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Theorie des Wissensmanagement – Ansätze und Modelle für erfolgreiche Köpfe!

Wissenstheorien © industrieblick
Haben Sie sich einmal gefragt, wie Ihre Auszubildenden im Unternehmen Wissen aufnehmen? Oder warum die eine neue Software leicht zu bedienen ist und Sie bei der anderen ständig in der IT anrufen? Wissen existiert nicht im luftleeren Raum, sondern wird weitergegeben. Wissensmanagement befasst sich mit dem Erwerb, der Entwicklung, der Verteilung, der Bewahrung und Nutzung von Wissen. Zusammengefasst handelt es sich um den grundlegenden Umgang mit Wissen.

In diesem Artikel erhalten Sie einen Überblick über verschiedene theoretische Modelle des Wissensmanagement.

Welche Arten von Wissen gibt es?

Organisatorisches Wissensmanagement zielt darauf ab, vorhandenes Wissen im Unternehmen geschickt einzusetzen und zu vernetzen. Durch die Wissensträger – Sie und Ihre Arbeitnehmer – kann man dieses Wissen Humankapital nennen. Der Fachkräftemangel liegt an mangelnden Wissensträgern, nicht Personen. Gut ausgebildete, erfahrene und selbstständig arbeitende Mitarbeiter sorgen für schnelle Abläufe im Unternehmen mit weniger Fehlern und Rückfragen. Lehrmethoden in der Praxis sind individuell anzupassen und Wissensmanagement als Teil der Unternehmenskultur zu sehen.
Persönliches Wissensmanagement bezeichnet die individuelle Handhabung von Wissen und Informationen. Es ist eng mit dem Selbstmanagement verwandt und ist eine der Stützen des Lean Leadership-Konzepts. Persönliche Stärken und Talente Ihrer Arbeitnehmer sollten Sie wahrnehmen und die Möglichkeit bieten, sie in die Arbeit zu integrieren.

Die Arten von Wissen

Wissen kann grundsätzlich in drei Kategorien mit jeweils zwei Ausprägungsformen eingeteilt werden. Richtlinien und Unternehmenskultur bieten ein gutes Beispiel:

Übertragbarkeit: Wissen kann entweder explizit sein, das heißt, es ist unabhängig von einem bestimmten Wissensträger und kann reproduziert werden. Oder es ist implizit und nicht einfach vermittelbares, schwammiges Wissen eines Wissensträgers.

  • Explizit: Die Richtlinien und Vorschriften eines Unternehmens sind explizites Wissen.
  • Implizit: Gepflogenheiten der Unternehmenskultur wie Rituale (Geschenke, Karten) und Besonderheiten (bestimmte Abläufe) sind implizites Wissen.

Struktur: Wissen kann strukturiert oder unstrukturiert vorliegen.

  • Strukturiert: Das Unternehmen achtet darauf, dass seine Mitarbeiter alle Informationen der Unternehmenskultur verschriftlicht haben. Hierunter fällt Anrede, Casual Friday, Regeln zur Kundenkommunikation etc.
  • Unstrukturiert: Der neue Mitarbeiter lernt mit der Zeit, welcher Kollege wie arbeitet, wann gestört werden kann und wer welches Wissen hat.

Zugänglichkeit: Über individuelles Wissen verfügt die Einzelperson, während kollektives Wissen der Gemeinschaft zugänglich ist.

  • Kollektiv: Das Unternehmen ist bekannt für seine Wertarbeit in einem Produktbereich. Alle Mitarbeiter kennen sich in ihren Positionen mit dem Minimum des kollektiven Betriebswissen aus, ohne jeweils Fachkraft sein zu müssen. Der Kundenberater ist durch die Betriebszugehörigkeit geschult, seinen Kunden das richtige Produkt zu verkaufen, ohne es selbst herstellen zu können.
  • Individuell: Jeder Mitarbeiter hat sein Fachwissen in seinem Gebiet und bringt weitere Kenntnisse mit, die in seine Arbeit einfließen.

Gelingt es die individuellen Kenntnisse einer Einzelperson auf das kollektive Wissen des Unternehmens zu übertragen, verbessert das die gesamte Wissensbilanz. Denken Sie kurz an kleine Tricks am Computer, die ein Mitarbeiter den anderen beibringt und damit die Abläufe verbessert!

Methoden des Wissensmanagements

Theoretische Modelle erklären die Methode, wie Information weitergegeben wird. Im Kontakt zwischen Mitarbeitern können verschiedene Themen sinnvoll für die Wissensvermittlung genutzt werden – denken Sie an Ausbilder und Auszubildende. Hier wird mit allen Sinnen gearbeitet, individuell, kollektiv, auch strukturiert und unstrukturiert. Wie viel hat man in der Lehre gratis fürs Leben dazugelernt?

Die Einordnung der Wissensfelder ist ein wichtiger Bestandteil der Wissenstheorie, die strukturierte Weitergabe ein weiterer. Im Folgenden geben wir eine Einführung in verschiedene Methoden, wie Wissensmanagement gelingen kann.

Modell der acht Wissensbausteine von Probst, Raub und Romhardt

Das Modell besteht aus acht einzelnen Bausteinen in zwei Ebenen, die sich gegenseitig beeinflussen. Es soll helfen, Wissensprobleme im Unternehmen zu erkennen und zu lösen. Die äußere Ebene bildet mit den zwei Bausteinen Wissensziele und Wissensbewertung den Rahmen des Wissens-Prozess.

