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Unternehmenswerte und Kultur

Unternehmenswerte © nd3000

Unternehmenswerte sind mehr als drei schöne Schlagworte auf der Website oder dem Firmenwagen. Wie sehr gesagte und/oder gelebte Unternehmenswerte in Ihrem Betrieb wirken, haben wir in diesem Artikel zusammengefasst. Denn der Umgang miteinander, die gemeinsame Zielsetzung und das äußere Auftreten beeinflussen weit mehr als die Mitarbeiterbindung.

Was sind Unternehmenswerte eigentlich?

Neben der Strategiearbeit wirken in einem Unternehmen bestimmte Werte: Idealerweise sind diese gemeinschaftlich verankert und stärken das Teamgefühl. Im schlechten Fall sind zwar Unternehmenswerte als Slogan präsent, die gelebte Betriebskultur ist dagegen ganz anders und ein Gemeinschaftsgefühl kommt nur beim Aufregen über neue Anweisungen auf.

Unternehmenswerte sind dagegen die Grundprinzipien, die allen Orientierung geben. Deswegen arbeiten wir mit einigen Fragen, die den Zwiespalt zwischen gesagten und gelebten Werten ausdrücken:

  • Wie gehen alle miteinander um? Hauen und Stechen oder hilfsbereit und gemeinsam?
  • Für besseren Service haben Vertriebsmitarbeiter ein Schild mit „Lächeln, dann anrufen“ am Telefon oder sind sie durch die Arbeitsumgebung bereits positiv gestimmt?
  • Nachhaltigkeit steht zwar drauf, aber am Ende landet doch alles in der gleichen Tonne?
  • Ihr freundlicher Handwerker in der Nachbarschaft, aber wehe jemand fährt nicht schnell genug vor ihm?

Diese Beispiele haben eines gemeinsam: Das Werbeversprechen auf der Außenseite muss nicht zwingend viel mit den Unternehmenswerten auf der Innenseite zu tun haben.

Unternehmenswerte sind die Grundpfeiler der Unternehmenskultur

Das Eisbergmodell der Unternehmenskultur haben wir in unserem Überblick festgehalten. Die Unternehmenswerte sind im verborgenen Bereich und wirken durch Weitergabe, Nachahmen und gemeinsame Beachtung. Sie sind deshalb so wichtig, weil die Bindung jedes einzelnen Mitarbeiters an das Unternehmen davon abhängt, ob die jeweilige Wertevorstellung mit den gelebten Arbeitsweisen zusammenpasst. Sieht man sich typische Bewertungsportale für Arbeitgeber an, fallen zwei mögliche Extreme auf:

  • 4-5 Sterne: Alles super, Kultur ist toll, angenehmes Arbeitsklima, „Werte werden gelebt“
  • unter 3 Sterne: Ungleiche Behandlung, Bevorzugung, planlos, „Werte sind nicht da oder nur schöner Schein“

Hier sehen wir zwei Punkte sehr deutlich:

  1. Die deutlich breitere Mitte, die einfach ihrer Arbeit nachgeht, meldet sich seltener zu Wort.
  2. Ein Auseinanderklaffen nach innen und außen ist negativ in der Wahrnehmung.

Deshalb ist es wichtig, dass die gezeigten Werte im Form von Internetauftritt, Marketing-Material, Arbeitskleidung (die sichtbaren Anteile der Unternehmenskultur) mit dem gelebten Werten und dem eigenen Empfinden zusammenpassen.

Unternehmenswerte im Unternehmen
Unternehmenswerte im Unternehmen

Unternehmenswerte beeinflussen das Betriebsklima

Keine Unternehmenswerte haben, das bedeutet, dass jeder macht, was er glaubt. Nicht stimmige Werte bieten dagegen einen Nährboden für persönliche Interpretationen. Aber in beiden Fällen ist das Unternehmensklima, das daraus erwächst, eher schwierig einzuordnen. Es reicht dabei von „jeder wie er will“ bis zu „gegeneinander zwischen Kollegen, zwischen Abteilungen und mehr“.

