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Liquiditätsengpass – Definition und richtige Kommunikation

Liquiditätsengpass Definition© grinvalds
Wie ist die Liquiditätsengpass Definition? Wann sind Zahlungsverzug und eine „Geschäftskommunikation Zahlungsprobleme“ mit Partnern angesagt? Viele Unternehmen kennen das Problem, genau zur Fälligkeit nicht alle Rechnungen zahlen zu können. Wie würden Sie in diesem Fall vorgehen? Bei Nachfragen nicht reagieren, Ausreden erfinden oder ehrlich die kurzfristigen Probleme ansprechen? Wir wollen Ihnen in diesem Artikel helfen, den für Sie passenden Weg bei Zahlungsverzug zu finden.

Liquiditätsengpass – Definition

Die Liquidität im Unternehmen ist nicht nur für Banken und die Finanzierung des Unternehmens ein wichtiges Thema. Gerät ein Betrieb in die finanzielle Schieflage, kann sich der Engpass durch eine ganze Branche und darüber hinausziehen. Kein Unternehmen will sich die Blöße geben, mit Zahlungsverzug aufzufallen. Aus illiquide kann schnell insolvent werden. Wir beleuchten diese Begriffe und zeigen, dass Probleme bei Zahlungsverpflichtungen nicht gleich Insolvenz bedeuten. Im Idealfall können Sie Forderungen an Sie und von Ihnen überblicken und einen Liquiditätsplan erstellen. Dieses Hilfsmittel hilft bei Banken und Partnern, kurzfristige Lösungen zu finden, um die Liquidität zu sichern.

Liquidität und Solvenz 

Die Liquiditätsengpass Definition ist mehr Verbindlichkeiten als flüssige Mittel zum Zeitpunkt der Fälligkeit. Sie schulden Lieferanten, Banken, Ämtern oder Versicherungen Geld, das gerade nicht da ist. Diese Zahlungsschwierigkeiten können resultieren aus Ihren Forderungen an Kunden, Versicherungen oder auch bürokratischen Längen in der Geldbeschaffung – z.B., wenn der Anschaffungskredit bewilligt, aber noch nicht ausgezahlt ist. Liquidität ist daher nur bedingt verknüpft mit der Solvenz eines Unternehmens, kann allerdings verheerend in diese umschlagen. Ihre Finanzplanung sollte daher alle Einnahmen und Ausgaben mit Fälligkeit im Blick haben und auch langfristige Kosten einrechnen.

Finanzielle Zustände in Unternehmen

Finanzielle Zustände in Unternehmen

Fehlt dauerhaft die Fähigkeit, Rechnungen zu begleichen, da Ausgaben zu hoch, Einnahmen zu niedrig sind, sind wir schnell bei der Insolvenz. In der Regel liegen hier die Ursachen an anderer Stelle, Verschwendung und mangelnde Anpassung sind bekannte Übeltäter. Je besser Ihr Überblick über Liquidität und Zahlungsverpflichtungen ist, desto eher können Sie auf Anzeichen von Problemen und sogar Betrug reagieren.

Folgen von Zahlungsverzug

Einerseits ist es schlecht für ein Unternehmen, Probleme mit der Liquidität zu bekommen, andererseits kann das weite Kreise ziehen. Die wenigsten Unternehmen sind „too big to fail“ – zu groß zum Scheitern – können aber eine Welle im jeweiligen Segment auslösen. Speziell im Handwerk und den KMU sind Geschäftspartnerschaften wichtig, auf die sich jeder verlassen kann. Zahlungskonditionen werden ausgehandelt, Liefertermine abgesprochen und wenn die Zahlungskette reißt, setzt sich das in der Regel fort. Zahlen Ihre Kunden nicht pünktlich, wartet Ihr Lieferant auf sein Geld, dessen Fahrer und Zulieferer usw. Die Vorboten sind meist Gerüchte und Erfahrungen, dass jemand Geldprobleme hat. Konditionen ziehen plötzlich an und damit ist ein angeschlagener Betrieb einen Schritt näher an der Insolvenz – was tun? Ob Industrie oder Handwerk, per Post, Mail oder in den sozialen Medien im Internet: Kommunikation ist schnelllebig geworden. Steuern Sie sie selbst!

Zahlungsverzug im großen Gefüge

Zahlungsverzug im großen Gefüge

Geschäftskommunikation Zahlungsprobleme – unangenehm, aber notwendig

Gerüchte machen schneller die Runde, als man glauben könnte. Ob Informationen zur Qualität der Arbeit, der Entwicklung eines Betriebs oder die aktuelle Werbung: Ist es gut gemacht, gibt es Neider, wurde danebengegriffen, im schlimmsten Fall einen Shitstorm. Es empfiehlt sich in guten Zeiten, mögliche Probleme durchzusprechen und sich um ein Risikomanagement zu kümmern. Auch ein Budgetplan kann Ihnen gute Dienste leisten, damit es nicht zu bösem Erwachen kommt.

Vorbereitet für alle Fälle

Je umfassender ein Betrieb auf den Ernstfall, z.B. vollständiger Zahlungsausfall durch die Insolvenz des Kunden und Partner, vorbereitet ist, desto besser. Dazu gehören neben dem Liquiditätsplan auch ein Risikomanagement: Gibt es einen Hauptkunden oder Lieferanten? Was passiert, wenn diese Geschäftsbeziehung ins Ungleichgewicht kommt? Die langfristige Entwicklung im jeweiligen Marktsegment sollte mit den strategischen Zielen in den Fokus wandern. Wenn Sie alle möglichen Worst Case Szenarien durgespielt haben, können Sie diese abheften und in der Not drauf zurückgreifen.

