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Micromanagement – Definition und Ursachen

Micromanagement © PickStock

Anhänger des Micromanagers sehen alles, wissen mehr und machen dann am besten alles selbst, oder? Auch wenn sie unterschiedliche Gründe haben, sind diese Merkmale typische Ausprägungen nach der Micromanagement Definition. Und die Folgen? Jeder ist genervt, die Arbeit nimmt kein Ende und am Schluss passt doch wieder etwas nicht. Woran liegt Micromanagement und wichtiger: Wie lösen Sie das? Und das gleich, ob Sie selbst Micromanager sind, einen zum Vorgesetzten haben oder als unterstellte Führungskraft an Ihrem Chef leiden.

Die Micromanagement Definition

Die Micromanagement Definition in kurz bedeutet kleinteiliges Bearbeiten, Überwachen und Verwalten von Aufgaben: Damit ist gemeint, wenn Führungskräfte nicht eine Aufgabe mit der Erwartungshaltung des Ergebnis verteilen, sondern:

  • Eine detaillierte Auflistung geben, wie die Aufgabe zu bearbeiten ist.
  • Ein ständiges Auge darauf haben, wie gut der Fortschritt gelingt oder Berichte anfordern.
  • Ständig nachfragen, ohne Aufforderung erklären und Mitarbeiter nicht in Ruhe arbeiten lassen.
  • Aufgaben entweder gar nicht erst aus der Hand geben oder bei ersten Schwierigkeiten zurückholen.

Micromanager achten auf die kleinsten Einzelheiten und geben keine Verantwortung aus der Hand. Sie misstrauen den Kenntnissen und Fähigkeiten Ihrer Mitarbeiter und arbeiten so immer mit, anstatt sich auf ihre eigentlichen Aufgaben zu konzentrieren. Dadurch bringen sie ihre Mitarbeiter nicht weiter und überhäufen sich selbst mit Aufgaben.

Micromanagement ist damit nicht allein das Problem des Einzelnen, sondern des ganzen Teams und mit seinen Auswirkungen auch des Unternehmens!

Formen von Micromanagement
Formen von Micromanagement

Micromanager im Betrieb: Was gibt es alles?

Management ist die Verwaltung von Dingen, Abläufen und damit auch Mitarbeitern. Dadurch können zwar auch die eigenen Kollegen alles nachprüfen und an sich reißen, allerdings ist das dann mehr ein Problem des Arbeitsklimas. Diese speziellen Mitarbeiter, die gerne neue Mitarbeiter anleiten und schlimmstenfalls früher oder später kontrollieren, haben dafür ebenso Gründe wie Micromanager-Führungskräfte.

Wie zeigt sich Micromanagement unter Mitarbeitern?

Unsicherheit, Neid, Missgunst führen zur Überprüfung und dem Versuch, Kollegen mehr zu steuern. Dahinter stecken Befürchtungen einer ungleichen Arbeitsverteilung, späterer Mehrarbeit oder Status-Verlust ganz oben in der Liste.

Wie geben sich Führungskräfte als Micromanager?

Der Druck kann von innen oder von außen kommen: Der Chef gibt kleinteilige Ziele vor, dann trägt sich das weiter in eine Micromanagement-Hierarchie. Andererseits können Führungskräfte enorm ehrgeizige Ziele haben und den Drang, den Erfolg kleinteilig zu überwachen. Hier ist fehlendes Vertrauen und der eigene Perfektionismus ausschlaggebend.

Wie geben sich Inhaberinnen und Inhaber als Micromanager?

Die Verantwortung über den wirtschaftlichen Erfolg sicherstellen – das ist ein häufiger Grund, warum Chefs micromanagen. Auch kleine Aufgaben übernehmen sie selbst, sind viel im operativen Geschäft eingebunden und häufen Tätigkeiten an. Das führt dazu, dass Mitarbeiter nicht selbstständig arbeiten können und die Freizeit auf Unternehmerebene zusammenschmilzt.

Welche Folgen hat Micromanagement?

