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Six Sigma – minimieren Sie Ihre Fehlerquote auf 6σ-Niveau!

Six Sigma © Tumisu
Six Sigma ist eine der Methoden des Lean Managements zur Optimierung von Prozessen. Was steht hinter dem griechischen Sigma und dieser Lean-Methode? Six Sigma lässt sich nicht in zwei Sätzen erklären. Es ist viel mehr als nur eine statistische Methode – es ist die Grundlage für das Qualitätsmanagement. Six Sigma ist mit DMAIC eins der wichtigsten Lean Tools. In diesem Artikel lesen Sie, wie diese Werkzeuge Ihnen helfen, Ihre Kunden zufriedenzustellen – auf Six Sigma-Niveau!

Ist es nur ein Fehler oder schon ein Problem?

Sind Sie sich im Klaren worin eigentlich der Unterschied zwischen einem Fehler und einem Problem besteht? Wenn eine Bestellung kaputt geliefert wird, ist das ein Fehler. Ein Fehler bezeichnet also eine Abweichung vom Zielzustand. Der Zielzustand wäre im Falle einer Glasscheibe, eine perfekt gefertigte und unbeschädigte Glasscheibe gewesen. Wiederholt sich beispielsweise dieser Fehler und tritt öfters auf, entsteht ein Problem. Ein Problem ist dementsprechend die Summe der Fehler, dessen Lösungsweg den einzelnen erst einmal vor eine Herausforderung stellt. Tritt der Fall einer kaputten Glasscheibe bei jeder Lieferung auf, liegt das Problem womöglich nicht in der Produktion, sondern beim Transport des Produkts. Da eine fehlerhafte Glasscheibe nicht eingebaut werden kann und dies eine finanzielle Belastung für das Unternehmen darstellt, sollten Probleme schnellstmöglich gelöst werden.

Was bedeutet Six Sigma?

Six Sigma ist die Verbindung von kundenorientierter, schlanker, zeitsparender Produktion mit einem Null-Fehler Denken. Six Sigma arbeitet mit statistischen Methoden. Dabei ist das Ziel die Standardabweichung, also die Abweichung einzelner Daten vom Mittelwert, zu verkleinern bzw. zu eliminieren. Das Sigma Niveau beschreibt die Wahrscheinlichkeit für das Auftreten von Fehlern. Ein Niveau von sechs Sigma bedeutet eine nahezu fehlerfreie Produktion. Um es genauer auszudrücken, versteht man darunter 3,4 Fehler auf einer Million Fehlermöglichkeiten. Wird ein Six Sigma Niveau erreicht, befinden sich darunter 99,99966% der Teile, welche in einem guten Zustand sind. Die Sigma-Berechnung dient als statistische Grundlage, um Prozesse zu optimieren. Ursachen werden gefunden und in Durchläufen verbessert. Die Kombination von Lean Management und Six Sigma ermöglicht so einen Sprung im Qualitätsmanagement.

3 Sigma vs. 6 Sigma

3 Sigma vs. 6 Sigma

Six Sigma-Methode im Betrieb

Unternehmen streben ein möglichst hohes Sigma an. Die meisten erreichen allerdings nur ein Niveau von drei bis vier. Dieser Unterschied von gerade einmal zwei bis drei Sigma führt in der Regel zu einer Kostenerhöhung von 20 bis 25 Prozent. Als Folge hat sie eine deutliche Auswirkung auf den Gewinn. Wenn das Management nicht auf eine hohe Güte der Produkte und der Produktionsabläufe achtet, kosten nicht erkannte Fehlerursachen Kunden und Gewinn. Im Kontakt mit den anderen Unternehmensebenen sollte das Prozessmanagement an der kontinuierlichen Verbesserung aller Geschäftsprozesse arbeiten. Die Sigma-Methode ermöglicht hierbei eine Einordnung der Auswirkungen.

