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Mindmap erstellen und Mindmap Werkzeuge im Handwerksbetrieb

Mindmap im Handwerksbetrieb

Mindmap im Handwerksbetrieb – wie gehts?

Mind Mapping ist der Begriff zur Erstellung einer sogenannten Mindmap. Es handelt sich um eine Karte, auf der das Wissen oder die Ideen bildhaft strukturiert und auf verschiedenen Ebenen abgebildet wird. Mindmaps sind Werkzeuge, um Ihrer Kreativität (z. B. nach einem Brainstorming) eine Struktur zu geben.

Warum Mindmap im Handwerk nutzen?

Es gibt viele Situationen im Handwerk, in denen man eine Aufgabenstellung in Teile zerlegen und strukturieren muss bzw. seine Kreativität in eine bearbeitbare Reihenfolge bringen muss.

Man denke an Baustellen, an denen mehrere Gewerke (Maurer, Zimmerer, Dachdecker, Maler, Elektriker, Fußbodenleger um nur einige zu nennen) zu koordinieren sind. Oder an große Projekte, die immer weiter detailliert werden müssen, an Produktportfolien in Metzgereien oder Bäckereien etc.

Mit Hilfe einer Mindmap kann man komplexe Projekte und Aufgabenstellungen sehr schnell und einfach in handhabbare Teile zerlegen und sieht die Abhängigkeiten voneinander.

Da die Methode sehr schnell erlernbar ist und nur ganz wenig Material benötigt, eignet sie sich besonders gut für das Handwerk.

Ein weiterer großer Vorteil ist, das Wissen in den Köpfen der Mitarbeiter schriftlich niederzulegen und somit für alle verfügbar zu machen. Damit kann sich jeder einbringen und mit seiner Kreativität die bestehende Mind Map ergänzen und verbessern. Mit Mindmaps wird implizites Wissen (was nur in den Köpfen existiert) explizit dargestellt (also für alle verwendbar). Denken Sie daran, jeder noch so gute Mitarbeiter kann kündigen, einen Unfall erleiden oder in den Ruhestand gehen. In Zeiten eklatanten Fachkräftemangels sollten Sie daher vorbereitet sein. Mindmaps eigenen sich daher auch als Beginn eines systematischen Wissensmanagements.

Was braucht man für eine Mindmap?

Ein (möglichst großes) Blatt Papier und bunte Stifte (bunt ist wichtig!)

Vorgehensweise beim Mindmapping

Bevor man mit der eigentlichen Arbeit beginnt, sollte man zuerst überlegen, wie man die Aufgabe oder Problemstellung mit nur einem aussagefähigen Begriff beschreiben kann.

Gute Beispiele

  • „Einkaufsliste“
  • „Betriebsfeier“
  • „Internetauftritt“

Schlechte Beispiele

  • „Was muss ich alles einkaufen gehen?“
  • „Was brauchen wir alles für die Betriebsfeier“
  • „Wie bekomme ich mehr Besucher auf meine Internetseite“

Legen Sie nun das Blatt Papier im Querformat vor sich und schreiben diesen Begriff in Großbuchstaben in die Mitte. Anstelle des Begriffs können Sie gerne auch ein Bild verwenden. Umranden Sie anschießend den Zentralbegriff mit einer dicken Linie oder verzieren Sie ihn mit Skizzen, Symbolen etc. Ihrer Fantasie sind hier keinerlei Grenzen gesetzt, finden Sie einfach Ihren persönlichen Stil!

Nun erarbeiten Sie sich von diesem Zentralbegriff aus das Thema. Stellen Sie sich dazu einen Baum vor, Ihr Zentralbegriff ist der Stamm und nun ergänzen Sie die Äste und die Wurzeln. Alle Ideen, die Ihnen spontan einfallen, ergänzen Sie in Ihrer Mindmap und gruppieren diese um den Zentralbegriff. Verbinden Sie die Ideen durch Linien mit dem Zentralbegriff.

Es hat sich bewährt, für jede Hauptgruppe eine eigene Farbe zu wählen (daher auch eingangs die bunten Stifte!), die Begriffe zu umrahmen, kleine Bildchen oder Skizzen hinzuzufügen bzw. mit Verbindungslinie Abhängigkeiten zu den anderen Gruppen aufzuzeigen.

Von diesen Ästen werden nun wieder Ideen und Begriffe, sprich Zweige abgeleitet, die Sie am jeweiligen Ast beliebig entlang gruppieren. Achten Sie jedoch darauf, keine Sätze zu schreiben, sondern immer nur Schlagworte zu verwenden.

Anbei ein Beispiel, dass ich für mich zum Thema „Erfolgreiche Webpräsenz“ mit dem kostenlosen Programm XMind (Kostenloser Download und deutsche Fassung unter http://www.xmind.net) erstellt habe:

 

Eine Mindmap zum Thema Internetseite

Eine Mindmap zum Thema Internetseite

Fällt Ihnen eine Idee ein, die nirgends so richtig hinpassen will, dann gehen Sie den umgekehrten Weg. Suchen Sie einen Überbegriff und fügen Sie ihn in Ihre Mindmap ein. Nun ergänzen Sie den bekannten Begriff und am besten noch weitere Zweige, die Ihnen dazu einfallen.