Je nach Unternehmen, Mitarbeiter und Verhaltensweisen kommen verschiedene Auswirkung in Frage. Denn in einem Betrieb kann ein Micromanager-Teamleiter für Verbesserung und erreichte Ziele sorgen, im anderen lähmt er dagegen die Abläufe durch ständige Rückfragen und Kontrollen. Je nach Tätigkeit, Branche und Mitarbeiterstruktur sind regelmäßige Kontrollen auch sinnvoll bis nötig, gerade wenn der externe Kunde spezielle Anforderungen stellt oder Sie bereits Opfer von Betrug wurden. Aber in der Regel ist der Begriff Micromanagement eindeutig belegt: Unnötige kleinteilige Verwaltung und dadurch Behinderung des Arbeitsablaufs. Das schauen wir uns jetzt genauer an:

Boreout bei den Mitarbeitern

Ihre Mitarbeiter dürfen keine eigenen Entscheidungen treffen und Sie übernehmen bei den ersten Problemen die Aufgaben? Vorsicht, das ist bereits eine mögliche Form von Micromanagement. Das große Problem daran: Sie nehmen nicht nur Verantwortung ab, sondern auch Kompetenz und die Möglichkeit zu lernen. Ihre Mitarbeiter werden nicht besser arbeiten, wenn Sie die Aufgaben an sich nehmen. Eine offene Unternehmenskultur ist hier deutlich besser geeignet, die richtige Fehlerkultur aufzubauen: Fehler passieren dann nur einmal, das nächste Mal ist das Vorgehen besser.

Statt Ihre Mitarbeiter wie unmündige Kinder zu behandeln, arbeiten Sie lieber an deren Entwicklung. Denn Ihr Team hat unterschiedliche Fähigkeiten und Fertigkeiten, die sie auch einsetzen sollen und in der Regel auch wollen. Wenn Sie zu viel übernehmen, drohen gefühlte Gängelei oder das Langeweile-Syndrom, der Boreout. Und glauben Sie uns, diese Entwicklung ist toxisch. Gleichzeitig öffnen Sie mit Micromanagement Tür und Tor, sich mehr Arbeit aufhalsen zu lassen. Denn wenn eher leistungsarme Mitarbeiter merken, dass Sie bei Problemen übernehmen, kommt das sehr wahrscheinlich in Zukunft häufiger vor. Eine Tätigkeitsanalyse ist übrigens kein Micromanagement, wenn sie zur Prüfung im Rahmen der Aufbauorganisation stattfindet.

Burnout beim Chef oder den Führungskräften

Arbeit und Psyche hängen eng zusammen und treffen in der Regel früher oder später jeden Betrieb mit allen Folgen. Micromanagement bedeutet auch, keine Kontrolle abgeben zu können. Wenn Sie dann Ihre normalen Tätigkeiten, die Verantwortung für die Arbeit der Angestellten und was sonst wichtig ist, bei sich anhäufen, reichen die Kapazitäten bald nicht mehr aus. Die Abende werden länger, die Wochenenden kürzer. Mit steigender Verunsicherung mehren sich die Fragen Ihrer Mitarbeiter bis Sie in den Burnout rutschen.

Und lassen Sie sich nicht täuschen: Auch körperliche Symptome sind möglich, ein Burnout oder eine Depression haben viele unterschiedliche Formen, die allesamt in einer absoluten Überlastung enden. Deswegen brennen Micromanager Stück für Stück aus, der Kopf wird nicht mehr frei und leidet. Diesen Zustand erkennen ist entscheidend, um wieder Boden unter die Füße zu bekommen. Deshalb: Ist Ihr Kopf gefühlt rund um die Uhr bei der Arbeit und allen Aufgaben, richten Sie den Micromanager in Ihrem inneren Team lieber auf die eigene Gesundheit.

Handlungsunfähigkeit durch Micromanagement im Betrieb

Angenommen, Sie haben einen Teamleiter, der ebenso detailorientiert ist wie Sie. Gemeinsam haben sie Ziele gesetzt und Aufgaben optimiert. Es passieren keine Fehler mehr, weil einer von Ihnen beiden sofort sieht, wenn etwas schief gehen könnte. Noch besser: Wenn Schwierigkeiten auftauchen könnten, stehen Ihre Mitarbeiter inzwischen brav Schlange, um sich eine Anweisung abzuholen. Bevor Sie oder Ihr Teamleiter nur fertig im Raum stehen, werden Zettel und Ergebnisse hervorgekramt, die Sie vielleicht sehen wollten.

Es gibt viele Betriebe, die genau so organisiert sind, ebenso viele Mitarbeiter, die sich in diesem engen Vorgaben-Gerüst wohlfühlen. Aber denken wir ein paar Jahre weiter: Was ist der immaterielle Unternehmenswert? Sind es die Innovationen beim Umwege gehen oder die Ideen, wenn Mitarbeiter selbst überlegen? Micromanagement blockiert nicht nur Zeit, sondern auch Kreativität und den unternehmerischen Fortschritt. Wenn Ihre Mitarbeiter sich nicht trauen, neue Wege zu gehen, wie sollen sie dann neue Wege entdecken? Unterschätzen Sie nicht die Gefahr der Stagnation. Je freier Ihre Mitarbeiter sich entfalten können und auf Unterstützung vertrauen, desto reicher ist Ihr Unternehmen.

