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Kreativität & Kreativitätstechniken – Clustering für (Web)-Autoren

Kreativitätstechnik Clustering
Die Glühbirne ist oft Zeichen von Ideenreichtum

Die Glühbirne ist oft Zeichen von Ideenreichtum

Wie Clustering (Web)-Autoren helfen kann…

In den letzten Artikeln über Kreativität und Kreativitätstechniken habe ich recht bekannte Techniken wie Brainstorming oder Mind-Mapping vorgestellt. Diese beiden Techniken sind insbesondere im Handwerk sehr gut einsetzbar.

Heute möchte ich Ihnen das Clustering vorstellen, eine Technik, die besonders gut von Menschen einsetzbar ist, die schreiben oder im sprachlichen Bereich arbeiten. Also ideal für Webautoren, Blogger, Schriftsteller, Werbetexter, Journalisten etc.

Mit dieser Methode ist es möglich, Schreibblockaden zu lösen und neue Ideen für Artikel oder Posts zu finden.

Cluster stammt aus dem Englischen und bedeutet „Gruppe“, „Haufen“ bzw. „Anhäufung“. Es geht bei diesem kreativen Schreiben darum, „Haufen“ aus Assoziationen und Ideen zu bilden und diese dann weiter zu verfolgen. In der Anwendung ähnelt das Clustering dem Brainstorming bzw. dem Mind-Mapping, sollte jedoch mit diesen Methoden nicht verwechselt werden, da die Methoden unterschiedliche Zwecke verfolgen.

Mind Maps dienen in erster Linie dazu, vorhandene Ideen zu vervollständigen, zu detaillieren, weiterzuverfolgen und zu strukturieren, beim Clustering handelt es sich um eine Technik zur reinen Assoziationsförderung.

Vorgehensweise beim Clustering:

Es gibt beim Clustering im Gegensatz zu anderen Kreativitätstechniken keine genau voneinander abgegrenzten Schritte im Verfahrensablauf. Die einzelnen Phasen benötigen unterschiedlich viel Zeit, womit es sich um einen fließenden Prozess handelt. Es hängt davon ab, inwieweit Kreativität und Assoziationsvermögen bereits vorhanden sind oder noch ausgebaut werden müssen.

Clustering für Einzelpersonen:

Beginnen Sie mit einem großen leeren Bogen Papier und schreiben Sie den Begriff, bei dem es in Ihrer Aufgabenstellung geht, in die Mitte. Umrahmen Sie den Begriff (das Wort, den Satzteil, was immer Sie hingeschrieben haben).

Internetmarketing als Begriff für den Cluster

Internetmarketing als Begriff für den Cluster

Beginnen Sie nun den kreativen Prozess und notieren Sie ALLES, was Ihnen spontan dazu einfällt. Ganz wichtig ist hierbei, daß Sie sich keinerlei gedanklichen Beschränkungen unterwerfen, selbst wenn die Assoziation im ersten Moment noch so absurd klingen mag. Mit alles meine ich jede Art von Assoziation (Wörter, Gedanken, Satzteile, Gefühle, Erinnerungen, Attribute, Zitate, Personen, Tiere, Sachen, Stimmungen etc.). Gruppieren Sie Ihre Ideen kreisförmig um das Zentrum, rahmen Sie die Begriffe ebenfalls ein und verbinden Sie die Begriffe mit einer Linie vom Zentralbegriff zu den neu gefundenen Begriffen bzw. untereinander, wenn diese Begriffe in einem Zusammenhang stehen.

 

Entwicklung des Cluster

Entwicklung des Cluster

Sollten Sie ins Stocke geraten, kehren Sie zu Ihrem Ausgangsbegriff zurück und vertiefen Sie nochmals den Zentralbegriff. Überprüfen Sie Verbindungen zwischen den einzelnen Notizen, verstärken Sie Linien, die Ihnen besonders bedeutsam vorkommen oder markieren Sie Begriffe farbig, die Sie weiter ausarbeiten möchten.

Wenn Sie Ihren Cluster analysieren, werden Sie feststellen, daß es an bestimmten Stellen besonders viele Linien gibt, also eine deutliche Häufung vorkommt. Diese Häufung nennt man Versuchs-Netz. Beginnen Sie Ihre Aufgabenstellung von diesem Versuchsnetz aus zu lösen. Sollte es sich als zu wenig ergiebig erweisen, gehen Sie zur nächsten Häufung. Es war ja nur ein „Versuchsnetz“. Wenn Sie merken, daß Sie das Versuchsnetz weiterführt, dann entwickeln Sie die Clusterstruktur an dieser Stelle weiter. So entwickelt sich der Cluster zum Kern Ihrer Aufgabenstellung und als Basis für die Bewältigung dieser Aufgabe.

Clustering mit mehreren Teilnehmern:

Die ideale Teamgröße für Clustering sind drei bis fünf Personen. Damit alle Teilnehmer den Prozess mitverfolgen können, sollten die Ideen auf ein Flip-Chart geschrieben werden. Ein Gruppenmitglied übernimmt die schriftliche Aufzeichnung. Um zu gewährleisten, daß jeder seine Beiträge beisteuern kann, sollte der Reihe nach von jedem Mitglied nur ein Begriff oder eine Idee beigesteuert werden, bis nach vielen Rundgängen alle Ideen ausgeschöpft sind. Diese Vorgehensweise hat den Vorteil, daß jedem Teammitglied neue Ideen einfallen können, bis es wieder an der Reihe ist. Um Ideen in bis dahin nicht wieder zu vergessen, können die Einfälle von jedem Teammitglied auf seinem Notizzettel festgehalten werden. Das Eintragen der Linien erfolgt dann in gemeinsamer Diskussion, die Gruppe analysiert gemeinsam, wo sich Verbindungen aus den Begriffen ergeben.

Im Anschluß an die Ideenfindung wird gemeinsam nach einem Versuchsnetz gesucht. Durch die verschiedenen Betrachtungswinkel der Beteiligten kann es durchaus vorkommen, daß sich verschiedene Netze herauskristallisieren. Dies ist weder schlimm noch soll es verhindert werden, sondern spiegelt nur die verschiedenen Herangehensweisen und Problemlösungsansätze der Teammitglieder wieder. Mit großer Sicherheit wird eine Gruppe für die gestellte Aufgabe durch das Clustering mindestens eine zufriedenstellende Lösung finden.

Ich würde mich über Feedback sehr freuen, wer hat Clustering schon selbst angewendet?

Es grüßt aus Bayreuth,
Axel Schröder

Bildquelle: fotolia, © Wayhome Studio


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