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Vorbildfunktion für das Team: Was steckt hinter dieser Rolle?

Vorbildfunktion © nico_blue

Vorbildfunktion – wir denken dabei an Kindergarten, Schule oder die rote Fußgängerampel. Schwieriger wirkt die Vorbildfunktion doch im beruflichen Kontext: Wer ist das Vorbild als Vorgesetzter im Betrieb? Für Auszubildende oder neue Mitarbeiter stellen sich dann viele Fragen, wie was zu tun ist. An wem orientieren sie sich denn am besten? Idealerweise doch an der Chefin oder am Chef, einem verdienten Mitarbeiter und nicht dem notorisch zu späten Chaoten, oder? Wir gehen der wichtigen Führungskraft Vorbildfunktion auf den Grund!

Voraussichtliche Lesedauer: 9 Minuten

Vorbildfunktion als Vorgesetzter im Betrieb: Wer, wie, was?

Welche Dynamiken gibt es denn in Ihrem Team? Sind dabei bestimmte Rollen auszumachen? Das geht von der mütterlichen Kollegin, die den Auszubildenden unterstützt, zu dem Querulanten, der dann alle aufbringt. Orientieren sich Ihre Mitarbeiter an Ihnen oder doch eher an bestimmten Mitarbeitern? Wer ist die gute Seele, der Ordnungshüter und wer schließlich der Pausenclown?

Was ist ein Vorbild?

Ein Vorbild ist eine Person oder eine Leistung, die als Beispiel dient, um ihr nachzueifern. Das schlechte Vorbild bedeutet das Gegenteil: nicht nachmachen, sich abheben, besser sein.

Im Betrieb sind Vorbilder dabei wichtig für die Unternehmenskultur, die Effizienz und das Arbeitsklima. Alle Mitarbeiter orientieren sich schließlich an ihnen und richten ihr Handeln an den gelebten Normen und Werten aus.

In schlechten Fällen gibt es falsche Vorbilder: Die Azubis richten sich nach dem Mitarbeiter, der am besten Arbeit vermeidet oder dann schlechte Sprüche klopft. In unserem Beitrag zur Handwerksausbildung beleuchten wir deshalb die dahinterstehenden Probleme! Chef/Chefin sind Vorbilder, wenn sie bei der Arbeit richtungsweisend vorgehen: korrekte Ausführung der Aufgaben, Kommunikation und Dokumentation.

Wer hat eine Vorbildfunktion?

Idealerweise gibt es aber mehrere Vorbilder mit unterschiedlichen Funktionen im Betrieb: Geschäftsführer sind organisiert, effizient und verfolgen operativ und strategisch die Unternehmensziele. Die Fürsorgepflicht wird dabei durch Einhaltung der Maßnahmen der Gefährdungsbeurteilung und durch die Sorge um Arbeit und Psyche zur Vorbildfunktion.

Die Betriebsleitung ist deshalb nicht gleich die beste Fachkraft: Die drei Rollen in der Unternehmensführung bedeuten in vielen Fällen, sich aus dem aktiven Geschäft zurückzuziehen. Wer übernimmt dann die Vorbildfunktion? Im Idealfall ein oder mehrere verdiente Mitarbeiter, die ihre Arbeit sauber verrichten und die Einarbeitung neuer Mitarbeiter unterstützen.

Wie etablieren Sie Vorbilder?

Schwierig ist aber die Bestimmung der Vorbildfunktion als Vorgesetzter: Vorwürfe der Bevorzugung, Probleme der Anerkennung und unterschiedliche Motivation im Team machen Pläne zunichte. Einfacher ist doch die demokratische Vorbild-Findung. An wen wenden sich viele bei einer bestimmten Aufgabe? Wer hat dabei das umfangreichste Fachwissen, die aktuellste Weiterbildung?

Im gemeinsamen Teamgespräch erarbeiten Sie deshalb offen oder über verdeckte Abstimmung eine Vorbild-Rangfolge. Die Bandbreite reicht von einem Organigramm der Fähigkeiten zu gemeinsamen Verbesserungen wie der Verbesserung Kata. Vorteil dieser gemeinsamen Entwicklung: Ihre Mitarbeiter werden von Alleskönnern zu Experten ihrer Gebiete.

Vorbildfunktion Rolle Funktion Fähigkeit
Vorbildfunktion Rolle Funktion Fähigkeit

Welche Aufgaben hat eine Vorbildfunktion?

