien von Handwerkerseiten sind mir aufgefallen?

Mir ist aufgefallen, daß es nur wenige Kategorien von Internetseiten gibt, in die man Handwerkerseiten einteilen kann.

Kategorie 1: Die Selberbastel-Seite

Die Selberbastelseite stammt aus dem letzten Jahrtausend und hat neben bunten Laufschriften mit freundlichem „Willkommen auf der Seite von XYZ“ oft kein Impressum. Dafür gibt es fast immer einen Besuchercounter, der seit 1998 sage und schreibe 6.314 Besucher gezählt hat. Zieht man Robots und Eigennutzung ab, dann dürfte es mit den Besuchern ziemlich dünn werden.

Ein einheitliches Layout mittels Cascading Stylesheets (CSS) sowie der Verzicht auf Frames sind ebenso Fehlanzeige. Dafür gibt es ein Gästebuch mit 5 Einträgen, die ca. 10 Jahre alt sind und den Inhaber der Seite herzlich zum großen Wurf beglückwünschen. Die 5 Einträge sind allesamt aus der Verwandtschaft des Seiteninhabers, bestenfalls noch die Nachbarn.

Die Technologie besteht in selbstgestrickten HTML-Seiten ohne auf einen validen Code geachtet zu haben und lieget statisch auf einem Gratis-Hosting-Angebot namhafter Hoster.

Vom redaktionellen Inhalt gibt es ebenso wenig zu bieten. Eine kurze Vorstellung und Schlagworte zum Leistungsspektrum. Das war‘s. Beim Besucher bleibt ein reichlich billiger und fader Nachgeschmack.

Warum sollte ich einen solchen Handwerker beauftragen?

Was habe ich von einem Unternehmen zu erwarten, der sich so um seinen Außenauftritt kümmert? Wir alle kennen noch die Sketche aus dem Fernsehen vom Imbissbudenbetreiber mit blutverschmierter Schürze und stehend vor Dreck. Übertragen auf die Digitalwelt sind solche Internetseiten leider nichts anderes. Billig, lieblos, veraltet, unzeitgemäß und zum Glück auch unbesucht.

Warum gibt es die Selberbastelseite im Handwerk?

Ganz einfach: Der Neffe vom Spezi unseres Handwerkers hat die Seite für eine Tafel Schokolade programmiert – nein, er hat sie zusammengeschustert. Man sollte irgendwas im Internet sehen, weil „man das haben muß“ und dieses lieblose etwas soll für wenig Geld bzw. möglichst umsonst erstellt werden.

Dabei wurden die folgenschweren Fehler begangen:

  1. Für die Handwerkerseite wurde keinerlei Ziel festgelegt
  2. Es wurde für die Handwerkerseite eine „Technik“ verwendet, die keinerlei Standards genügt

Zieldefinition einer Internetseite für Handwerker

Jede Internetseite, auch die für Handwerksbetriebe, muß bestimmte Ziele erfüllen. Es ist ein Unterschied, ob die Internetseite nur das grundsätzliche Leistungsspektrum des Handwerksbetriebes darstellen soll und mit Referenzen letztlich die Internetseite der Reputation dient, oder ob über die Seite direkt Umsatz durch den Verkauf von Produkten erzielt werden soll.

Natürlich ist es für einen Friseur leichter, über seine Internetseite feste Termine durch seine Kunden buchen zu lassen und so Umsatz zu generieren, als für einen Metzger, der seine Frischware nur über die Ladentheke verkaufen kann.

Aber auch für einen Metzger ist es möglich, bestimmte Leistungen online zu verkaufen, man denke an den Catering-Bereich.

Was mit der Seite für den Handwerksbetrieb schlussendlich erreicht werden soll, muß also intensiv besprochen und durchdacht werden. Das Internet für Handwerker ist ein viel zu wichtiger Vertriebskanal und mittlerweile DIE Informationsquelle für Auftraggeber unter 45 Jahren, als daß man sein Image und seine Reputation sorglos in die Hände eines Neffen vom Spezi legt.

Standards im Internet

Es gibt ein paar grundlegende Standards im Internet, die man beachten sollte. Dazu gehört eine zeitgemäße Programmiertechnik, die wenig Fehler im Quellcode enthält, aber auch die einfache Benutzbarkeit (Usabiltiy) oder die logische Verwendung von Überschriften.

So, wie ein Elektriker niemals eine Leitung diagonal legt, sondern immer waagerecht oder senkrecht legt oder wie ein Sanitärmeister die Waschbecken in Normhöhe verankern wird, genau so gelten im Internet bestimmte Standards. Leider werden viele dieser Standards mangels Wissen von den Selberbastlern missachtet. Das Ergebnis sind dann pfuschige Seiten, die von Google entsprechend abgestraft werden und wenige bis gar keine Besucher verzeichnen.

Es wäre besser, wenn die jeweiligen Handwerker Ihre Selberbastel-Pfusch-Seiten lieber vollständig aus dem Internet nehmen würden, bevor sie Ihren Ruf damit völlig ruinieren.