Six Sigma in der Praxis

Welch ein Unterschied es ist, ob ihre Firma auf einem vier oder sechs Sigma Niveau arbeitet, zeigen folgende Beispiele:

Jeden Tag werden 60 Millionen Briefe verschickt. Arbeitet die deutsche Post auf einem 99% Niveau, gehen ihr täglich über 600000 Briefe verloren oder werden falsch zugestellt. Bei einem Six Sigma Niveau, sprich 99,99966%, reduziert sich die Menge verlorengegangener Sendungen drastisch auf 204 Briefe.

Ein weiteres Beispiel wäre die Automobilindustrie. In Deutschland werden jährlich 5120409 Autos produziert. Würde die Automobilindustrie auf einem vier Sigma Niveau arbeiten, würden jährlich 232467 fehlerhafte Fahrzeuge produziert werden. Da die Produktion der Autos so standardisiert ist und Fehler vermieden werden müssen, entstehen auf einem Six Sigma Niveau nur 17 Fehler pro Jahr. Heruntergerechnet auf die tägliche Produktion wären das nur 0.05 Autos am Tag, sprich nur jeden 19. Tag wird ein fehlerhaftes Fahrzeug hergestellt.

Grundlage für Six Sigma sind messbare Ergebnisse bestehend aus Zahlen, Daten und Fakten. Ergebnisse eines Six Sigma Unternehmens sind Leistungssteigerung, Kostenreduktion, Verringerung des Verwaltungsaufwands und das Streben nach einer Null-Fehler Produktion. Six Sigma arbeitet prozessorientiert. Verschwendungen sollen eliminiert, Qualitätsprobleme behoben werden. Jeder möchte sein Unternehmen mit möglichst wenig Fehlern und einem guten Qualitätsmanagement führen – wie gelingt das?

Die Methode arbeitet in fünf Schritten – dem DMAI(I)C Zyklus.

DMAIC bedeutet Define, Measure, Analyse, Improve, Control – Beschreiben, Messen, Analysieren, Durchführung, Kontrolle.

Define: Hierbei werden Daten erhoben, um das Problem erstmals zu beschreiben. Prozesse, die einer Optimierung bedürfen, werden identifiziert. Themen, welche eine Ergebnisverbesserung versprechen, werden geordnet und priorisiert, um sich vorerst nur mit einem Themengebiet auseinanderzusetzen.

Measure: In der Messphase, wird die Prozessfähigkeit gemessen und geprüft. Darunter auch die Anzahl der Fehler und der Fehlervariationen. Unter Umständen kommt es zu Verbesserungsmaßnahmen im Messsystem.

Analyse: Die Ursache für das Problem wird gesucht und analysiert. Große wertsteigernde Faktoren, die Einfluss darauf nehmen, werden bestimmt. Ein Ziel wird festgelegt: Was möchte ich verändern?

Improve: Der nächste Schritt befasst sich mit der Umsetzung. Lösungen werden ausgewählt, die die Kundenzufriedenheit steigern sollen. Auch wirtschaftliche Aspekte, welche auf die Kosten und den Umsatz abzielen, spielen eine Rolle. Die Durchführung der Verbesserung der Prozesse beginnt.

[Implement]: Die beste Six Sigma Strategie bleibt wirkungslos, wenn nicht alle Mitarbeiter mitziehen. Die Implementierung der Methode ist entscheidend für den Erfolg. Deswegen

Control: Als letzten Schritt findet die Kontrolle statt. Es wird überprüft, ob eine Verbesserung auftrat. Wenn dies der Fall ist, gilt das Projekt als abgeschlossen. Die Verbesserung wird standardisiert und im Unternehmen verankert. Des Weiteren wird erneut die Prozessfähigkeit gemessen und die Messsysteme überprüft. Falls das Problem weiter auftritt, beginnt der Zyklus erneut.