Ein Vorbild dient vielen Funktionen – eine Konzentration auf eine Person ist schwierig. Das miteinander Reden im Team oder gutes Konfliktmanagement zeichnen manche Mitarbeiter aus. Neben dem Ausbilderschein benötigt es die Ausbildereignung im menschlichen Bereich, Azubi Pflichten zu vermitteln. Ein hohes Maß an Selbstoptimierung ist hilfreich, um den gesetzten Ansprüchen gerecht zu werden.
Nicht zu vernachlässigen, ist die fachliche Eignung: Die Würze schmeckt vom Metzgermeister hervorragend – ein Geselle bringt innovative Ansätze mit. Hinter dem Tresen bringt die ältere Verkaufskraft alle Produkte an die Kunden, während die Auszubildenden versuchen, die Schilder zu lesen.

Die wichtigen Bereiche der Vorbildfunktion als Vorgesetzter sind:

  1. Fachkenntnis und Expertenstatus
  2. Empathie und das menschliche Miteinander
  3. Normen und Werte der Unternehmenskultur vorleben
  4. Wissensvermittlung der eigenen Fähigkeiten.

Bewusstsein über die Vorbildfunktion

Wann ist jemand ein Vorbild? Gerade im Altersgefälle ist die Vorbildfunktion unbewusst: Die Auszubildenden geben sich Tipps, bei wem sie was lernen – oder im negativen Fall, bei wem sie leichter durchkommen. Betrug durch Mitarbeiter ist in kleinen Fällen schwierig – als Vorbild umso gravierender.

Bewusste Vorbildfunktion

Etabliertes Teamwork und die Aufgabenverwaltung orientieren sich am individuellen Wissen. Im Prinzip ist jeder zu allem in der Lage – die Verteilung läuft nach einem bestimmten Schema der Kenntnisse. Stolz auf die eigene Arbeit ermöglicht jeder Führungskraft eine bewusste Vorbildfunktion. Im Idealfall teilen diese Mitarbeiter ihr Wissen oder verschriftlichen es für das Unternehmenshandbuch. Ein schönes Beispiel sind hier Rezepte.

Unbewusste Vorbilder

Hatten Sie diesen einen Lehrer, Ausbilder oder älteren Kollegen, von dem Sie unglaublich viel lernten? War dieser Person ihre Vorbildfunktion als Vorgesetzter oder Kollege bewusst? Gerade in einer starken Hierarchie sehen Vorbilder ihre Rolle nicht. Beispiele sind:

  • Alter: jung – alt
  • Ausbildung: Lehrzeit – langjährige Berufserfahrung
  • Status: Chef – Mitarbeiter

Das Faszinierende ist: Diese Beispiele funktionieren in beide Richtungen! Der Chef sieht sich Wissen vom Mitarbeiter ab und der ältere Mitarbeiter die Kreativität des Lehrlings.

Vorbildfunktion von außen

Einfacher ist die Übereinkunft, wer als Vorbild dient. Fragen Sie Ihre Mitarbeiter, wer eine bestimmte Technik erklärt. In den meisten Fällen kommen eindeutige Empfehlungen. Vorsichtig sein sollten Sie, wenn sich einiges Auf einer Person anhäuft, dann könnte es sich um Micromanagement handeln.

Die Vorbildfunktion fußt auf dem Element, das herausragend ist: Diese Fähigkeiten erkennt das Umfeld leichter als das tatsächliche Vorbild!

Vorbildfunktion und Bewusstsein
Vorbildfunktion und Bewusstsein

Welche Probleme gibt es bei Vorbildern?

Wie angesprochen, kommen negative Vorbilder vor: Im besten Fall, orientiert sich niemand an einem trägen oder nachlässigen Mitarbeiter. Feiert jemand regelmäßig krank, sind Nachahmer eine Gefahr für den Betrieb.

In der Regel braucht es ein Bewusstsein der jeweiligen Führungskraft über die Vorbildfunktion: Ihre Mitarbeiter orientieren sich an Ihnenim guten wie im schlechten Verhalten! Hält sich der Chef im eigenen Betrieb nicht exakt an die Vorschriften, weil er als Inhaber letzten Endes die volle Verantwortung trägt und als „Chef das darf“? Was löst ein solches Verhalten bei seinen Mitarbeitern aus? Wenn sich der Chef nicht an die Vorschriften hält, warum mache ich das?
Die große Gefahr als Vorbild von den Regeln abzuweichen, ist es, diese Regeln allgemein zu verwässern.

Eine andere Gefahr sind Vorbilder, die diese Verantwortung nicht tragen wollen oder können: Der alte Meister ist einerseits ein Brunnen an Erfahrung für Jüngere. Andererseits weiß er, dass er nicht mehr auf dem neuesten Wissenstand ist. Das Phänomen haben wir in einigen Fällen bei der Nachfolge im Familienbetrieb: Der alte Chef zieht sich aus dem Geschäft weitgehend zurück und wirkt trotzdem weiter als Vorbild für seine Mitarbeiter.

