Menu

Prozesse outsourcing – Geschäftsprozesse weggeben

Prozesse outsourcen

Es ist kein Geheimnis, dass in Unternehmen in der Zwischenzeit bereits viele Unterstützungsprozesse, die nicht zum Kerngeschäft zählen, an andere Unternehmen herausgegeben werden.

Dies wird üblicherweise als Outsourcing bezeichnet.

Zu den Unterstützungsprozessen in einem Unternehmen zählen z.B. die Versorgung der Mitarbeiter mit Büromaterial, die leibliche Versorgung oder auch Reinigungsdienste. Hier haben sich Unternehmen so spezialisiert, dass diese Dienstleistungen hoch effizient, kostengünstig und durch optimale Abläufe Kunden angeboten werden können.

Persönlich finde ich diese Entwicklung gut, denn Unternehmen deren Kerngeschäft zum Beispiel das Herstellen von Autos darstellt, sollten sich auf die mit Ihrem Business relevanten Geschäftsprozesse und deren Optimierung konzentrieren.

Wie sieht es aber aus, wenn Kernprozesse oder zumindest Geschäftsprozesse die sich sehr nah an den Kernprozessen befinden, an einen Dienstleister gegeben werden sollen?

Ein sehr spannendes Thema wie ich finde. Aus meiner beruflichen Praxis, habe ich mich mit solchen Untersuchungen und daraus abgeleiteten Entscheidungsvorlagen bereits mehrmals auseinander gesetzt.

Vor einigen Jahren habe ich beispielsweise untersucht, ob man den Zahlungsverkehr eines Finanzdienstleisters outsourcen kann – und was dies alles für Auswirkungen auf die Organisation mit sich bringen würde. Heute haben nahezu alle Banken den vormals im eigenen Haus abgewickelten Zahlungsverkehr aus dem Unternehmen herausgegeben.

Jedoch konnte ich auch erleben, wie Outsourcing rückgängig gemacht wurde, da die Anforderungen an Qualität und Geschwindigkeit nicht zufriedenstellend waren. Damals habe ich die Ursachen nicht analysiert, weil ich mit diesem Projekt des Insourcing betraut wurde. Heute würde ich allzu gern wissen, welche Ursachen wirklich dahinter gesteckt haben.

Denn bei jeder Entscheidung Geschäftsprozesse aus dem Unternehmen herauszugeben, sollte zuvor eine genaue Analyse über die Auswirkungen durchgeführt werden. Allein die Kosteneinsparungen, die ggf. durch ein Outsourcing möglich sind – sind ein schlechter Ratgeber für diese Entscheidung. Hier sind viele andere Auswirkungen mit zu betrachten.

  • Welche Auswirkungen haben die Veränderungen für die Organisation und die Menschen?
  • Wie stark beeinflusst das Outsourcing die Kernprozesse?
  • Wie stellt man sicher, dass die Leistungen vom Outsourcing – Partner auch erbracht werden können die das Unternehmen benötigt?

Dies sind jedoch nur einige der Fragen, die zu beantworten sind, bevor eine solch weitreichende Entscheidung getroffen werden kann.

Interessanterweise findet genau zu diesem Thema am 21. September in Wiesbaden eine Veranstaltung der gfo statt. Unter dem Thema „Posteingangsbearbeitung als Business Process Outsourcing (BPO) bei der VHV “ wird an einem praktischen Beispiel ein Blick auf die Umsetzung geworfen. Weitere Informationen zu dieser Veranstaltung finden Sie hier.

Übrigens, als ich damals im Projekt die zuvor herausgegebene Dienstleistung wieder zurück in die Organisation geholt habe, ging es genau um das Thema der Digitalisierung von Dokumenten.

Bildquelle: fotolia, © Monkey Business