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Wissensgebiete der BPM

BPM Wissensgebiete

Bereits Anfang Mai 2010 fand die erste CBPP (Certified Business Process Professional) – Zertifizierung in Deutschland statt. Grundlage der CBPP – Zertifizierung bildet der BPM CBOK (Business Process Management Common Body of Knowledge). Der BPM CBOK behandelt die folgenden Wissensgebiete der BPM:

  • Prozessmodellierung
  • Prozessanalyse
  • Prozessdesign
  • Prozessleistungsmessung
  • Prozesstransformation

Diese fünf Wissensgebiete finden sich innerhalb einer Prozessmanagement – Organisation wieder, mit dem sich das BPM CBOK genauso beschäftigt, wie mit dem Unternehmensprozessmanagement und den Prozessmanagement – Technologien.

BPM Wissensgebiete

BPM Wissensgebiete

Angelehnt an den Leitfaden zum Prozessmanagement ABPMP Body of Knowledge BPM CBOK ®, 2009 können diese Wissensgebiete der BPM wie folgt dargestellt werden.

Was versteckt sich nun hinter diesen Wissensgebieten?

Hier ein ganz kurzer Versuch:

Prozessanalyse:

Die Prozessanalyse erzeugt ein gemeinsames Verständnis über den IST – Zustand der Prozesse in einer Organisation und seinem Grad der Zielerreichung. Prozesse müssen kontinuierlich hinsichtlich der Aussichtung auf die optimale Zielerreichung überprüft werden.

Prozessdesign:

Im Design von Geschäftsprozessen spiegelt sich das bewusste Gestalten der Prozesse wieder – wie die Prozesse ablaufen, gemessen und gesteuert werden. Dies passiert immer unter Berücksichtigung der Unternehmensziele und damit verbundener und definierter Prozesskennzahlen.

Prozessleistungsmessung:

Bei der Prozessleistungsmessung werden die Prozesse kontinuierlich hinsichtlich Effektivität und Effizienz überwacht. Hierzu werden operative Prozesskennzahlen ermittelt.

Prozessmodellierung:

Hierunter versteht man die Aktivitäten zur visuellen Darstellung von IST und SOLL – Prozessen. Prozessmodelle dienen der Kommunikation, der Analyse sowie für den Entwurf zur Optimierung von Geschäftsprozessen in Organisationen.

Prozesstransformation:

Hierunter versteht man die Veränderung von Geschäftsprozessen im Zusammenhang mit dem Business Process Managements – Lebenszyklus unter zu Hilfenahmen von Methoden der Prozessoptimierung, der Umgestaltung von Prozessen und des Reengineering.

Prozessmanagement – Organisation:

Innerhalb der Prozessmanagement – Organisation stehen Rollen, Verantwortlichkeiten und das Berichtswesen von prozessgesteuerten Organisationen im Mittelpunkt sowie abteilungsübergreifende Zusammenarbeit und Prozessverantwortung.

Unternehmensprozessmanagement:

Durchführung eines konsistenten Prozessportfolio – Management um Prozesse und Prozessinitiativen auf ihre Strategieverträglichkeit hin zu bewerten. Weiterhin finden sich hier die Themen Prozessmanagement – Reifegrade und Systemintegration wieder.

Prozessmanagement – Technologien:

Informationssysteme sind ein integraler Bestandteil von Geschäftsprozessen. BPM-Experten müssen Informationssysteme und deren Funktionen innerhalb der Geschäftsprozesse verstehen um mit Hilfe der Informationstechnologie effektive und effiziente Geschäftsprozesse zu implementieren.

Business Process Management Common Body of Knowledge - BPM CBOK: Leitfaden für das Prozessmanagement herausgegeben von der EABPM (European Association of Business Process Management) - European Association of Business Process Management (Hrsg.)

Business Process Management Common Body of Knowledge – BPM CBOK*

Wer sich intensiver mit den BPM – Wissensgebieten beschäftigen will, dem sei der BPM CBOK ans Herz gelegt. Das Werk liegt aktuell in der zweiten Auflage vor und kann für 44 EUR bei Amazon oder bei der gfo direkt bestellt werden.

In Vorbereitung auf meine eigene CBPP – Zertifizierung, habe ich mir das Buch vor einiger Zeit zugelegt und immer wenn es die Zeit erlaubt – beschäftige ich mich mit den Wissensgebieten der BPM.