Was riskieren Micromanager_
Was riskieren Micromanager

Micromanagement besiegen!

Ausgehend von der Micromanagement Definition sollte es ganz einfach sein: Einfach nicht mehr alles ins kleinste Detail nachkontrollieren. Das funktioniert aber nur dann, wenn Sie damit ein ruhiges Gewissen haben. Für Mitarbeiter ist sogar die Kündigung in der Regel die einzige Möglichkeit, wenn die Führungskraft ein Micromanager ist und die Situation für einzelne Personen nicht auszuhalten. Deswegen haben wir hier Tipps für Micromanager und Angestellte von Micromanagern zusammengestellt, die einen Ausweg aus der Situation ermöglichen sollen:

Für Mitarbeiter von Micromanagern:

Sie haben keine Möglichkeit, Ihre Arbeit selbstständig auszuführen oder ohne ständige Kontrollen? Geht es nur Ihnen so oder auch Ihren Mitarbeitern? Meistens stimmt die Abstimmung von Erwartungshaltung, gesteckten Zielen und Prozessmanagement zwischen den Ebenen nicht. Hier hat es sich bewährt im Einzelgespräch mit der Führungskraft (erneut) die Voraussetzungen, den Prozessablauf und die Ziele abzustimmen. So hat ein Micromanager mehr Information und durch die Festlegung des Prozesses eine Übersicht, damit Sie Ihre Arbeit ausführen können. Wichtig: Denken Sie prozessual, denn wenn es Probleme gibt, geben Sie diese weiter als Probleme im Prozess! Wenn alle die gleiche Sprache sprechen zu Prozessvoraussetzungen, Ablauf und Ergebnissen, minimiert sich der Aufwand für ständige Reports.

Entlasten Sie sich vom Micromanagement!

Sie merken, wie Sie immer häufiger nachfragen, vielleicht in Akten blättern oder bestimmte Kunden-Kommunikation nachvollziehen? Haben Sie Vertrauen zu Ihren Mitarbeitern oder wollen Sie nicht, dass vielleicht ein bestimmter Fehler wieder passiert? Wenn Sie selbst der Chefetage, dem Betriebsrat, der Bank oder einer anderen Instanz kleinteilige Rechenschaft schuldig sind, ist das ständige Prüfen ja auch notwendig, oder?

Aber wie viel Zeit verbringen Sie mit Ihren Aufgaben und wie viel mit übernommenen Arbeiten? Kommen Sie mit Ihrer Arbeitszeit noch hin oder häufen sich die Überstunden? Wenn Sie sich hier wiedererkennen, ist es höchste Zeit aus dem Zirkel des Micromanagements auszubrechen und wieder die Hoheit über Ihr eigenes Handeln zu erlangen. Ihre Mitarbeiter brauchen Struktur und Vorgaben, keine engmaschige Begleitung bei der täglichen Arbeit. Wenn Sie mehr wissen wollen, was passiert, dann legen Sie mit den Mitarbeitern fest, was wie wann an Arbeitsübergabe oder Bericht weitergegeben wird. Klare Prozesse erleichtern dann die Zusammenarbeit enorm!

So beenden Sie Micromanagement
So beenden Sie Micromanagement

Schluss mit dem Micromanagement

Micromanagement hat keine wirklichen Vorteile, dafür umso mehr Nachteile. Gerade in Kleinbetrieben kennen wir die Verteilung weniger Aufgabe mit geringer Verantwortung auf mehrere Schultern, während Inhaber nichts mehr abgeben können. Wichtig ist es, zu erkennen, wenn eine Situation die Züge von Micromanagement trägt und das auch zu lösen. Schritt für Schritt und mithilfe aller vertretenen Kompetenzen. Ihre Mitarbeiter können mehr und die Vorgesetzten haben andere Aufgaben als ständig das operative Geschäft auszuführen. Finden Sie gemeinsam den besten aktuellen Prozess, damit jeder sich auf seine Arbeit konzentrieren kann. Von hier aus beginnt der klar gesteuerte kontinuierliche Verbesserungsprozess, der dann die Arbeit von allen erleichtern kann! Gehen Sie es gemeinsam an!

Mit bestem Gruß

Axel Schröder

Bildquelle: Canva.com © PickStock