Kategorie 2: Die Visitenkarte für Handwerker

Eine deutliche Verbesserung zur Kategorie 1 sind die Seiten von Handwerkern, die einmal von (semi)professionellen Gestaltern aufgesetzt wurden und als digitale Visitenkarten genutzt werden. Der Handwerker hat erkannt, daß er im Internet präsent sein sollte, selbst aber nicht über die notwendigen Kenntnisse zur Erstellung verfügt. Er hat daher gegen Bezahlung eine Agentur oder einen versierten Programmierer im Bekanntenkreis beauftragt, eine Seite erstmalig für Ihn zu erstellen. Die Seite wirkt sauber, aufgeräumt, sie enthält alle notwendigen Angaben wie ein Impressum oder ein Formular zur Kontaktaufnahme, sie hat ein durchgängiges Layout mittels CSS und es gibt neben Informationen zum Unternehmen und dem Leistungsspektrum ein paar schöne Bilder der Mitarbeiter.

Diese Seite schreckt auf jeden Fall nicht ab, sondern man hat Interesse, den Handwerksmeister dahinter näher kennenzulernen und einen möglichwn Auftrag in Ruhe zu besprechen.

Einziger Nachteil dieser Art von Seiten ist eine fehlende Aktualität, da die Informationen alle zeitlos geschrieben sind. Fehlende Interaktionsmöglichkeiten durch den Benutzer sind ebenfalls wesentliche Schwächen der Internetseite. Der Handwerker dahinter hat zwar eine schöne Seite gegen Geld erhalten, allerdings wurde er nicht geschult, selbst seine Seite zu aktualisieren und ist auch nicht bereit, für jede Änderung an die Agentur erneut Geld zu überweisen. Hier liegt der Hase im Pfeffer, in einigen Jahren besteht das große Risiko, daß die Seite mangels Pflege in die Kategorie 1 abrutscht.

Aber wenn die Seite einzig und allein als Visitenkarte geplant war, ist die Seite zumindest für diesen Zweck völlig in Ordnung.

Die größten Probleme der Visitenkarten für Handwerker

Die professionellen Visitenkarten haben allesamt ein großes Problem, das sind die fehlenden Besucher. Mangels umfangreichem Content und mangels Aktualität sind diese Seiten für die Suchmaschinen wenig attraktiv. Es gibt wenig verwertbare Suchbegriffe und diese wenigen Begriffe schneiden zudem schlecht in den Ergebnislisten von Google & Co ab.

Kategorie 3: Profi im Handwerk, Profi im Web

Diese Seiten haben alles, was sich der moderne Surfer wünscht. Leichte Bedienbarkeit, Interaktionsmöglichkeiten, Social Media Buttons, laufend neue Informationen über den Handwerker und sein Geschäftsumfeld, Erfolgsstories, Amüsantes und und und…

Diese Seiten wurden professionell geplant und der Inhaber der Seite hat eine Agentur mit der laufenden Pflege beauftragt bzw. ist im Idealfall selbst in der Lage, die Seite zu betreuen. Die Seite ist in das betriebliche Marketing- und Kommunikationskonzept eingebunden und der Erfolg der Seite wird laufend überwacht und daran gearbeitet, noch mehr Traffic zu erhalten. Durch die hohen Besucherzahlen und einer üblichen Konversionsrate kommt es auch immer wieder zu lohnenden Aufträgen für unseren Handwerker.

Hier merkt man, daß Freude, Elan und Grips hinter der Seite stehen. Den Handwerker muß ich als Auftraggeber unbedingt haben. Wer im Web so professionell arbeitet, ist vermutlich auch der Held in seinem gelernten Beruf. Schnell online einen Termin vereinbaren…

Die gute Nachricht, man kann das ändern!

Sie werden beim Lesen dieses Artikels selbst merken, wer aus den drei Kategorien mit seiner Seite Erfolg hat. Der Glaube, „irgendeine Seite“ gehört „halt dazu“ bzw. „muss man halt haben“ geht leider nicht auf. Bevor man eine Kategorie 1 Selberbastel-Seite hat, sollte man den Internetauftritt ganz lassen. Eine solche Seite schadet mehr, als sie nutzt. Aufträge bekommen Sie damit ganz sicher nicht.

Sie können sich auch vorstellen, wie die Verteilung der Seiten in die drei Kategorien war. Ganz viele Kategorie 1 Selberbastel-Seiten, wenige Kategorie 2 Visitenkarten-Seiten und praktisch keine Kategorie 3 Profi-Seite. Warum haben viele Handwerker nicht den Anspruch, auch im Internet professionell aufzutreten?

Stellen Sie sich daher ganz im Ernst die Frage, warum habe ich eine Internetseite? Hat sie meine Erwartungen erfüllt? Sollte ich sie nicht in ein schlüssiges Marketing- und Kommunikationskonzept einbinden und technisch auf den neuesten Stand bringen? Oder sollte ich es nicht lieber lassen, bevor ich weiter Kunden mit meiner Kategorie 1 Seite abschrecke?