Durch die Vorbereitungswoche auf die CBPP-Zertifizierung (vom 27.09. – 01.10.2010 in Berlin), habe ich einige wichtige Denkanstöße bzgl. der Business Process Management – Wissensgebiete erhalten. In der regen Diskussion mit den anderen Teilnehmern, sind wir auch über den Punkt gestolpert, dass die im BPM CBOK 2.0 dargestellten 9 Wissensgebiete zwar grundsätzlich das gesamte Spektrum der BPM wiederspiegeln, es uns jedoch auch immer wieder schwer gefallen ist z.B. eine saubere Zuordnung zum BPM – Lebenszyklus herzustellen.

Auch durch die im BPM CBOK 2.0 grafisch dargestellten Wissensgebiete wurden diese Diskussionen immer wieder angefacht.

 

Als Einstieg habe ich die Grafik der Wissensgebiete etwas modifiziert.

BPM Wissensgebiete

BPM Wissensgebiete

Zentrale Neuerung zur ursprünglichen Grafik ist einmal die Anpassung der Begriffsanordnung und die Aufnahme der vier Eckpfeiler der BPM.

  • Führung
  • Werte
  • Überzeugungen
  • Kultur

Diese vier Eckpfeiler bilden innerhalb des Unternehmens die Basis für die Entwicklung des unternehmensweiten Geschäftsprozessmanagement mit dem zentralen Fokus auf die Anforderung der Kunden in der Gestaltung von effektiven und effizienten End to End – Geschäftsprozessen.

Im Grunde kann man sich die Wissensgebiete auch analog einer Pyramide von außen nach innen vorstellen. Hierbei stellt das Unternehmensprozessmanagement den äußeren Rahmen dar. Natürlich entfaltet BPM auch über die Unternehmensgrenzen hinaus entsprechende Wirkungen – dies soll hier jedoch nicht der Fokus sein.

Eingebettet in das Unternehmensprozessmanagement finden wir die Prozessmanagement – Organisation, in der sich wiederum das Business Process Management wiederfindet mit den Gebieten der . . .

  • Modellierung
  • Analyse
  • Design
  • Umsetzung und Einführung
  • Leistungsmessung

der Geschäftsprozesse des Unternehmens. Unterstützt wird Business Process Management durch BPM – Technologien, die somit das Portfolio der Wissensgebiete vervollständigen. Ohne moderne Technologie ist BPM heute nicht mehr denkbar.

Hierbei gilt jedoch ganz eindeutig die Vorgabe, dass die Prozesse entscheiden wie Technologie effizient eingesetzt werden kann, um optimale Geschäftsprozesse zu implementieren.

Will man Business Process Management im Unternehmen einführen, kommt man sehr bald in die Situation – sich zu fragen, welche Geschäftsprozesse relevant sind. Einerseits könnte man sich die Sache ganz einfach machen. Konzentriert man sich auf seine Kunden – kommt man vielleicht ganz schnell zur Feststellung – genau diese Prozesse müssen die relevanten sein. Beschäftigt man sich jedoch intensiver mit dieser Frage, wird man sehr schnell zur Erkenntnis kommen – hier müssen dennoch die Prozesse unterschieden werden.

Laut BPM CBOK 2.0 werden drei Prozessarten unterschieden:

  • Ausführungsprozesse
  • Unterstützungsprozesse
  • Führungsprozesse

Gerade hier gibt es eine unzählige Ansammlung unterschiedlicher Begrifflichkeiten. Meiner Meinung nach ist es jedoch nicht von Bedeutung, ob diese Prozess Namen wie Primär-, Kern-, Haupt- oder Ausführungsprozesse tragen – entscheidender ist – diese Unterscheidung klar, nachvollziehbar und transparent zu machen.

Ein weiser Mann hat mal gesagt:

Lass uns die Dinge einfach betrachten, kompliziert werden Sie durch die Zeit und den Menschen

Vielleicht ist es gut, einfach mit BPM zu beginnen und mit den Menschen zusammen es sich entwickeln zu lassen. Unterschätzen wir nicht die Dynamik die aus unserer eigenen Überzeugung heraus entsteht, wenn wir uns sicher sind – das das was wir tun und wollen richtig ist!

Ich werde aus den Wissensgebieten der BPM eine Artikelserie machen und habe mir vorgenommen, jeden Monat ein Wissensgebiet genauer zu beleuchten und das beschriebene Gebiet ebenfalls mit dem BPM – Lebenszyklus zu verknüpfen.

Als Erstes werde ich mich in einem nächsten Beitrag mit dem BPM – Lebenszyklus beschäftigen.

Bildquelle: fotolia, © Rawpixel.com

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