Die innere Ebene beherbergt die restlichen sechs Bausteine. Sie stellen die Kernprozesse des Wissensmanagements dar und sind untereinander vernetzt. Der Kreislauf beginnt mit den Wissenszielen, welche dem gesamten Management die Richtung vorgibt und endet mit der Wissensbewertung. Sie liefert den Wissenszielen ein Feedback, inwiefern sie erfolgreich waren.

Modell der acht Wissensbausteine nach Probst et al.

Modell der acht Wissensbausteine nach Probst et al.

Wissensmanagement nach Nonaka und Takeuchi (SECI-Modell)

Grundlage des SECI-Modells ist es, durch eine kontinuierliche Transformation eine Wissensspirale zu erzeugen. Die Umwandlung von implizitem und explizitem Wissen sorgt für eine Weiterentwicklung und ermöglicht das Entstehen neuen Wissens. Das Ziel es u.a. individuelles Wissen dem kollektiven zuzuführen und auf diese Weise neue Methoden zu entwickeln.

Nonaka und Takeuchi haben hierfür vier Bereiche definiert, deren Abfolge für die Wissensspirale notwendig sind. Der Name des SECI-Modells setzt sich aus den einzelnen Schritten Socialization, Externalization, Combination und Internalization zusammen:

Sozialisation:

Das implizite Wissen einer Person wird auf eine andere Person übertragen. Dies geschieht beispielsweise durch Beobachten, Nachahmung oder Übung. Das bekannteste Beispiel im Betrieb ist die Ausbildung, bei der Auszubildende durch den Ausbilder in den Abläufen unterwiesen werden.

Externalisierung:

Das individuelle Wissen wird externalisiert, d.h. auf ein Medium übertragen. Ein verschriftlichter Leitfaden kann die mündliche Anweisung des Wissensträgers soweit ersetzen, dass das Wissen übertragen werden konnte.

Kombination:

Durch die Verknüpfung verschiedener Wissensbereiche ergeben sich neue Erkenntnisse. Das kann das Kombinieren verschiedener Materialien, Zutaten oder Medien sein und ist nicht allein auf die Wissenschaft beschränkt.

Internalisierung:

Für eine messbare Wirkung braucht das Wissen ein aufnahmebereites Individuum. Die Aneignung der neuen Kombinationen ermöglicht die Fortführung des Kreislaufs mit andauernder Verbesserung.

Modell der Wissensspirale nach Nonaka und Takeuchi

Modell der Wissensspirale nach Nonaka und Takeuchi

Die Wissenstreppe nach North

Die Wissenstreppe nach North verdeutlicht den Weg des Wissens. Wie entsteht es und wie verhilft es einem Unternehmen – oder einer Einzelperson – zu einem Wettbewerbsvorteil? North arbeitet von der kleinsten Wissenseinheit nach oben mit komplexer werdenden Stufen:

Zeichen kann man mit einer Syntax zu Daten ordnen. Mit einem Bedeutungskontext entstehen Informationen. Aus der Verarbeitung und Vernetzung resultiert das Wissen. Wenn das Was zum Wie wird, entsteht das Können. Es braucht Motivation, um das Können in Handeln umzusetzen. Mit Erkenntnis und Einordnung entsteht Kompetenz. Wenn Kompetenz und Einzigartigkeit aufeinandertreffen, sichert das dem Unternehmen die Wettbewerbsfähigkeit.

Wissenstreppe nach North

Wissenstreppe nach North

Handelt es sich bei den ersten beiden Modellen um Kreisläufe, kann man eine Treppe in beiden Richtungen begehen:

  • Strategisches Wissensmanagement: Von oben nach unten wird betrachtet, welches Wissen die Wettbewerbsfähigkeit sicherstellt. Die Organisation richtet sich nach der Suche und Einteilung von Kompetenzen und Fertigkeiten der Mitarbeiter. Jede Stufe vom Entwickeln des Wertangebots bis zur kleinsten Prozesseinheit wird analysiert und in Wissensanforderungen eingeteilt. Das Management kann Positionen bestmöglich besetzen.
  • Operatives Wissensmanagement: Die Treppe wird von unten nach oben beschritten. Es wird vom kleinsten Schritt aufwärts ermittelt, welche Bedingungen und Voraussetzungen für die nächste Stufen gelten.

In welche Richtung Sie gehen, hängt von verschiedenen Elementen ab: Sie müssen wissen, welche Qualifikationen und Kompetenzen Ihre Mitarbeiter aufweisen. Sie brauchen einen Überblick über Ihre Geschäftsprozesse in allen Teilschritten. Welche Möglichkeiten der Wissensvermittlung gibt es in Ihrem Unternehmen und wie funktioniert die Kommunikation bisher?

Unser Blog bietet Ihnen Wissen in Hülle und Fülle, um diese Fragen zu beantworten! Unser Ziel es Sie bestmöglich zu unterstützen und mit unseren Angeboten auf die nächste Stufe zu bringen!

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Mit bestem Gruß aus Bayreuth

Axel Schröder

Bildquelle: Fotolia, © industrieblick

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