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Wissensmanagement

Wissensmanagement

Was ist Wissensmanagement und warum braucht man es?

Wissensmanagement befasst sich mit dem Erwerb, der Entwicklung, der Verteilung, der Bewahrung und Nutzung von Wissen, oder zusammengefasst, mit dem grundlegenden Umgang mit Wissen. Es kann in die Arten organisatorisches und persönliches Wissensmanagement unterteilt werden.
Organisatorisches Wissensmanagement zielt darauf ab, vorhandenes Wissen im Unternehmen geschickt einzusetzen und zu vernetzen. Dieses Wissen wird auch Humankapital genannt und wird immer mehr zu einem der wichtigsten Produktionsfaktoren. Gut ausgebildete, erfahrene und selbstständig arbeitende Mitarbeiter sorgen dafür, dass Abläufe im Unternehmen schneller, mit weniger Fehlern und ohne Rückfragen ausgeführt werden.
Persönliches Wissensmanagement bezeichnet die individuelle Handhabung von Wissen und Informationen und ist eng mit dem Selbstmanagement verwandt.

Die Arten von Wissen

Wissen kann grundsätzlich in drei Kategorien mit jeweils zwei Ausprägungsformen eingeteilt werden:
Übertragbarkeit: Wissen kann entweder explizit sein, das heißt, es ist unabhängig von einem bestimmten Wissensträger und kann reproduziert werden, oder implizit und stellt somit nicht vermittelbares, schwammiges Wissen eines Wissensträgers dar.
Struktur: Wissen kann strukturiert oder unstrukturiert vorliegen.
Zugänglichkeit: Über individuelles Wissen verfügt nur eine Einzelperson, während kollektives Wissen der Gemeinschaft zugänglich ist. Vor allem in Unternehmen ist es wichtig, individuelles in kollektives Wissen umzuwandeln, denn nur dadurch ist es für jeden nutzbar und dem Unternehmen entsteht ein Mehrwert.

Wissen
Individuell
Kollektiv
Explizit
Fachspezifisches Wissen
Richtlinien im Unternehmen
Implizit
Eigene Erfahrungen und Wertvorstellungen
Unternehmenskultur

Methoden des Wissensmanagements

Modell der acht Wissensbausteine von Probst, Raub und Romhardt

Sechs der acht Bausteine stellen die Kernprozesse des Wissensmanagements dar. Die übrigen zwei Bausteine Wissensziele und Wissensbewertung dienen dem Wissensmanagement als Rahmen. Nur die Kernprozesse sind untereinander alle vernetzt. Der Kreislauf beginnt mit den Wissenszielen, welche dem gesamten Management die Richtung vorgibt und endet mit der Wissensbewertung, die den Wissenszielen ein Feedback darüber gibt inwiefern sie erfolgreich waren.

Grafik Probst Wissensmanagement

Grafik Probst Wissensmanagement

Wissensmanagement nach Nonaka und Takeuchi (SECI-Modell)

Grundlage des Modells ist, durch eine kontinuierliche Transformation von implizitem und explizitem Wissen eine Wissensspirale zu erzeugen, in der sich Wissen immer weiterentwickelt und auf höhere Organisationsebenen gehoben wird.

Grafik Nonaka Wissensmanagement

Grafik Nonaka Wissensmanagement

Die Spirale beginnt bei der Sozialisation. Das implizite Wissen einer Person wird auf eine andere Person übertragen. Dies geschieht beispielsweise durch Beobachten, Nachahmung oder Übung. Das bekannteste Beispiel im Betrieb ist die Ausbildung, bei der ein Auszubildender durch einen Ausbilder in den Abläufen unterwiesen wird.
Beim nächsten Schritt, der Externalisierung transformiert eine Person ihr implizites Wissen auf ein Medium z.B. ein Modell oder einen Text und dadurch wird es zu explizitem Wissen. Ausbildungspläne und Ausbildungszergliederung oder auch sogenannte Poka Yoke aus dem Lean Management sind bekannte Vertreter der Externalisierung.
Neues Wissen entsteht, wenn verschiedene Wissensquellen kombiniert werden, beispielsweise durch Hinzufügen, Kategorisieren oder Sortieren. Eine Teambesprechung, in der die Vorgehensweisen eines betrieblichen Prozesses diskutiert und zu einem neuen optimierten Prozess kombiniert werden, ist ein Beispiel für die Kombination von explizitem Wissen.
Dieses neue Wissen muss verinnerlicht oder auch internalisiert werden. Das explizite Wissen wird durch den Konsum des Lehrmaterials (Sehen, Lesen, Einüben, Seminare, Videos etc.) auf eine Person übertragen.
Um eine Wissensentwicklung zu bewirken muss das verinnerlichte Wissen wieder sozialisiert, also auf andere Personen übertragen werden, so dass der Kreislauf von neuem Beginnt und sich immer weiter nach oben schraubt. Durch diese Wissensspirale wird das Unternehmen zur lernenden Organisation.

Nonaka Visualisierung

Nonaka Visualisierung

Der Name des Modells setzt sich aus den einzelnen Schritten Socialization, Externalization, Combination und Internalization zusammen.

Die Wissenstreppe nach North

Die Wissenstreppe nach North veranschaulicht, woraus Wissen entsteht und wie es zu einem Wettbewerbsvorteil gegenüber Konkurrenten werden kann.
Zeichen, wie Buchstaben, Ziffern etc. werden dann zu Daten, wenn sie mit einer Syntax versehen werden, sie also eine bestimmte Ordnung oder Reihenfolge unterliegen. Aus diesen Daten entsteht Informationen, sobald sie in einen Bedeutungskontext gebracht werden. Aus der Verarbeitung und Vernetzung mehrerer Informationen und Daten resultiert schließlich das Wissen. Einen Mehrwert für das Unternehmen entsteht, wenn das Wissen, was zu tun ist auch Wissen, wie etwas zu tun ist, also Können wird. Durch Wille und Motivation wird dieses Können zur Handlung. Die Fähigkeit in einer Situation zu erkennen, welche Handlung die richtige ist, beschreibt die Kompetenz. Die Einzigartigkeit der Konzentration verschiedener Kompetenzen sorgt dafür, dass ein Unternehmen wettbewerbsfähig ist.

Wissenstreppe nach North

Wissenstreppe nach North

Das strategische Wissensmanagement geht die Treppe von oben nach unten. Ziel ist es also abzuleiten, welche Kompetenzen, welches Fertigkeiten und welches Wissen benötigt wird um die Wettbewerbsfähigkeit sicherzustellen.
Das operative Wissensmanagement durchläuft die Treppe von unten nach oben. Sie ermittelt für jede Stufe die nötigen Bedingungen und Voraussetzungen um die nächste Stufe zu erreichen.

Bildquelle: fotolia, © contrastwerkstatt

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