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Brainstorming in Handwerk und kleinen Unternehmen

Brainstorming im Handwerk
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Brainstorming im Handwerk

In meinem letzten Beitrag zu Kreativitätstechniken habe ich einen Überblick über die verschiedenen Ansätze von Kreativitätstechniken, darunter auch das Brainstorming Tool, gezeigt.

In diesem Artikel möchte ich die wohl bekannteste Kreativitätstechnik, die Brainstorming Methode, näher vorstellen. Brainstorming ist für viele Handwerker gut geeignet, um im Team Ideen zur Lösung von Fragestellungen bei Kundenlösungen oder für neue Produkte oder Marketingideen zu sammeln. Sie sehen, dem Einsatzgebiet des brainstormen sind fast keine Grenzen gesetzt.

Das Brainstorming gehört zu den intuitiven Kreativitätstechniken und wurde von dem US-Amerikaner Alex Osborne (1888 – 1966) erfunden.

Im Kern geht es beim brainstormen um die Nutzung eines Synergieeffektes, wenn sich nicht ein Einzelner sondern eine Gruppe Gedanken über eine Problemstellung oder auf die Suche nach Ideen macht. Hat eine Einzelperson zu einem Stichwort z.B. 10 Einfälle, dann erreicht eine Gruppe deutlich mehr als 10 Einfälle. Zwar kommen beim brainstormen viele Ideen mehrfach vor, aber dennoch sind immer je Teilnehmer eine oder zwei neue Ideen dabei sind, die die Gesamtanzahl erhöhen.

Wie geht man beim Brainstorming vor?

Bei einem Brainstorming werden in der Regel drei Phasen durchlaufen, eine Einführung, die Ideensammlung und die Auswertung.

Die Einführung ins Brainstorming:

Wenn alle Gruppenmitglieder bereits Erfahrungen mit dem Brainstorming Tool haben, kann die Einführung natürlich weggelassen werden und es wird sofort mit der Aufgabenstellung begonnen. Ansonsten sollte der Moderator allen Teilnehmern kurz die Grundlagen und die wichtigsten Regeln des brainstormen erläutern. Moderator kann prinzipiell jeder sein, der Brainstorming schon ein paar Mal durchgeführt hat und damit über eine gewisse Erfahrung mit dieser Brainstorming Methode sammeln konnte.

Keine Angst, brainstormen geht ganz einfach und tut nicht weh!

Die wichtigsten Regeln bei diesem Brainstorming Tool sind dieselben, wie bei allen intuitiven Kreativitätstechniken und werden deshalb hier nochmals aufgeführt:

  • Jede Idee und jeder Einfall ist erlaubt und brauchbar! Lassen Sie der Fantasie freien Lauf und schaffen Sie keine Zwänge oder Tabus, aussortiert wird erst bei der Analyse und Bewertung.
  • Je spontaner die Äußerung, desto höher die Erfolgsquote!
  • Bei der Ideenfindung sind Wertungen durch Kommentare oder Körpersprache absolut verboten!
  • Das Aufgreifen oder Ausbauen von Ideen ist erwünscht und ein wichtiger Impuls! Niemand hat ein Urheberrecht an einer Idee!
  • Je mehr Ideen in kurzer Zeit gefunden werden, desto besser ist dies für die Lösung des Problems. Hier gilt (ausnahmsweise) Quantität zunächst vor Qualität!

Anschließend wird das Thema oder die Fragestellung vorgestellt, Fragen dazu geklärt und die Voraussetzungen oder die Ist-Situation geklärt.

Dann sollte ein Kernbegriff oder eine zentrale Aussage für diese Aufgabe definiert werden. Für beste Ergebnisse sollte diese Aussage für alle gut lesbar auf ein Flipchart geschrieben werden.

Schlechte Beispiele: Was sollten wir tun, um unsere Kunden zufriedener zu machen? Wie kann der Ablauf beim Ablösen von alten Tapeten beschleunigt werden?