DMAI[I]C – Werkzeuge für die strukturierte Verbesserung

DMAI[I]C – Werkzeuge für die strukturierte Verbesserung

Mögliche Optimierungen wirken sich sowohl auf die Kosten als auch auf den Umsatz aus. Niedrigere Fehlerquoten sorgen für eine höhere Produktivität und seltenere Unterbrechungen. Dazu sinken die Fehlerkosten und die Ausschussmenge. Die einhergehende Kostensenkung kommt dem Gewinn zu gute. Umsatzbezogen könnten Durchlaufzeiten verringert werden, die Kundenzufriedenheit erhöht, Garantiekosten durch weniger fehlerhafte Produkte gesenkt und dadurch wiederum Preisnachlässe reduziert werden. Ein von Anfang an zufriedengestellter Kunde, muss nicht besänftigt werden und weiß dabei, dass er gut aufgehoben ist.

Auf was zielt Six Sigma ab?

Die Analyse der eigenen Abläufe ist immer ein entscheidender Faktor – auch für die Wettbewerbsfähigkeit. Ursachen für Fehler sollten gefunden und beseitigt werden und Lean Werkzeuge mit dem nötigen Wissen eingesetzt werden. Six Sigma ist ein statistisches Hilfsmittel, um die Fehlerquote zu bestimmen und Ziele zu setzen. Wenn Sie sich mit Lean-Management beschäftigt haben, werden Sie auch von black oder green belt gehört haben – hier handelt es sich um Ausbildungsgrade, um Werkzeuge wie DMAIC, Six Sigma oder auch 5S Methode optimal einzusetzen und im Unternehmen zu verbreiten.

Qualitätsmanagement, Kundenorientierung oder Prozessoptimierung mit Six Sigma?

Mit Six Sigma soll all das erreicht werden, um das Unternehmensergebnis zu steigern. Six Sigma ist aber nicht nur eine Optimierung, es ist auch eine Ausbildung. Um ein Six Sigma Niveau zu erreichen, müssen Mitarbeiter extra geschult werden. Six Sigma wird zudem nicht über Nacht erreicht. Es bedarf einer strukturierten Ausbildung und einem breiten Wissen zu Lean Management inklusive der möglichen Werkzeuge. Sonst ist der Versuch zum Scheitern verurteilt, da z.B.: Six Sigma-Werkzeuge nicht optimal zum Einsatz kommen.

Wie schnell funktioniert die Six Sigma Methode?

Ein Projekt von Six Sigma sollte einen Zeitraum von drei bis sechs Monaten in Anspruch nehmen. In diesem Rahmen sollte das Verhältnis zwischen Aufwand und Ergebnisverbesserung zueinander in einem Verhältnis von 1:3 stehen. Prüfen Sie Ihre Ausgangslage, Ihre Kapazitäten und Ressourcen genau im Vorfeld und holen Sie sich Hilfe, wenn Sie sich unsicher sind. Lean Management ist keine isolierte Optimierung und das gilt selbst für die Sigma-Analyse. Zur Bestandsaufnahme gehören auch Arbeitsklima, Unternehmenskultur und der betriebsinterne Wissenstransfer. Halten Sie sich vor Augen, dass jede neue Methode zuerst Mehrarbeit bedeutet, die sich mit dem richtigen Wissen schnell rechnen wird.

Welches Team steht hinter dem Six Sigma Prozess?

Die Qualifikationen lassen sich in verschieden Ebene einteilen, welche alle durch Zertifikate ausgezeichnet werden. Darunter fallen absteigend gegliedert die Führungsriege, Champions, Master Belt, Green Belt und Yellow Belt. Die Bezeichnung Belt geht hier analog zum Kampfsport und bedeutet Gürtel, den man sich verdient hat.

Lean und Sigma-Ausbildung: Belts

Lean und Sigma-Ausbildung: Belts

Die Lean-Klassen mit Rang und Gürtel

Führungsriege: Dahinter verbirgt sich die Top-Führungskraft, welche die Vision des Unternehmens verbreitet und Programme genehmigt.

Champions: Champions sind die nächsten Führungskräfte in der Hierarchie. Sie sind befugt, die Einführung zu untersuchen, Entscheidungen zu treffen, das Gesamtvorgehen zu definieren, Projekte auszuwählen und den dazugehörigen Terminplan festzulegen. Zudem unterstützen sie die Führungsriege bei der Vermittlung der Vision.