Wenn Sie dagegen für eine klare Werteordnung sorgen und diese selbst vorleben, profitiert auch die Unternehmenskultur davon: Die eigenen Entscheidungen jedes Einzelnen werden geleitet von den übergeordneten Unternehmenswerten. Wir bleiben bei der Unternehmenskultur, da sich diese in drei großen Zuständen einordnen lässt.

Gleichgültige Unternehmenskultur

Die gleichgültige Unternehmenskultur bietet wenig Identifikationsmöglichkeiten für die Mitarbeiter. Keine einheitliche Arbeitskleidung, keine gemeinsamen Besprechungen, nicht kommunizierte Ziele – hier können viele Faktoren hineinspielen. Ohne die gemeinsam gelebten Werte kann kein Gemeinschaftsgefühl entstehen. Das hat aber einen weiteren Punkt zur Folge:

Eine Gleichgültigkeit im Betrieb wird geprägt von „Dienst nach Vorschrift“ und Widerstand gegen Veränderung. Keiner hat wirklich etwas gutes oder schlechtes zu sagen. Diese sehr häufige Unternehmenskultur sieht im echten Leben nicht trostlos und grau aus. Sie ist aber langfristig der Tod von Innovation und Weiterentwicklung in ihrer Organisation.

Positive Unternehmenskultur

Dagegen haben wir mit der 5-Sterne-Bewertung ein Unternehmen, in dem sich die Mitarbeiter wohl und gefordert fühlen. Gemeinsam wird an Zielen und Problemen gearbeitet und die Unternehmenswerte geben die richtige Richtung dafür vor. Hier wirken meistens strategische Elemente wie Vision und Leitbild, selbst wenn sie nicht verschriftlicht sind. Der Funke springt sozusagen über!

Um diese Unternehmenswerte zu verwirklichen, läuft jede Entscheidung im Unternehmen dem Eisberg zufolge: Der ganze Laden ist auf die Werte ausgerichtet und strahlt sie aus. Vom Logo bis zur Innenausstattung samt der Mitarbeiterkleidung wird ein Farbschema eingehalten. Der Laden wirkt aufgeräumt, Beratung und Handwerk gehen Hand in Hand. Informationen wie Öffnungszeiten, Vision und Kontaktmöglichkeiten sind klar ersichtlich, im Team bekannt und Informationen fließen mit einer Leichtigkeit durchs Unternehmen.

Die positive Unternehmenskultur sorgt für eine starke Bindung, sowohl von Mitarbeitern als auch von Kunden. Dazu entlastet sie Chefs und Vorgesetzte, da Mitarbeiter eine klare Handlungsrichtlinie mithilfe der Unternehmenswerte haben. Fluktuation ist hier eher selten und Mitarbeiter werben selbstständig um neue Kollegen.

Negative Unternehmenskultur

Jetzt wird es schwierig: Auch Unternehmen altern und stellen sich in Unternehmensphasen neuen Herausforderungen. Wenn hier nicht die Kommunikation und die Unternehmenswerte mit beachtet werden, kommt es zu Krisen.

Die Mitarbeiter sind unzufrieden und meckern häufiger über Behandlung, Ausstattung, Arbeitslast und andere Dinge. Insgesamt sind inzwischen vielleicht mehr Kollegen dazugekommen, der Informationsfluss stockt und nach innen und außen häufen sich die Probleme.

In dieser Situation ist es wichtig, keine Schuldigen zu suchen, sondern Probleme anzugreifen: Was hat sich verändert, warum ist das passiert und welche nachhaltigen Lösungen sind möglich?

Positiv ist gut, negativ ist schlecht und gleichgültig ist neutral?

In diesem Fall ist gleichgültig schlimmer.

Positiv ist erstmal sehr gut – aber immer mit der Aufgabe wachsam zu bleiben. Zu schnell kann es passieren, dass neue Impulse ausbleiben und man auf alten Erfolgen stehen bleibt. Das sehen wir besonders häufig bei Start-Ups: Die Probleme gehen los, wenn das Unternehmen etabliert ist.

Negativ ist tatsächlich ein wertvoller Zustand: Zumindest kommen hier noch Impulse, auch wenn die Stimmung angespannt ist. Hören Sie auf kritische Stimmen im Unternehmen, hinterfragen Sie die eigene Haltung und passen Sie gegebenenfalls Prozesse an.