Die eingangs gestellte Frage, für was haben Handwerker eine Internetseite, war also durchaus ernst gemeint. Bei vielen Seiten, die ich besucht habe, hat sich mir die Daseinsberechtigung für die Internetseite nämlich nicht erschlossen.

Test: Wie gut ist meine Handwerker Seite?

Kostenloser Download Test-Tool:

Kostenloses Excel-Test-Tool für Internetseiten – nicht nur für Handwerker!

Wir haben ein Test-Tool mit verschiedenen Qualitätskriterien für Handwerksseiten erstellt und dieses mit Gewichtungen für die Kriterien ausgestattet.

Mit unsrem Excel-Tool kann man den Scorewert seiner eigenen Internetseite berechnen, indem man die Kriterien der Reihe nach prüft.

Falls ein Kriterium erfüllt ist, setzt man eine 1 für „erfüllt“ und eine 0 für „nicht erfüllt“.

Der Scorewert wird automatisch berechnet und gibt an, wie viel Prozent der Kriterien in Bezug auf die Gewichtung erfüllt sind.

Zudem können Sie auch die Webseiten Ihrer Konkurrenten Ihrer eigenen Webseite gegenüberstellen, indem sie diese Bewertung für die Konkurrenzwebseiten ebenfalls durchführen und dann die Scorewerte vergleichen. In der Tabelle ist Platz für den Vergleich Ihrer Webseite mit 5 Konkurrenten. Ein Beispiel für eine Bewertung ist in der Tabelle vorgegeben. Für die Verständlichkeit der Kriterien haben wir Kommentare hinterlassen, falls Sie trotzdem Fragen zu der Tabelle haben, können sie sich gerne an uns wenden.

Einordung des Scorewertes und Hinweise für die Verbesserung der Qualität Ihrer Webseite:

Scorewert von:

  • <50%: Ihre Webseite enthält nicht einmal die wichtigsten Informationen und ist unübersichtlich und nicht sehr ansprechend. Sie sollten die Webseite dringend überarbeiten, bzw. überarbeiten lassen.
  • 50% – 60%: Ihre Webseite enthält elementare Informationen zu Ihren Betrieb und Ihren Produkten, jedoch könnte man diese persönlicher gestalten, indem man mehr dieser Informationen einarbeitet und die Gestaltung der Webseite sollte erneuert werden.
  • 60% – 75%: Ihre Webseite enthält die wichtigsten Informationen über den Betrieb und Ihre Produkte und ist ganz ordentlich gestaltet, jedoch hat sie noch viel Potenzial zur Verbesserung. Anregungen hierfür können sie sich durch unsere Qualitätskriterien holen, bzw. indem Sie andere Webseiten als Vergleich heranziehen.
  • 75% – 100%: Ihre Webseite enthält viele Informationen zu Ihren Betrieb und Ihren Produkten, auch die Gestaltung ist sehr ansprechend. Achten Sie darauf, dass Ihre Internetseite auf diesem qualitativen Niveau bleibt und zudem immer aktualisiert wird.

Falls Sie ein paar Anregungen bzw. Ideen für Ihre Internetseite benötigen, finden Sie gute Beispiele auf der Internetseite http://www.handwerkerseite-des-jahres.de/2015/das-aktuelle-ranking.html.
Dies ist eine Internetseite, die die Handwerksseiten des Jahres auszeichnet. Dort finden Sie tolle Beispiele für Webseiten von Handwerkern aus allen Kategorien.

Welche Hilfe gibt es noch für mich als Handwerker?

Da sich offensichtlich viele Handwerker schwer tun, eine professionelle Internetseite zu betreiben, habe ich mich des Themas angenommen und darüber einen Meisterkurs zusammengestellt.

Dabei habe ich darauf geachtet, alles genau zu erklären und auf das ganze Denglisch und Fachchinesisch zu verzichten. Es ist nicht so schwer, erfolgreich im Internet zu sein, wenn man ein paar ganz einfache Dinge beachtet. Sie finden den Meisterkurs hier auf meinem Blog!

Nun wünsche ich viel Erfolg beim Abenteuer Internet – Einsteigen lohnt sich wirklich! Auch und gerade für das Handwerk!

Es grüßt aus Bayreuth,
Axel Schröder


Geschütztes Wissen für Ihren Wettbewerbsvorteil


Wissen ist ein Wettbewerbsvorteil Begrenzter Zugang - lernen Sie unseren internen Bereich kennen!

Jetzt klicken & informieren

Wie hat Ihnen der Artikel gefallen? Stimmen Sie bitte ab und helfen Sie mir, die Beiträge weiter zu verbessern!

1 Stern2 Sterne3 Sterne4 Sterne5 Sterne (5 Abstimmungen, Durchschnitt: 4,40 von 5)
Loading...