Master Belt: Der Six Sigma Experte – Statistik Experte. Er ist für das Coaching der Black Belts verantwortlich, trainiert diese und leitet wichtige Projekte. Ansonsten agiert er mehr als Berater und entwickelt die Six Sigma Strategie weiter.

Black Belt: Dieser besitzt eine hohe Fachkompetenz und ist mit den Methoden vertraut. Er ist befugt, Projekte zu leiten, die Green Belts zu coachen und hat Erfahrungen in Bezug auf statistische Methoden. Außerdem ist er für das Erstellen der Projektberichte verantwortlich.

Green Belt: Er ist fachlich versiert. Er leitet kleinere Projekte und stellt die Verbindung zum Tagesgeschäft her. Zudem lernt er die Methoden und zählt zum Black Belt-Projektteam.

Yellow Belt: Dies bezeichnet einen Fachmann, welcher an den jeweiligen Projekten mitwirkt.

Mehr Erfolg und Qualität durch motivierte Mitarbeiter

Jetzt stellt sich die Frage, wieso eine solche Unterscheidung notwendig ist. Der Erfolg von Six Sigma ist abhängig von Ihren Mitarbeitern. Verstehen ihre Mitarbeiter den Six Sigma Prozess? Möchten Sie mitwirken? Sind sie bereit mehr Zeit aufzuwenden bei der Einführung und Optimierung? Eine Untergliederung unterstützt die Konzentration auf die jeweiligen Themengebiete. Arbeitet der Chef an Aufgaben, die nicht seinen Leistungsbereich betreffen, kann er sich nicht auf wichtigere Dinge fokussieren. Sind ihre Mitarbeiter allerdings weniger leistungsfähig, wirkt sich dies negativ auf den Prozess aus. Es ist nicht nur kostspielig Mitarbeiter aus- und weiterzubilden, sondern auch zeit- und ressourcenintensiv. Auf der anderen Seite können neue Potentiale erschlossen werden und Einsparungen durch Verbesserungen geschaffen werden. Sowohl Kunden als auch Aktionäre werden zufrieden gestellt.

Six Sigma ist nichts für mich, mit Statistik kenn ich mich nicht aus…

Six Sigma ist ein statistisches Ziel, um dem betriebsinternen Qualitätsmanagement ein Ziel zu geben. Das funktioniert in großen Unternehmen mit eigenen Lean Abteilungen und im kleineren Maßstab auch in KMUs. Nehmen wir die typische Büroverwaltung im Handwerk. Wenn es immer wieder Probleme mit Rechnungsstellung gib, kann die DMAIC-Methode (define, measure, analyse, improve, control) helfen, die Quote zu senken. Werden z.B. Rechnungen nach dem gleichen festgelegten Schema erstellt, fallen die ersten Fehler weg. Wird jeder Schritt vom Auftrag zur Rechnung und dem Forderungsmanagement optimiert, bleibt am Ende des Jahres deutlich mehr Gewinn. Ohne, dass Sie mit Six Sigma und black belt arbeiten mussten. Wiederkehrende Probleme lassen sich so auch bei wenig Lean Wissen verbessern – indem Sie die entsprechende Grundursache finden und Lösungen entwickeln. Natürlich sollten Sie ihren Prozess nur verbessern, wenn es Ihnen sinnvoll und möglich erscheint. Ein Prozess ohne große Chancen auf Verbesserung und der nicht auf eine Kosteneinsparung abzielt, muss nicht priorisiert werden. Dazu kommt: Prozesse sollten messbar sein – nur wenn Sie ohne eine langwierige Datenerhebung arbeiten können, sollte der Prozess in Angriff genommen werden.

Bonustipp zu Six Sigma und Lean-Management:

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Besten Gruß aus Bayreuth

Axel Schröder

Bildquelle: Canva.com © Tumisu

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