Gute Beispiele: Steigerung Kundenzufriedenheit. Beschleunigung Tapetenlösen

Durchführung der Ideensammlung:

Nun sollen alle Teilnehmer ihre spontanen Ideen, Eingebungen und Einfälle äußern. Damit jeder die Möglichkeit hat, zu Wort zu kommen, sollte dies reihum in mehreren Durchgängen geschehen. Sonst kann es vorkommen, dass zurückhaltende oder schüchterne Teammitglieder, die oft gute Einfälle haben, schlicht nicht zu Wort kommen.

Es liegt an einem guten Moderator, dafür zu sorgen, dass es bei den Wortmeldungen nicht zu einem Durcheinander kommt und die goldenen Regeln eingehalten werden. Ein Protokollant schreibt alle Einfälle auf das Flipchart, damit sie von allen gut gesehen werden können und für Verfeinerungen wieder aufgegriffen werden können.
Um keine Ideen zu vergessen, bis man an die Reihe kommt, sollten Blätter und Stifte für die Teilnehmer zur Verfügung stehen, um Geistesblitze gleich notieren zu können.
Die Praxis zeigt, dass nach ca. 20 Minuten die Ideen zum Erliegen kommen und das Thema ziemlich ausgereizt scheint. Man spricht von einem Kreativitätsloch. Jetzt sollte man eine Pause von 15-30 Minuten einlegen und die Teilnehmer sollten diese Zeit nach eigenem Ermessen nutzen. Einen Kaffee trinken, sich über ein anderes Thema austauschen oder – was immer sehr gut für die Kreativität ist – einen Spaziergang machen.

Nach einer solchen Pause werden sie in einem neuen Rundgang eine überraschend gute neue Kreativitätswelle erleben – das Thema war ganz offensichtlich noch nicht ausgereizt!

Auswertung der Ideen:

In der dritten und letzten Phase des Brainstormings werden die Ideen gesichtet und strukturiert. Dabei werden die Ideen inhaltlich in zusammengehörige Gruppen gegliedert.

In einer Gruppendiskussion wird besprochen:

  • welche Ideen gleich oder sehr schnell umsetzbar sind
  • ob und welche Ideen noch verbessert, detailliert oder genauer ausgearbeitet werden müssen und
  • welche Ideen im Augenblick für eine Umsetzung ungeeignet erscheinen.
  • wie können die Ideen in Maßnahmen des Employer Branding für den guten Ruf der Firma eingeordnet werden können.

Wenn darüber Einigkeit erzielt wurde, können die so gefilterten Ideen benutzt werden, ganz konkrete Maßnahmen zur Bewältigung der gestellten Aufgaben zu entwickeln.

Brainstorming in 3 Schritten

Fazit des Brainstormings:

Die Brainstorming Methode eignet sich hervorragend für eine Ideensammlung in Gruppen mit 5 bis 10 Teilnehmern. Größere Gruppen sollte man in Untergruppen aufteilen, um bei der Vielzahl der spontanen Eingebungen den Überblick zu behalten. Man benötigt für ein Brainstorming Tool nur wenig Material (ideal ein Flipchart und für jeden Teilnehmer Papier und Stift) und eine überschaubare Zeit (30 min bis 2h). Daher ist die Methode besonders geeignet, um schnell viele Ideen zu sammeln. Mit einem Brainstorming lösen sie das Ausgangsproblem nicht! Durch die Brainstorming Methode bekommen Sie aber viele Ideen, wie man dem Problem zu Leibe rücken kann.

Gerade im Bereich der Prozessoptimierung sind viele Ideen lebensnotwendig! Tipp! Sehen Sie sich jetzt unsere Feine Organisationsentwicklung an!

Es grüßt aus Bayreuth,

Axel Schröder

Bildquelle: Fotolia, © Tyler Olson

Bonustipp zu Brainstorming im Handwerk – unsere detaillierte Anleitung

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