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Lean Management

Lean Management

Was ist Lean Management?

Der passende Begriff im Deutschen ist die schlanke Unternehmensführung, auch als Toyota-Produktionssystem bekannt. Lean Management verbindet den Kundenwunsch mit optimierten Prozessen und motivierten Mitarbeitern, die an einer verbesserten Wertschöpfung arbeiten. Das gesamte Unternehmen arbeitet an Produkten und Dienstleistungen in einer hohen Qualität, die dem Kundenwunsch entspricht und dabei Verschwendung (japanisch muda) minimiert. Lean Management setzt hierbei nicht auf einmalige Aktionen und Wunderkuren, sondern integriert jeden Mitarbeiter in die Lean Strategie mit mehreren Grundpfeilern. Die Ziele des Lean Managements werden durch alle Ebenen des Unternehmens kommuniziert und als Prinzipien gelebt. Tätigkeiten ohne Wertzuwachs sollen minimiert und die Effizienz der wertsteigernden Arbeiten gesteigert werden.

Basis von Lean Management als Infografik

Grundprinzip Lean Management

Grundprinzip Lean Management

Welche Prinzipien sind im Lean Management wichtig?

Die fünf Säulen des Lean Managements sind Wertdefinition, Identifikation des Wertstroms, Umsetzung des Fluss-Prinzips, Einführung des Pull-Prinzips und das Streben nach Perfektion. Diese Prinzipien sollen in jedem Bereich und in jedem Mitarbeiter des Unternehmens verwurzelt werden, damit ein gemeinsames Ziel erreicht wird.

Wertdefinition des Kunden

Die Wertschöpfungskette geht vom Kunden aus, dessen Definition vom Wert eines Produkts alle Prozesse beeinflusst. Stellt man einem Kunden die Frage, für was er einen Preis zahlt, sind folgende Kriterien üblich: Das Produkt in einer gewünschten Qualität und Haltbarkeit, ein angemessener Service und eine akzeptable Gewinnmarge für das Unternehmen. Die Kundenorientierung versucht unnötige Kosten zu finden und zu senken: Fehlerhafte Produktion mit Ausschuss, Suchzeiten im Büro und Verschwendung jeglicher Art.

Identifikation des Wertstroms

Was passiert im Unternehmen, um Wert für den Kunden zu schaffen? Alle Prozesse können im Leanmanagement-Unternehmen unterteilt werden in wertschöpfend und nicht wertschöpfend. Verschwendung ist das Gegenteil von Wertzuwachs und kann nach der Identifizierung eliminiert werden.

Wertstrom als ruhiger Fluss

Der Wertstrom ist bereinigt und fließt durch Service, Produktion und Lieferung zum Verbraucher. Jeder Mitarbeiter im Lean Unternehmen sorgt für einen reibungslosen Ablauf ohne Wartezeiten und Stauungen. Die Methoden einer gleichmäßigen Produktion sind Vorbereitung, klare Kommunikation, sinnvolle Anweisungen und verfügbare Informationen am Platz. Wenn jeder Mitarbeiter weiß, was er zu tun hat und die benötigten Werkzeuge und Materialien bereitliegen, kann er zur Wertschöpfung beitragen.

Einführung des Pull-Prinzips

Manches Management steigert die Produktion, um Waren auf den Markt zu schwemmen (Push). Das Pull Prinzip reagiert nach Bedarf: Ohne Nachfrage vom Markt oder der nächsten Produktionsstufe wird nicht produziert. Hilfsmittel und Methoden, wie z.B. Kanban mit einer ideal angepassten Lagerhaltung und Elementen der Lean Production wie Fertigungszellen ermöglichen dieses Vorgehen.

Streben nach Perfektion

Unsere Artikel gehen nicht um „Höher, schneller, besser“ bis zur völligen Verausgabung, sondern um einen Zustand der optimalen Stabilität. Mitarbeiter werden krank und Maschinen fallen aus – im perfekten Ablauf sind Lösungen zur Hand, ohne dass alles ins Stocken gerät. Bis dahin braucht es viele Runden Kaizen – kontinuierliche Verbesserung. Jeder Fehler, der grundlegend ausgemerzt werden kann, hilft zukünftige Probleme mit etablierten Methoden anzugehen.

Welche Methoden und Werkzeuge verwendet Lean Management?