Die richtige Geschäftskommunikation finden

Fragen Sie sich: Wenn mein Kunde grad erhöhte Ausgaben hat und mich nicht bezahlen kann, möchte ich, dass:

  • er auf Anrufe und Emails nicht reagiert?
  • der Zahlungsverzug auf Zeit gespielt wird und mit Ausreden garniert?
  • er Bescheid gibt, dass es zu Zahlungsverzug kommt, und er nach Aufspaltung der Rechnung, Raten etc. fragt?
  • oder gleich Leistung und Rechnung in Frage stellt, um durch eine Prüfung Rabatte auszuhandeln und die Zahlung zu verzögern…

Klingt unglaublich? Jeder Unternehmer wird schon mit der ein oder anderen Aussage konfrontiert worden sein, wenn es zum Verzug kam. Es gilt die freundliche Unschuldsvermutung, vielleicht war ja wirklich das Rohr kaputt und hat dabei das Onlinebanking lahmgelegt. Deswegen suchen wir Wege zu einer partnerschaftlichen Geschäftskommunikation zu Zahlungsproblemen. Das gilt sowohl vom Kunden/Verbraucher zu Unternehmer und Verantwortlicher zu Lieferanten und Partnern.

Wann ist der beste Zeitpunkt, um nach Aufschub zu fragen?

So früh wie möglich, aber erst wenn Aussagen über die zukünftige Entwicklung getroffen werden können. Das Wissen über die eigene Liquidität und einen Überblick über typische hohe Ausstände und Verbindlichkeiten, ist das A und O.

Wenn Sie in Eigeninitiative den Kontakt halten, z.B. bei der Bank, ist in der Regel bei solventen Betrieben, eine kurzfristige Mittelbeschaffung möglich. Hier spielt der Liquiditätsplan eine wichtige Rolle, um ohne Risiko Mittel bereitstellen zu können. Die meisten Partner und Lieferanten reagieren auf Informationen und Angebote deutlich positiver, als auf die Warten, Nachfragen und Wiedernachfragen. Denken Sie daran, Sie wollen von einem säumigen Kunden keinen Offenbarungseid und Offenlegung seiner Liquidität oder gar Solvenz. Der gerechte Lohn für Ihre Leistung muss sein und in Raten ist mehr als nichts. Ihnen bleibt die Wahl, ob Sie einen Zahlungsverzug aktiv anmelden oder das Zahlungsziel verstreichen lassen bis zur Nachfrage. Wenn Sie im Verzug sind, warten Sie nicht auf die eigentlich fälligen Forderungen Ihrer Kunden und unterbrechen Sie möglichst bald die Verzugskette.

Kommunikationsstrategie Illiquidität

Kommunikationsstrategie Illiquidität

Wie schütze ich meine Liquidität langfristig?

In unserer Beratungspraxis erleben wir häufig die Probleme durch mangelndes Forderungsmanagement. Eigentlich hat ein Betrieb Geld und ist doch in Verzug durch einen Liquiditätengpass. Die Kreditlinie wird erhöht oder überzogen und mehr Zinsen fallen an. Ein Investitionsstau tut sein Übriges, weil notwendige Wartungen oder Neuanschaffung verschoben werden müssen. Führen Inhaber Ihre Betriebe auf Kante und sind auf der Suche nach den versteckten Ausgaben, lohnt sich eine vollständige Bestandsaufnahme.

Erste Schritte, die jeder Unternehmer für seine Liquidität gehen kann und sollte, sind:

  • Eine langfristige Finanzplanung mit Budgetplan und Investitionsplan.
  • Verträge prüfen auf die ausgemachten Zahlungsziele und Zahlungsbedingungen und prüfen, ob diese nur einseitig vorteilhaft sind.
  • Das tatsächliche Zahlungsziel der Kunden berechnen (Formel als Download?)
  • Für notorische Spätzahler Factoring als Option prüfen. Sie bekommen Ihr Geld sofort und geben die Forderung ab.

Es führt bei Problemen mit der Liquidität kein Weg vorbei an Gesprächen zur Finanzierung. Sei es, dass ein Geldgeber aufgetan wird oder die Rechnung gestückelt werden kann. Wenn Sie für Leistungen unbezahlte Forderungen offenstehen haben, reicht manchmal die freundliche Erinnerung per Telefon. Verschließen Sie weder bei Forderungen noch Verbindlichkeiten die Augen und schützen Sie Ihre Liquidität – selbst bei Engpässen!

Fazit Liquiditätsengpass und Zahlungsverzug

Es passieren in jedem Teil der Produkt- und Dienstleistungskette unvorhergesehene Dinge. Unternehmen können durch einen Liquiditätsengpass in Zahlungsverzug geraten und im schlimmsten Fall die Solvenz verlieren. Schützen Sie sich und Ihren Betrieb davor, indem Sie sich um ein adäquates Risiko- und Forderungsmanagement kümmern und den Überblick behalten.

Es grüßt

Axel Schröder

Bildquelle: Canva.com © grinvalds

Bonustipp zum Liquiditätsengpass: Berechnungsvorlage zum tatsächlichen Zahlungsziel

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