Vorbild sein in drei Schritten

Sie tragen eine Vorbildfunktion als Vorgesetzter oder haben einen Mitarbeiter mit dieser Rolle? Es ist äußerst schwer, in größeren Teams Vorbilder auszumachen. Wenn Ihnen das dennoch gelingt, braucht es das Bewusstsein der Tragweite.

Erkennen einer Vorbildfunktion

Für Inhaber ist die Sache einfacher: Sie sind grundsätzlich Vorbild für die Mitarbeiter. Als positives Rollenmodell fallen Sie weniger auf, im Gegensatz zu Problemen als negatives Beispiel:

  • Arbeitssicherheit: Wenn der Chef das nicht macht, brauch ich das nicht.
  • Sorgfalt: Der Chef schludert selber, ich mach, wie ich meine!
  • Unternehmenswerte: Warum ist mein Handy im Schrank, wenn der Chef seins ständig privat nutzt?
  • Abläufe im Betrieb: Ob hier oder da, der Chef legt seine Arbeit in den Weg oder verliert sie.

Als Führungskraft stehen Sie grundsätzlich im Scheinwerferlicht: Sie geben die Richtung vor, die Ihre Mitarbeiter einschlagen. Jeder Fehltritt ist eine Einladung, ebenfalls vom Standard abzuweichen. Wir empfehlen die Lektüre von Lean Standard Work für das Hintergrundwissen. Unser Fragebogen am Ende des Artikels hilft Ihnen bei Ihrer eigenen Einschätzung.

Haben Sie Mitarbeiter mit Vorbildfunktion, empfehlen wir ein klares Gespräch über die Rolle und die Bedürfnisse des Mitarbeiters: Ist diese Aufgabe in Ordnung oder zuviel? Braucht er Unterstützung oder eine offizielle Funktion?

Verbessern der Vorbildfunktion

In gemeinsamen Gesprächen kamen alle Vorbilder ans Licht und kennen ihre Rolle. Jetzt geht es an den Feinschliff: Gibt es Unsicherheiten, sind Lehrmethoden klar oder wäre eine Coaching Kata sinnvoll? Kreativitätstechniken wie Mindmapping oder Brainstorming helfen Ihnen und Ihrem Team, Klarheit zu schaffen! Diese individuelle Mitarbeiterentwicklung kommt dem Einzelnen und allen Mitarbeitern zu Gute!

Als Führungskraft Vorbildfunktion vorleben

Für verdiente Mitarbeiter mit Vorbildrolle sind manche Verhaltensweisen klar und deutlich. Sorgen Sie vor, bevor es zu Azubi Ärger durch ständige Nachfragen kommt. Oder durch Monkey Business Management die Aufgaben Ihrer Mitarbeiter bei Ihnen landen. Grenzen ziehen und kommunzieren ist wichtig für geglücktes Teamwork. Ein Vorbild braucht ebenso die Erkenntnis, dass es seine Grenzen hat: Nicht der Alleskönner, sondern der Experte auf seinem Gebiet mit Wille zum Weiterlernen ist die Zielsetzung.
Für Sie gibt es ähnliche Hürden: Welche Rolle verkörpern Sie und entspricht Ihrem Wesen und Ihren Fertigkeiten? Worin sehen Sie Ihre Stärken und Schwächen? Kommen Sie Ihrer Aufgabe als Vorbild nach?
Sobald Sie Ihre Vorbildfunktion ernst nehmen, bleiben Sie dran! Keine Ausnahmen ohne sinnvolle Erklärung und in wichtigen Bereichen bleiben Sie korrekt.

Schritte zur Vorbildfunktion
Schritte zur Vorbildfunktion

Ist die diese Führungskraft Vorbildfunktion denn erstrebenswert?

Diese Typsache klärt jedes Vorbild im Idealfall mit sich. Auf der einen Seite sind die Bewunderung und Nachahmung der Kollegen. Auf der anderen Seite drohen ein Podest und die Gefahr, gravierende Fehler zu machen. Achten Sie auf sich und Ihre Mitarbeiter, damit jeder sich in seiner Rolle wohlfühlt und keine falschen Vorbilder hochkommen. Für die Führungskräfte gilt zur Vorbildfunktion: nicht unfehlbar, nicht nachlässig, mit gutem Beispiel voran. Nehmen Sie Kontakt mit uns auf, wenn Sie befürchten, dass sich bei Ihnen falsche Vorbilder festigen.

In diesem Sinne wünschen wir Ihnen alles Gute aus Bayreuth,
Axel Schröder

Bildquelle: Canva.com © nico_blue