  • Lean Management hat das Ziel, kontinuierliche Verbesserung im Unternehmen mit einer optimierten Wertschöpfung zu kombinieren. Die großen Lean Themen sind daher: Verbesserung der Prozesse, Produktion und des Service, Zufriedenstellung des Kunden bei minimierter Verschwendung. Das Prinzip Lean Management greift tief und gibt sich nicht mit oberflächlichen Veränderungen zufrieden – die 5Why-Methode sucht nach tiefen Ursachen.
  • Mit dem System 5S fällt Ordnung und Überblick bewahren einfacher – wenn die Selbstdisziplin stimmt! Kontinuierliche Methodenanwendung sind das A und O des Lean Managements und greifen tiefer als eine einmalige Verbesserung der Prozesse.
  • Hat ein Unternehmen hohe Lagerbestände, ist es in der Regel nicht ausreichend, nur diese abzubauen. Sobald Bestände sinken, werden die Ursachen klar: Materialmängel, unausgereifte Prozesse, schlechte Organisation oder Ausbildung. Durch Lean Management werden Abläufe optimiert und Lagerbestände niedrig gehalten. In unserem Artikel über die 8 Arten der Verschwendung finden Sie Beispiele aus Lager und Betrieb.
  • Kaizen ist der Begriff, wenn es um eine kontinuierliche Verbesserung jeden Tag geht. Jeder Mitarbeiter achtet auf Möglichkeiten, wie Lean Management und Production besser fließen können. Die Themen variieren dabei von Veränderungen alltäglicher Handgriffe zu verbesserten schriftlichen Anweisungen und Überdenken ganzer Prozessschritte.
  • Six Sigma und DMAIC beschreiben Lean Methoden, die im Management der Prozesse Verwendung finden: Definieren, Messen, Analysieren, Verbessern (Improve) und Steuern (Control). DMAI[I]C verdeutlicht in einem weiteren Schritt wie wichtig ein motiviertes Team ist, das die Veränderungen mitträgt. Dieser Zyklus läuft so oft ab, bis ein Prozess stabil läuft – auf einem konstanten -Niveau.
  • PDCA steht für Plan, Do, Check, Act. Um Bereiche zu verbessern, wird im Lean Management erst überlegt und geplant – mit erwünschtem Ergebnis. Danach wird ausgeführt und abgewartet, ob eine Verbesserung messbar ist. Bei positiven Ergebnissen wird die Verbesserung vollständig umgesetzt und der Kreis beginnt erneut.

Weitere Werkzeuge für Lean Management und Lean Production

Die schlanke Produktion (Lean Production) setzt die bisher vorgestellten Lean Management Hilfsmittel um und stützt sich auf weitere. Lean Methoden stehen nicht einzeln, sondern sorgen nach dem Toyota System zusammen für beste Ergebnisse. Die Zusammenarbeit zwischen allen Unternehmensteilen ist immens wichtig, denn nur so können optimale Prozessstrukturen entwickelt werden.

  • Lean Management setzt hier auf Ortsbegehungen: Go to Gemba ist eine Methode, die direkt vor Ort alle Bereiche besichtigt, bevor Maßnahmen entwickelt oder umgesetzt werden. Verschwendung, Tätigkeiten und Abläufe werden am Ort des Geschehens begutachtet und können eingeordnet werden.
  • Poka Yoke ist nicht nur in der Lean Production, sondern auch für eine hohe Kundenzufriedenheit wichtig: Fehlervermeidung setzt dabei an den Schwachstellen Bedienbarkeit und Information an. Die Schlüssel-Schloss-Methode hilft, unnötige Fehler zu vermeiden, wenn es eine einzige Möglichkeit gibt, einen Vorgang auszuführen. Beschriftungen und schriftliche Anweisungen in richtiger Größe und am richtigen Platz vermeiden Fehler und sind kostengünstige Maßnahmen.
  • Just in Time definiert eine Lieferkette, die genau zum richtigen Zeitpunkt an der richtigen Stelle liefert. Bestände werden klein gehalten und der Ablauf nicht verzögert. Diese bedarfssynchrone Lean Production arbeitet nach dem Pull Prinzip und hat einen höheren Planungsaufwand. Dafür wird kein Kapital in Lagerbeständen gebunden.
  • Kanban ist essenziell für das Fluss- und das Pull-Prinzip der Wertschöpfungskette. Es stellt den Kontakt zwischen den einzelnen Bereichen her und sorgt für rechtzeitigen Nachschub. Durch Kanban wird nur so viel produziert, wie nachgefragt wird – Überproduktion wird verhindert. Bei Entnahme aus sogenannten Pufferlagern wird die Nachbestellung oder -produktion angeregt.

Infografik Grundpfeiler und Werkzeuge von Lean Management

Grundpfeiler Lean Management

Grundpfeiler Lean Management

Wie helfen diese 10 vorgestellten Lean Management Elemente?

Sie brauchen keine eigene Lean Management-Abteilung. Lean Werkzeuge können auch in kleineren Betrieben kostengünstig mit großem Erfolg und Gewinn umgesetzt werden. Es liegt bei Ihnen, ob Sie die Vorteile einer schlanken Unternehmensführung mit Lean Management erkennen und testen wollen. Viele Elemente sind gerade in Handwerk und KMU vorhanden – von Teams, Zusammenarbeit hin zu einem direkten Management. Nicht hinterfragte Arbeitsweisen, „Bauchgefühl“, fehlender Kontakt zu Kundenwünschen und ungünstige Abläufe sind häufig die Zeit- und Geldfresser im Hintergrund. Mit Lean Management werden sie diese Monster Stück für Stück los!

Bildquelle: fotolia, © Elnur

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