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Mission Statement entwickeln lohnt sich!

Mission Statement fürs Unternehmen © shironosov

Das Mission Statement, oder kurz die Mission, eines Unternehmens ist idealerweise das handfeste Gegenstück zur Vision. Wie Sie Ihre Mission entwickeln und ausdrücken, wer Sie und Ihr Unternehmen sind und was Sie tun – das gehen wir gemeinsam in diesem Beitrag durch.

Das Mission Statement eines Betriebs: Worum geht’s?

Kennen Sie das Problem, dass Sie und Ihre Mitarbeiter unterschiedliche Vorstellungen vom Daseinszweck Ihres Unternehmens haben? Wir reden nicht von Gehaltsempfänger und Unternehmer, sondern über das normale Alltagsgeschäft: Was macht Ihr Unternehmen und für wen? Fragen wir in einem Betrieb nach dem Angebot, kommen meistens in etwa so viele Antworten wie Beschäftigte. Nehmen wir das Beispiel einer Schreinerei. Hier kommen Aussagen, die zwar alle irgendwie richtig sind, aber an sich unterschiedliche Betriebe sein könnten und deswegen keine Mission ausmachen:

Wir machen Sachen mit Holz.

Für Kunden bauen wir Carports.

Einbauten von Schränken und Einrichtungen sind unser Geschäft.

Wir reparieren Holzmöbel.

Was man halt so macht als Schreiner, Holzarbeiten.

Aber wofür steht dieses eine Unternehmen? Das Mission Statement bündelt das Selbstverständnis, den Antrieb und auch das Umfeld eines Betriebs und ist damit das Gegenstück zur Unternehmensvision. Gemeinsam sind Mission und Vision die Antwort auf „Wozu gibt es den Betrieb?“ und „Wie ist die Zukunft dank uns?“. Haben Sie diese Antworten bereits für sich festgelegt?

Mission Statement – Warum das Wozu im Unternehmen_
Mission Statement – Warum das Wozu im Unternehmen!

Was haben Sie davon, Ihre Mission zu entwickeln?

Ein Leitbild erstellen kann viel Arbeit für die Katz‘ sein oder einen Betrieb jeder Größe näher zusammenbringen. Die Vision ist dabei der Antrieb, zukünftig die Umwelt mitzugestalten und besser zu machen. Die Mission dagegen ist das handfeste Vorgehen im Hier und Jetzt. Unsere Beispielschreinerei ist in ihrem Wertangebot breit aufgestellt und führt Aufträge im B2B und B2C-Bereich aus. Was alle eint:

„Der sorgsame Umgang mit dem nachhaltigen Rohstoff Holz ermöglicht es uns, Einrichtungsideen für Privat- und Firmenkunden im und am Haus perfekt umzusetzen und durch unsere Fachkunde auch langfristig zu erhalten.“

Und schon haben wir eine nicht ausgearbeitete Grundlage einer passenden Selbstaussage. Aber warum pressen wir jetzt das Selbstverständliche in ein Mission Statement – jeder weiß doch, was wir machen?! Diese gemeinsame Aussage bringt Sie, Ihre Mitarbeiter und Kunden näher zusammen und legt den Fokus auf das, was für Sie wirklich wichtig ist. Die Vorteile liegen bei näherer Betrachtung auf der Hand:

Alle arbeiten in die gleiche Richtung!

Statt der verschiedenen Aussagen im Betrieb, gibt es eine einzige Zugrichtung, für die diese Schreinerei steht. Darunter fallen verschiedene Bereiche, aber beispielsweise kein Holzspielzeug. Die Mission ist damit der ausführende Bereich des Leitbilds und der übergeordneten Strategie. Haben Sie sich früher mit Kleinaufträgen aufgehalten (Brett abschleifen, Bohrungen setzen oder Holzschnitt nach Vorgabe), die zwar Lücken füllen, aber kein Kerngeschäft sind, haben Sie jetzt eine Entscheidungshilfe zur Auftragsannahme. Entspricht eine Anfrage dem Leitbild und der Mission, gibt es keine offenen Fragen. Alles andere hat einen Ermessensspielraum, den Sie klar definieren sollten.

Die vier Tipps für die gelungene Mission einfach sehen:

Praktische Beispiele und unsere gesammelte Erfahrung aus vielen Betrieben finden Sie in diesem Video zum Mission Statement. Holen Sie sich die wichtigsten vier Tipps und beginnen Sie mit Ihrer Mission!

Mission entwickeln - 10 Tipps für das Fundament Ihres Unternehmens

Alle arbeiten gemeinsam auf die Ziele hin!

Das Mission Statement organisiert dadurch Ihr Unternehmen zu mehr Geradlinigkeit und einer klaren Zielsetzung. Übrigens: Deswegen ist ein erarbeitetes Leitbild mit Mission und Vision selbst für Freiberufler und die Gründerhilfe ein wichtiges Thema, damit Ihr Geschäftsmodell von Anfang an zielgerichtet ist.

Jede Entscheidung, die Sie treffen, richten Sie nach Ihrem gesetzten Ziel aus. Das spart Zeit, Absprachen und Nerven, wenn der große Rahmen gesetzt ist. Ob bei der Stellenbesetzung, bei Partnerschaften zu Lieferanten und anderen Betrieben Ihrer Branche: Eine klare Zielsetzung hilft Ihnen, sich selbst zu positionieren, Kooperationen zu schließen und sich auf Ihr Kerngeschäft zu konzentrieren! Oder auch: Die Strategieumsetzung ist einfacher, wenn die Strategie in wenigen Worten klar benannt ist.

Alle haben die Möglichkeit, sich jederzeit neu zu motivieren!