Der Zustand der Gleichgültigkeit ist schwer zu ändern. Alles hat sich eingeschliffen, irgendwie läuft es, warum sollte noch irgendwer etwas ändern? Für ein Unternehmen ist Gleichgültigkeit eine große Herausforderung: es werden keine Neuerungen ausgetestet, die Mitarbeiter haben resigniert und viele Dinge bleiben aus Gewohnheit, wie sie sind. Was Sie in diesem Fall tun können, lesen Sie hier.

Arten der Unternehmenskultur
Arten der Unternehmenskultur

Wie gewinnen Sie mit klaren Unternehmenswerten?

Neben der klaren Linie und einer besseren Unternehmenskommunikation erwartet jeden Betrieb, der sich mit seinen eigenen Unternehmenswerten auseinandersetzt, viele positive Faktoren:

  • Besseres Employer Branding hilft gegen den Fachkräftemangel. Ihre Mitarbeiter werben für Ihr Unternehmen als tollen Arbeitsplatz.
  • Mitarbeiterbindung ist die Grundlage der Motivation dafür: Mitarbeiter, die sich wohlfühlen, bleiben und leisten mehr als unzufriedene Gehaltsempfänger.
  • Zufriedene Kunden, wenn Sie auch das bringen, was Ihre Kunden von der Aussage erwarten. Durch Rezensionen gelingt auch die Kundengewinnung!
  • Klare Richtlinien für eigenständige Entscheidungen: Ihre Mitarbeiter profitieren von einem klaren Führungsstil, kennen ihre eigenen Kompetenzen und handeln im Unternehmenssinne.
  • Innovation und Verbesserung: Sind Ihre Mitarbeiter interessiert, das Unternehmen voranzubringen? Wer sich wohlfühlt, bringt Ideen und Kreativität ein – wenn das Unternehmen dazu ermutigt!
Unternehmenswerte mit Potenzial
Unternehmenswerte mit Potenzial

Unser Tipp für Ihre Unternehmenswerte

Sammeln Sie für sich oder mit vertrauten Mitarbeitern die Werte für die Sie jetzt stehen und achten Sie auf die Außenwahrnehmung: Suchen Sie nach Ihrem Unternehmen und Bewertungen bzw. Berichten. Treffen die Aussagen auch aus dem Kunden- und Partnerkreis zu?

Im nächsten Schritt geht es an die Unternehmenswerte, die Sie vertreten wollen. Hier hilft es sich mit der Zielsetzung zu befassen und das dahinterstehende Ziel zu formulieren:

  • Wir stehen für gemeinsame Projektarbeit, fair und auf Augenhöhe. Das Ziel: Im Team arbeiten bei uns macht Spaß und bringt voran, dadurch gewinnen wir neue Auszubildende.
  • Nachhaltig ist bei uns nicht nur der Kaffeesatz im Biomüll, sondern auch der bewusste Zuschnitt, um möglichst wenig Verschnitt zu haben. Das Ziel: Wir sparen an Materialkosten und haben weniger Abfall, damit helfen wir der Umwelt und uns selbst.

Erst wenn Sie Ihre Unternehmenswerte klar fassen, geht es an die schwierige Arbeit, diese im Team zu verankern. Versuchen Sie bitte keine Hauruck-Aktion, sondern starten Sie mit einem Prinzip, das für alle möglichst positiv besetzt ist. Prüfen Sie den Anklang, bleiben Sie dran und festigen Sie das Ergebnis. Von hier aus geht es Stück für Stück weiter. Für eine Rundumerneuerung kann die Hauruck-Methode funktionieren, hier droht allerdings der schnelle Rückschritt, wenn die ersten Hürden auftauchen.

Wir wünschen Ihnen eine positive Unternehmenskultur mit gelebten Unternehmenswerten und sind für Sie da, wenn Sie einen unabhängigen Gesprächspartner benötigen! Nehmen Sie direkt Kontakt mit aus auf!

Mit besten Grüßen

Johanna Pöhlmann

Bildquelle: Canva.com © nd3000