Ein Bespiel: Fällt Ihnen zum Begriff „Betriebsfest“ „Caipirinha“ ein, dann ergänzen Sie z.B. Getränke als Oberbegriff, fügen „Caipirinha“ ein und gleich alle weiteren Getränke, die Sie für das Fest vorsehen. Sie können den Begriff natürlich auch noch genauer ausarbeiten, je nachdem ob es sich um eine Grobplanung oder um eine Detailplanung handelt: Betriebsfest –> Bewirtung –> Getränke –> alkoholische Getränke –> Caipirinha

Sie sehen, mit einer Mindmap findet man nicht nur viele Ideen, sondern man bringt diese durch die Stamm – Ast – Zweig Methode gleich in eine gute Struktur. Somit ergibt sich eine strukturierte Vorgehensweise praktisch von selbst.

Beispiel einer „Papier-und-Buntstift-Map“, die ich für mich selbst zum Thema „Prozessmanagement“ angefertigt habe.

 

Mind Map zum Thema Prozessmanagement

Mind Map zum Thema Prozessmanagement

 

Sie werden sehen, dass Sie sich das Thema um Ihren Zentralbegriff mit sehr vielen neuen Aspekten erschlossen hat. Gehen Sie jetzt nochmals durch Ihre Mindmap und überlegen Sie sich, wo man Sie noch verbessern könnte.

Sollten bestimmte Begriffe in andere Kategorien verschoben werden, sollte man neue Verbindungen schaffen, bestimmte Bereiche weiter ausarbeiten etc.

Anwendungsbereiche von Mindmap im Handwerk

Praxisbeispiel für Mindmap im Bauhandwerk

Mit einer Mindmap kann man komplexe Aufgaben in ihre Teilschritte zerlegen und gliedern. Als typisches Beispiel aus dem Bauhandwerk kann man das Errichten eines Carports durch einen Zimmereibetrieb anführen. Die Aufgabenstellung beginnt bei den vorbereitenden Tätigkeiten wie der Bestellung von Holz, Abbund und Vorfertigung des Carports. Es werden Vorarbeiten auf der Baustelle wie Gründung und Fundamente benötigt sowie die eigentliche Errichtung des Carports ausgeführt. Evtl. Dachdecker- und Klemptnerarbeiten (Dachrinnen anschließen, Einblechen) gehören ebenso dazu.

Dieses Aufgabenbündel kann man mit einer Mindmap wunderbar gliedern und in die richtige Reihenfolge bringen. Hat man eine „Blauplause“ mittels einer Mindmap einmal erstellt hilft diese Mindmap ebenso bei der Erstellung einer sauberen Kalkulation für ein Angebot wie auch für die Nachkalkulation. Man kann ganz einfach „vergessene“ Arbeitsschritte in die Mindmap ergänzen und so einen kontnuierlichen Verbesserungsprozess bzw. KAIZEN im Handwerk anstoßen.

Vor- und Nachteile des Mind Mapping

Mit der Mind Map Methode haben Sie ein wertvolles Werkzeug in der Hand, Ordnung in Ihre Gedanken und Ideen zu bringen. Es wird Ihnen damit leichter fallen, Lösungswege für kleine oder große Aufgaben zu strukturieren.

Vorteile des Mind Mapping:

  • Die Methode ist einfach zu handhaben und für die verschiedensten Aufgaben und Problemstellungen geeignet
  • Man verlässt lineare Denkstrukturen und öffnet sich neuen Ideen
  • Vernetzungen und Assoziationen können leichter abgerufen werden
  • Informationen, Ideen und Aufgaben werden strukturiert
  • Die grafische Darstellung fördert die Übersichtlichkeit

Nachteile des Mind Mapping:

  • Individuelle Mindmap sind für Außenstehende oft nur schwer zu durchschauen
  • Mindmap eignen sich nur eingeschränkt für Teamarbeit
  • Bei großen und komplexen Aufgabenstellungen kann die Mindmap schnell unübersichtlich werden
  • Kreative Mindmap mit vielen Farben und Bildern wirken für Außenstehende oft „unprofessionell“
  • Mindmap strukturieren die Aufgabenstellung, sie sind nicht die Problemlösung!

Internetquellen für Mind-Mapping Programme:

Mindmapping-Freeware:

Kommerzielle Mindmapping-Software:

Fazit zum Mindmapping:

Mit Mindmaps haben Sie ein hervorragendes Werkzeug, um alle möglichen Aufgabenstellungen in Ihrem Handwerksbetrieb bzw. Unternehmen zu strukturieren. Am Anfang wirkt die Methode noch ein bisschen ungelenk und holprig, aber je öfter Sie diese anwenden, desto schneller geht sie Ihnen von der Hand.

Wie bei jeder neuen Fertigkeit gilt auch hier: Übung macht den Meister!

Wenn Sie Unterstützung zum Thema benötigen, nehmen Sie einfach mit mir Kontakt auf!

Es grüßt aus Bayreuth,
Axel Schröder

Bildquelle: fotolia, © Andrey Popov

Nachtrag vom 19.12.2011

In der Zeitschrift ct aus dem Heise-Verlag befindet sich im Heft 1/2012 ein Testbericht über Mind-Mapping Software für die Betriebssysteme Windows, Mac, iOS und Android. Ich finde den Artikel gut gelungen, da er eine ganz gute Marktübersicht bietet.

 

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