Dienst nach Vorschrift oder der typische Gehaltsempfänger: Solche Phasen gibt es immer wieder, aber sie sollten in keinem Betrieb den Dauerzustand darstellen. Und glauben Sie uns: Die Motivation der Mitarbeiter und auch von Ihnen oben halten – das klappt deutlich besser mit einer klaren Mission. Denn diese gibt eine Richtung und ein Gemeinschaftsgefühl: Sie haben gemeinsam einen Schaffensdrang! Deswegen ist die Verankerung eines Mission Statements spätestens ab Tag 1 im Betrieb auch Pflichtprogramm für neue Beschäftigte. Und natürlich für die bestehende Belegschaft, schließlich wollen Werte und Normen der Unternehmenskultur (vor-)gelebt werden! Wenn der Rahmen passt, gibt es auch mehr Antrieb für Innovation: Wie lässt sich das Erreichte noch besser machen? Gesetzte Ziele erreichen Sie dann mit OKR oder Management by Objectives deutlich leichter. Mission und Vision wirken hierbei wie ein Mantra auf den gesamten Betrieb: Sie wissen wer Sie sind, wo Sie stehen und mit der Vision, wo Sie hinwollen!

3 große Vorteile und ein Weg, eine Mission zu entwickeln
3 große Vorteile und ein Weg, eine Mission zu entwickeln

Nachteile des Mission Statements

Neben den positiven Seiten wird es wohl auch negative Faktoren geben, oder? Die meisten kennen wir aus allen anderen Bereichen zur Genüge: Keine Zeit, zu viel zu tun und alles andere ist wichtiger. Das ist immer richtig und leider in der Regel nicht zielführend. Denn wenn Sie keine Zeit für strategische Arbeit an Ihrem Unternehmen haben, zerfasert erfahrungsgemäß Ihr Betrieb mit der Zeit. Dann gibt es irgendwann große Change Management-Projekte, enorme Kosten und großen Widerstand aus der Belegschaft, dass für so etwas plötzlich Zeit und Geld da ist. Aber zurück zu den Nachteilen einer Mission:

Sie müssen selbst ran!

Es ist Ihr Unternehmen, Ihr Antrieb und damit Ihre Mission! Diese Arbeit können Sie niemanden übertragen, um letztendlich nur einen Haken darunter zu setzen. Sie haben eine Vision für die Zukunft und erarbeiten damit die Mission für die Zeit bis dahin! Selbst vertraute Mitarbeiter können diese Impulse bestenfalls erahnen, aber nicht in Ihr Inneres blicken. Es hilft nichts: Mission ist Chef/Chefin-Sache!

Was funktioniert: Ein gemeinsames Brainstorming mit den wichtigsten Personen, eine Ideensammlung verschriftlichen und abschließend die Mission sprachlich gemeinsam glätten. Der Bereich dazwischen ist Ihre Arbeit als Unternehmer.

Ein hübsches Blatt Papier bringt wenig!

Ein Mission Statement bringt nicht viel, wenn Sie sich Gedanken machen, diese niederschreiben und dann liegenlassen. Im Idealfall konnten Sie Ihre Mitarbeiter mit in die Entwicklung einbeziehen, ansonsten kommt jetzt der schwere Part: Alle an Bord holen! Das gelingt leichter, wenn Sie auch Ihre Vision teilen können und der Sinn für alle klar wird. Es geht hier nicht darum, mehr als bisher zu verlangen, sondern gemeinsam in die gleiche Richtung zu arbeiten. Wenn es Probleme gibt, weil niemand die Mission aktuell sieht, dann ist der nächste große Punkt die Transformation. Wie gelingt es, den Anspruch in den Alltag zu integrieren? Mit Vorbereitung, einleitenden Fragen vor der Missionsentwicklung und der Gegenüberstellung von Ist-Zustand und Ziel schaffen Sie das richtige Bewusstsein. Die Belohnung für alle ist in der Regel weniger Stress, klarere Arbeitsweise und ein angenehmes Betriebsklima!

Nachteile der Missions-Entwicklung
Nachteile der Missions-Entwicklung

Lohnt sich ein Mission Statement?

Wenn Sie eine Mission entwickeln, die den tatsächlichen Antrieb für Ihr Unternehmen darstellt, es kommunizieren und in Ihrem Betrieb mit allen Mitarbeitern leben, dann entfaltet es seine volle Wirkung! Oder auch: Ja, es lohnt sich! Selbst wenn es nur wenige Worte oder Sätze sind, die ganz gut klingen – einmal ordentlich etabliert und auf Dauer immer wieder verankert, werden Sie den positiven Effekt merken! Unsere Mission ist es betriebliches Wissen anderen Unternehmen zur Verfügung zu stellen. Deshalb werden Sie hier keine Beiträge finden, die damit nichts zu tun haben oder auf unserem YouTube-Kanal Rezepte zum Lieblingsessen. Das bedeutet, dass jeder Mitarbeiter diesen Selbstanspruch kennt und seinen Teil dazu beiträgt: Fokussiert, mit klarem Ziel vor Augen und dem Gefühl, dass die eigene Arbeit zu diesem Anspruch beiträgt.

Wenn Sie dagegen ein kostenarmes Mittel suchen, dass grundlegende Probleme löst ohne weitere Arbeit reinzustecken, raten wir dagegen ab. Sie sind als Inhaber oder Geschäftsführer der Motivationstrainer Ihres Unternehmens und Ihr Führungsgedanke beeinflusst alle Mitarbeiter – eine Mission ist ein wichtiges Hilfsmittel, das Sie selbst entwickeln, vorleben und gewissenhaft kommunizieren müssen. Dann gibt es auch den durchschlagenden Erfolg Ihrer Mission!

Mit besten Grüßen

Johanna Pöhlmann

Bildquelle: Canva.com © shironosov